01. Oktober 2007

01. Oktober 2007 um 11:36 Uhr von Anne

Der Umzug naht…

Was? Schon wieder ein ganzes Jahr vorbei?

Zack, da steht sie schon wieder vor der Tür, die Buchmesse. Klopft energisch an und fordert meine ganze Aufmerksamkeit. Zeigt streng auf alles, was noch dringend erledigt werden muss, damit sie sich dann am 9. Oktober bei der offiziellen Eröffnung perfekt präsentieren kann. Kisten packen zum Beispiel. Momentan stehen in unseren Büros überall Kisten und Kartons und Schachteln, stapeln sich überall Broschüren und Flyer und Programme. Denn in wenigen Tagen stehen die Möbelpacker bei uns in den Büros und dann wird umgezogen. Mit Sack und Pack geht es raus aufs Messegelände, wo die ganze Firma dann während der Messe logiert. Wir, also die Presseabteilung, sitzen dann in Halle 6.2 im Presse-Zentrum, in unseren kleinen Büros mit dem typischen Messe-Stimmengwirr als permanentem Hintergrundgeräusch.

2006 war meine erste Buchmesse, bei der ich einen Blick hinter die Kulissen werfen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich sie nur als Besucher oder Fachbesucher und kam nur an einzelnen Tagen für ganz bestimmte Termine. Vergangenes Jahr dann sozusagen die volle Packung: Eine Woche lang Messe rund um die Uhr, von früh morgens bis spät nachts. Spannend fand ich das. Besonders die Tage vor Messebeginn mit dem Aufbau, den ich zum ersten Mal erlebt habe. Ich bin durch die Hallen gestrichen, habe mir das Chaos angeschaut, das Durcheinander von Paletten voller Bücher, von Wänden und Regalen, die unmontiert irgendwo rumstehen. Überall Farbeimer, Teppichrollen, Haufen von Plastikfolie, Werkzeuge. Daraus soll eine ordentliche Messe werden? Niemals!

Hat aber natürlich doch geklappt - wie in jedem Jahr. Und geradezu schockierend schnell kam dann schon wieder das Ende. Messe-Sonntag: Der traditionelle Schlussgong hallt durch die Hallen, eine freundliche Stimme bedankt sich herzlich für den Besuch und verabschiedet sich bis zum nächsten Jahr. Alle jubeln, klatschen und pfeifen: geschafft! Und keine halbe Stunde später erkennt man die Messe schon nicht mehr wieder. Wo eben noch elegante Stände mit Regalen voll ordentlich aufgereihter Bücher standen, stehen jetzt Stand-Ruinen mit kahlen Wänden und leeren Regalen.

Worauf ich mich in diesem Jahr besonders freue? Auf den ersten Messetag früh morgens, wenn sich die Eingänge öffnen und sich die Gänge und Hallen langsam mit Besuchern füllen und das Stimmengewirr immer mehr zunimmt. Dann werde ich tief durchatmen und denken: Jetzt geht’s los und werde ein klein wenig Gänsehaut bekommen. Und dann geht es los.

01. Oktober 2007 um 11:34 Uhr von Janni

Ja, ich war schon mal da - auf der Frankfurter Buchmesse.

Meine erste Fahrt auf die Buchmesse war eine Klassenfahrt. 2002 war ich frischgebackene Auszubildende im Landkartenhaus Voigt in Freiburg und soeben “eingeschult” worden. Die ganze Klasse fuhr also im Bus nach Frankfurt, Müsliriegel, verschüttete Cola und nutzloses Wechseln der Sitzplätze inbegriffen, standen - natürlich - vor Frankfurt im Stau und danach viel schneller als erwartet in einem unübersichtlichen Komplex aus Treppen, Laufbändern und künstlich beleuchteten Hallen. Willkommen auf der Frankfurter Buchmesse.

Sich dann durch die Massen zu kämpfen war ganz schön anstrengend, genauso wie nach Leseexemplaren für Azubis zu fragen und die zwei anderen aus meiner Dreiergruppe nicht zu verlieren. Wie es auf Klassenfahrten eben so ist. Neben 6 Kilo Papier (jeweils zur Hälfte Umsonstbücher und Verlagsprogramme), der Erkenntnis, dass ich mit einer Kollegin mal auf dem selben Konzert war, bevor wir uns kennen lernten und einer leichten Erkältung nahm ich die Einsicht mit nach Hause, dass ich das alles nicht verstehen müsse - Wiederkommen aber vielleicht trotzdem helfen könne, auf dem Weg zum Verständnis.

