Der Umzug naht…
Was? Schon wieder ein ganzes Jahr vorbei?
Zack, da steht sie schon wieder vor der Tür, die Buchmesse. Klopft energisch an und fordert meine ganze Aufmerksamkeit. Zeigt streng auf alles, was noch dringend erledigt werden muss, damit sie sich dann am 9. Oktober bei der offiziellen Eröffnung perfekt präsentieren kann. Kisten packen zum Beispiel. Momentan stehen in unseren Büros überall Kisten und Kartons und Schachteln, stapeln sich überall Broschüren und Flyer und Programme. Denn in wenigen Tagen stehen die Möbelpacker bei uns in den Büros und dann wird umgezogen. Mit Sack und Pack geht es raus aufs Messegelände, wo die ganze Firma dann während der Messe logiert. Wir, also die Presseabteilung, sitzen dann in Halle 6.2 im Presse-Zentrum, in unseren kleinen Büros mit dem typischen Messe-Stimmengwirr als permanentem Hintergrundgeräusch.
2006 war meine erste Buchmesse, bei der ich einen Blick hinter die Kulissen werfen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich sie nur als Besucher oder Fachbesucher und kam nur an einzelnen Tagen für ganz bestimmte Termine. Vergangenes Jahr dann sozusagen die volle Packung: Eine Woche lang Messe rund um die Uhr, von früh morgens bis spät nachts. Spannend fand ich das. Besonders die Tage vor Messebeginn mit dem Aufbau, den ich zum ersten Mal erlebt habe. Ich bin durch die Hallen gestrichen, habe mir das Chaos angeschaut, das Durcheinander von Paletten voller Bücher, von Wänden und Regalen, die unmontiert irgendwo rumstehen. Überall Farbeimer, Teppichrollen, Haufen von Plastikfolie, Werkzeuge. Daraus soll eine ordentliche Messe werden? Niemals!
Hat aber natürlich doch geklappt - wie in jedem Jahr. Und geradezu schockierend schnell kam dann schon wieder das Ende. Messe-Sonntag: Der traditionelle Schlussgong hallt durch die Hallen, eine freundliche Stimme bedankt sich herzlich für den Besuch und verabschiedet sich bis zum nächsten Jahr. Alle jubeln, klatschen und pfeifen: geschafft! Und keine halbe Stunde später erkennt man die Messe schon nicht mehr wieder. Wo eben noch elegante Stände mit Regalen voll ordentlich aufgereihter Bücher standen, stehen jetzt Stand-Ruinen mit kahlen Wänden und leeren Regalen.
Worauf ich mich in diesem Jahr besonders freue? Auf den ersten Messetag früh morgens, wenn sich die Eingänge öffnen und sich die Gänge und Hallen langsam mit Besuchern füllen und das Stimmengewirr immer mehr zunimmt. Dann werde ich tief durchatmen und denken: Jetzt geht’s los und werde ein klein wenig Gänsehaut bekommen. Und dann geht es los.




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