Die Schüler-Jury

12. Oktober 2007 um 17:24 Uhr von Christine

Seit Oktober 2004 verleiht die Kulturabteilung der französischen Botschaft zusammen mit dem Klett-Verlag den literarischen “Prix des lycéens allemands“. Dabei werden fünf zeitgenössische französische Romane (diese dürfen nicht länger als 1 Jahr auf dem Markt sein) an verschiedene deutsche Französisch-Leistungskurse gegeben. Die Abiturienten lesen diese Bücher und entscheiden, welches den Preis verdient hat. dabei wird erst auf Klassen-, dann auf Landesebene der Favorit ermittelt. Dabei werden die Bücher diskutiert und die Schüler bekommen einen Einblick in die zeitgenössische französische Literatur. Dieses Jahr hat der Roman “Maestro” von Xavier-Laurent Petit den Preis bekommen. Damit steht der Übersetzung ins Deutsche nichts mehr im Wege: Dafür ist das Preisgeld von 5000 € vorgesehen. Pünktlich zur Leipziger Buchmesse soll die deutsche Version dann erscheinen.

Das Buch erzählt von bolivischen Straßenkindern, von ihrem Alltag und davon, dass ihnen durch Musik wieder etwas Freude in ihr Leben gebracht wird. Die wahre Geschichte - es gibt wirklich einen Dirigenten, der in Bolivien vor acht Jahren ein Straßenkinder-Orchester gründete - regt zum Nachdenken an und verdeutlichte den deutschen Abiturienten, dass es nicht allen Kindern auf der Welt so gut geht, wie ihnen selbst, erklärte Melanie Feistauer. Sie war ein Mitglied der Schüler-Jury und wählte auch “Maestro” zu ihrem Favoriten. Die Geschichte wirkt sehr authentisch, betont Feistauer, gerade weil der Autor auch die Jugendsprache und “Schimpfwörter” einbringt.

Ein besonders schönes Projekt ist dem Autor auch schon gelungen: Die Musiker hatten nicht genug Geld, um für ihre Instrumente neue Saiten kaufen zu können. Durch spenden konnten schließlich fünf Kilo (!) Instrumentensaiten nach Bolivien geschickt werden, auf denen die Jugendlichen mindesten zwei Jahre musizieren können.

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