Also sollte es im nächsten Jahr wieder nach Frankfurt gehen. Da sah ich mir kaum etwas an, war trotz meiner schicken Fachbesucherkarte vielmehr Fan als alles andere und schaffte es tatsächlich, meinen Lieblingsschriftsteller anzusprechen, in einem Englisch, mit dem Sechstklässler vielleicht noch glänzen können und war, tja, wahrscheinlich insgesamt ziemlich uncool. Uncool aber glücklich .

2004 fing ich damit an, mir vorher einen Messeplan zu machen, mich mit Vorschausichtung und Veranstaltungskalender vorzubereiten. (Allen Lesern, die das schon immer praktizieren: okay, innovativ ist das nicht. Allen, die sich einbilden, sie bräuchten das nicht: aber effektiv!). 2005 weihte mich meine ehemalige Praktikums-Chefin aus Göteborg in die Geheimnisse der Beschaffung kostenloser warmer Mahlzeiten durch Smalltalk mit Geschäftskontakten ein. Und auch darüber hinaus war es ganz entspannt, weil ich im Gegensatz zu 98 Prozent der Anwesenden eigentlich nichts zu erledigen hatte.

2006 setzte ich aus und 2007 wird Premiere für mich: das erste Mal Frankfurter Buchmesse von Anfang bis Ende. Wird langsam Zeit, den Katalog zu sichten…

01. Oktober 2007 um 10:52 Uhr von Georg

Hallo liebe Buchinteressierte!

Dieses Jahr besuche ich zum zweiten Mal die Frankfurter Buchmesse, die ich auch schon im vergangenen Jahr miterleben durfte. Damals bekam ich sehr viele spannende Sinneseindrücke, die für meine jetzige Ausbildung als Sortimenter im Buchhandel sehr interessant und hilfreich sind. Der Besuch ermöglichte mir und auch anderen, die eine Ausbildung an den Schulen des Deutschen Buchhandels machen, uns ein eindeutigeres Bild über die Arbeit in der Buchbranche zu verschaffen und uns über weitere Spezialisierungen zu informieren.  

Für mich persönlich liegt der Reiz an der Buchmesse darin, dass sich ein Großteil der Branche präsentiert und sich viel zum Profil und zur Zukunft der einzelnen Publikationsbereiche in Erfahrung bringen lässt. Sehr großes Interesse habe ich an kulturellen, künstlerischen und politischen Themen, die auf der Messe präsentiert und kommuniziert werden. Das wohl unerfassbare Angebot an Lesungen, Preisverleihungen und Herstellungspräsentationen werden auf jeden Fall für jede Menge Gesprächsstoff sorgen!

01. Oktober 2007 um 10:51 Uhr von Katja

Frankfurter Buchmesse - schon wieder?

Die Dank “ich-wär-so-gern-damenhaft” hochhackiger Schuhe erworbenen Blasen vom letzten Jahr sind kaum verheilt, der Kleiderschrank entbehrt immer noch der erforderlichen jugendlich-eleganten Businessklamotterie und all jene, die man gern wieder sehen wollte, haben wahrscheinlich längst die Seiten gewechselt - oder den Nachnamen – da ist sie schon wieder: die Frankfurter Buchmesse.

Fünf lange Tage und fünf längere Nächte - wie jedes Jahr. Und wie jedes Jahr habe ich mir auch in diesem vorgenommen, so einen kleinen Roller zu benutzen - und wie jedes Jahr wird dieser Wunsch wieder scheitern, weil ich mich erinnere, wie lächerlich mir die - vermessener Weise als fußlahm betrachteten - Rollerbenutzer vorkamen. Eine Krux.

Think positive! In Leipzig jüngst (also im April) von Heerscharen mangasüchtiger Kleinstterroristen über den Haufen gerannt, durch 30cm Neuschnee nächtlich kilometerweit in Richtung Innenstadt gewatet und vom Schwarm der Leseexemplargeier gegen die Brüstung der Hallenverbindungsbrücken gedrängt, kann es in Frankfurt doch nur besser und wenn nicht besser dann doch anders werden!

