Nun sitzen wir hier, im Web 2.0 Wohnzimmer und tippen wie wild… Wir sollen was über den ersten Tag auf der Buchmesse Frankfurt schreiben und wahrscheinlich werden wir alle jetzt das gleiche berichten.
Heute war die feierliche Eröffnung der Buchmesse. Das heißt, es gab zahlreiche Reden (um genau zu sein fünf) und die musikalische Untermalung von Frank Wolff.
In den Reden ging es natürlich um den Ehrengast und um die Wichtigkeit der Bildung. Jürgen Boos sprach über das Privileg Schreiben und Lesen zu können und ja, recht hat er. Bewußt ist es mir eigentlich erst heute gewurden. Den ganzen Tag lese ich, ob es nun die Information “Milch” auf der weißen Packung im Kühlschrank ist oder der Fahrplan, wenn der Bus mal wieder zu spät kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist nicht lesen zu können. Nicht nur, weil mir dann das Buch vor dem Schlafengehen fehlt und die morgendliche Lektüre meiner Blogroll, sondern auch, weil ich nicht weiß wie ich sonst durch das Leben kommen würde. Und dann gibt es doch soviele Menschen allein in Deutschland, die es nicht können. So viele, in diesem wohlhabenden Land. Wie kommt das?
Peer Steinbrück (der Redner Nummer drei - gleich nach Frankfurts Oberbürgermeisterin) spricht in seiner Rede von mehr Unterstützung für Kinder, mehr Geld für die Bildung. Damit sowas - nämlich das Nicht-lesen-können - gar nicht erst passiert. Klingt ja eigentlich ganz gut. Aber in einem CDU-regierten Land müssen dann eben die Größeren zur Kasse gebeten. Die können ja auch schon Lesen und Schreiben. Applaus hat er aber doch geerntet, der Herr Steinbrück, für seinen Satz “Politiker sollten mehr Autoren als Lobbyisten kennenlernen”. Stimmt wohl.
Die beste Rede - und das ist jetzt meine ganz subjektive Einschätzung - war die von dem katalanischen Autor Quim Monzó. Als Autor wußte er natürlich, wie er mit den Worten spielen kann und muss. Und mit seiner frech, frischen Art beschrieb er, wie sich ein katalanischer Autor (der manchmal zu schnell und sich oft ver-spricht) fühlt, wenn er bei der Frankfurter Buchmesse die Eröffnungsrede halten soll. Und so konnte jeder der Anwesenden nachvollziehen, wie sich dieser Autor fühlen musste und wie er die Rede schrieb, die er letztendlich auch gehalten hat. Sie war unkoventionell - aber die beste des Abends.