Poetry Slam Special

12. Oktober 2007 um 17:54 Uhr von Anja

Eigentlich finden ja Poetry Slams in dunklen und verrauchten Räumen statt. Heute aber konnten die Besucher der Buchmesse auf der Agora im Lesezelt auch in den Genuss des Poetry Slams kommen. Ersteinmal für all diejenigen die Poetry Slam nicht kennen: Poetry Slam ist eine amerikanische Erfindung aus den 80er Jahren. Es ist ein Wettbewerb, bei dem Literaten ihre eigenen Texte vorstellen und natürlich live präsentieren sollen. Den Teilnehmern stehen keine Hilfsmittel wie Musik oder Kostüme zur Verfügung. Sie haben genau 5 Minuten Zeit ihr literarisches Werk zu präsentieren. Am Ende bewertet das Publikum, wer gewonnen hat.

Heute mit dabei sind 5 Poetry Slamer aus ganz Deutschland. Den Anfang machte heute Christian Ritter aus Würzburg. Er trug sein Werk “Die Pims der Klasse 1A” vor, das für ihn mehr oder weniger ein Teil zur Vergangenheitsbewältigung beiträgt. Unter anderem vergleicht er die heutige Zeit mit der damaligen: “Heute werden Schüler gedisst, früher gabs Dis nur im Musikunterricht”. Von seiner coolen und schnellen Vortragsweise war ich begeistert. Der Zweite Vortragende war Frank Klötgen aus Berlin. Mit seinem Gedicht “Willkommen im Herbst” hat er sehr über den so zauberhaften Frühling abgelästert und will sich in Zukunft dem Herbst mehr zuwenden. Er hat als einziger sein Gedicht in Reimform vorgetragen und versucht tatsächlich das Wort Spatzen im Duden in Spapsen umzuwandeln, anscheinend weil es sich ansonsten nicht gereimt hätte. Der Dritte im Bunde war Andy Strauß aus Münster. Poetry SlamEr war mit abstand der ausgefallenste Typ, insebsondere von seinen Klamotten und seiner Geschichte, die er vortrug. Diese Geschichte beschreibt einen Tag im Leben des Andy Strauß, bei dem man hofft, das er solche Tage nicht immer erlebt. Als Vierter ist Karsten Hohage aus Heidelberg auf die Poetry Slam-Bühne gestiegen. Er überzeugte das Publikum mit einem sehr tiefgreifendem, aber dennoch lustigem Gedicht über den Krieg und zog damit ins Finale ein. Last but not least aus Aachen. Ihm hatte ein Psychiater eigentlich angeraten entweder eine Anaylse beim ihm zu machen oder einen Roman zu schreiben. Er wollte eigentlich die Analyse machen, aber die Krankenkasse wollte nicht zahlen. So hat er nun einen Roman geschrieben und trug heute auf der Buchmesse 2 Kapitel vor. Witzig, ironisch und eifach nur genial. Damit zog er auch ins Finale ein.

Im Finale standen am Ende Necip Tokoglu und Karsten Hohage. Beide hatten nochmals die Chance ein weiteres Werk von ihnen vorzutragen. Necip entschied sich für ein weiteres witziges Kapitel und Karsten trug ein Werk über seine panische Flugangst vor. Bei allen beiden konnte ich mich vor Lachen krümmen. Gerechterweise haben sie dann beide den 1. Platz gemacht. Das Preisgeld vo 50 Euro wurde natürlich geteilt.

Wer heute abend in Frankfurt einen Poetry Slam besuchen will, sollte sich hier kundig machen zwecks Anfahrt und weiteren Terminen. Poetry Slam gibt es aber auch in vielen, vielen anderen Städten. Einfach mal googlen.

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