Und riecht es nicht immer auf der Buchmesse so gut? Nach neuem Stoff und beseelten Geschichten? Und wär es nicht überhaupt auch schön, die ehemaligen Oetinger-Kolleginnen zu besuchen zum Ratschen, was das Lindgrenjahr bisher brachte? Hat nicht außerdem Konkursbuch eine kleine aber unheimlich feine Reihe bestaunenswerter Neuerscheinungen?

Und überhaupt – warum ist nur einmal im Jahr Buchmesse in Frankfurt?

01. Oktober 2007 um 10:47 Uhr von Jan

Die Erkenntnis im Schatten

Eigentlich kann eine Buchmesse nicht gut sein für die Literaturwelt. Solch eine geballte Ansammlung von Büchern, Schriftstellern und Menschen läuft meines Erachtens dem Geist entgegen, den ein Buch von Natur aus in sich trägt - denn ein Buch ist Symbol der Ruhe. Ein Buch steht nicht für drängelnde Menschenmassen, Ausverkauf, Stress und Unübersichtlichkeit, die eine jede Messe mit sich bringt. Nein, Bücher stehen für Momente, in denen die Zeit zerfließt oder die Zeiger der Uhr gar völlig stehen bleiben; Momente der Abgeschiedenheit, in welchen all die unnütze Hektik, die der Mensch so gerne erzeugt, draußen bleibt.

Und doch sind Buchmessen wichtig, denn sie geben der Literatur eine Öffentlichkeit. Plötzlich werden Bücher zu einem Hauptgesprächsthema. Und was wäre eine Gesellschaft, die sich nicht über Bücher unterhält? Wie wäre es, wenn sich die Medien nur noch um politische Inszenierungen, intellektlose Blockbuster und belanglose Prominenten-News drehen würden? Da fällt mir ein, wieso gibt es eigentlich keine so große Messe für klassische Musik oder Theater?

Nein, wir müssen Buchmessen schätzen - auch wenn viel Marketing- und Medien-Rauschen dabei ist. Wir müssen diese Veranstaltungen schätzen, weil sie die Stimmen der Schriftsteller, Literaten und Dichter lauter machen und diese so weiter und tiefer dringen, als es ihnen sonst möglich wäre.

Auf der diesjährigen Documenta gab es ein Kunstwerk: ein leerer weißer Raum mit einem leeren Bilderahmen an einer Wand – beleuchtet von einem Scheinwerfer. Hat man sich vor den Rahmen gestellt, so wurde durch den Schatten, den man selber erzeugt hat, ein Satz sichtbar: „Du kommst zum Herzen Deutschlands, nur um das Wort Kunst unter deinem eigenen Schatten zu lesen.“ Man kann diesen Gedanken auch auf eine Buchmesse übertragen. Denn auch Bücher regen zum Nachdenken an, verändern den Menschen. Und wer weiß, welche Erkenntnisse und Offenbarungen die Besucher der Buchmesse Frankfurt in ihrem Schatten finden werden.

01. Oktober 2007 um 10:18 Uhr von Fabian

Book Fair, I blog you!

In wenigen Tage ist es wieder soweit: die Frankfurter Buchmesse öffnet Ihre Tore. Endlich!
Die Buchmesse ist immer das “kleine Highlight” des Jahres. Es macht einfach Spaß sich die (oft hoch ästhetisch gestalteten) Stände anzuschauen, Veranstaltungen mit Autoren zu besuchen, Neues zu entdecken, zu blättern und zu lesen (oder auch zu hören), mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Und ich muss zugeben, dass auch die vielen Giveaways nicht vor mir sicher sind. Jedem Buch sein Lesezeichen!

Für mich als jemand, der selbst schon in Messeständen stand, hat eine Messe immer auch etwas Familiäres, wenn nicht sogar Nostalgisches. Entsprechend sind aber auch die Erwartungen an die “Messeständler”.

Ein Giveaway von Reuters, zugleich ein Bild aus der Reuters-Fotoausstellung 2006 im Internationalen Zentrum Der Besuch bei einigen Ausstellern ist schon fest in meinem Kalender vermerkt. Allerdings wird hier noch nicht verraten, wer die Glücklichen sein werden. Nur eins: Vor allem die Fotoausstellung von Reuters “The State of the World” im Internationalen Zentrum im letzten Jahr hat bei mir Eindrücke hinterlassen, die ich gerne auf dieser Buchmesse erneuern möchte.

Worauf ich besonders gespannt bin, ist auch die Präsentation des Ehrengastes “Katalanische Kultur”; schließlich besitze ich von dieser Region allenfalls ein Halbwissen und erhoffe mir einen enormen quantitativen und qualitativen Wissenszuwachs.

Einen Wissenszuwachs kann natürlich auch der aufmerksame Leser dieses Weblog bekommen. Das Neueste vom Neuen gibt es immer hier.

Wir sehen uns auf der Buchmesse!

01. Oktober 2007 um 10:05 Uhr von Anja

Buchmesse, ich komme!

Meine persönliche Wunschliste mit Dingen, die ich in meinem Leben noch machen will, ist lang. Aber mindestens einmal die Buchmesse in Frankfurt zu besuchen steht definitiv unter den ersten 25. Den Punkt Buchmesse besuchen kann ich wohl nach dem 14. Oktober abhaken. Oder nicht? Denn eigentlich besuche ich die Buchmesse nicht nur, sondern blogge dort live und berichte über sie im Auftrag der Veranstalter. Mehr als ich mir eigentlich gewünscht hatte. Ich werde meine Liste wohl noch um einen Punkt erweitern müssen: Auf der Frankfurter Buchmesse bloggen. Dann könnte ich zumindest gleich zwei Punkte auf einmal streichen.

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die diesjährige Buchmesse. Als angehende Journalistin liebe ich es über Ereignisse, Neuigkeiten und Erlebnisse zu berichten. Davon wird es auf der Buchmesse eine ganze Menge geben. Ganz nach meinem kindlichen Vorbild Karla Kolumna, freue ich mich durch die Messehallen zu rasen (leider ohne den Motorroller), alles fleißig mitzuschreiben und mit einem “Aber, Herr…” neue Dinge aufzudecken um mit einem abschließendem “Sensationell” ein gutes Posting ins Netz zu stellen. Meinem Motto werde ich als Bloggerin natürlich auch bei der Buchmesse treu bleiben, das lautet: “Einmal gebloggt - nie mehr gestoppt”. Auf geht´s.

01. Oktober 2007 um 09:28 Uhr von Christine

Die Bücher und ich

Ich war noch nie auf einer Buchmesse. Weder in Leipzig (obwohl ich da wegen der geographischen Nähe meiner Heimatstadt echt hätte mal hinfahren sollen), noch in Frankfurt. Ich kann also nicht über meine Erfahrungen mit Buchmessen berichten. Aber über meine Erfahrungen mit Büchern.

Zu Beginn lernt man ja noch jedes Wort einzeln. Also “Oma” kann man dann nur lesen, weil man sich eingeprägt hat, wie “Oma” aussieht - mir ging es zumindest so. Schnell war mir klar, dass man nur deshalb so lange zur Schule muss. Die Welt hat schließlich viele Millionen Wörter und bis ich die alle lesen kann, sind die zehn Schuljahre sicher um. Aber eine Frage ging mir nicht mehr aus dem Kopf: “Wenn man jedes Wort einzeln lesen lernt, kann ich dann erst nach der Schule ein ganzes Buch durchlesen?”

In der zweiten Klasse war mir klar, wie das mit dem Lesen und Schreiben funktioniert. Lesen habe ich trotzdem gehasst. In der vierten lieh mir eine Freundin “Wir Kinder aus Bullerbü”. Ich habe es nie zu Ende gelesen, weil ich es erstens schrecklich langweilig fand und zweitens: Viel zu viele Seiten! In der fünften hatte ich schließlich mein erstes Buch durch. Es waren nicht die “Kinder aus Bullerbü”.

Nun, drei Jahre nach der Schule, gehört lesen zu einem meiner liebsten Hobbys. Man glaubt es kaum, aber bis jetzt kann ich allein 2007 sechs gelesene Bücher verbuchen.

Endlich führt mich mein Weg auch auf eine Buchmesse: die in Frankfurt. Was ich mir darunter vorstelle? Riesige Messehallen voller Bücher, Autoren und interessanter Geschichten. Und ich mittendrin, auf der Suche nach “Meinem Buch 2008″.

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