Emma-Chefredakteurin Alice Schwarzer und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher sprachen am FAZ-Stand über den Islam und die Emanzipation.
Ein Drittel der Männer sei hart drauf. Machos. Frauenunterdrücker, sprach die menschliche Emanzipationsverkörperung Alice Schwarzer.
“Was gucken sie mich so an?”, fragte FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher. Das Publikum auf dem FAZ-Stand der Buchmesse war erheitert. Die beiden Mediengrößen diskutierten heute angeregt über die Unterdrückung der Frau - insbesondere durch die Pornographie und den Islam.
Während jedoch die Zwangspornographisierung der Gesellschaft (Schwarzer) vor allem die junge Generation durch Gruppenzwang verrohe und ihnen die Empathiefähigkeit nehme, sich nicht nur in Frauen, sondern in Menschen generell einzufühlen, ist für Schwarzer der Islam generell frauenverachtend. Obendrein seien zumindest ein Drittel der Muslime Machos. Doch Machos – beziehungsweise die „Haltung“ Macho, wie es bei Schwarzer durchklang - müsse aussterben. Außerdem seien Machos in jeder Hinsicht langweilig - auch im Bett, ergänzte sie und fügte prompt mit einem Grinsen hinzu: „Aber das wollen wir nicht weiter vertiefen – wir sind ja bei der FAZ.“
Doch wirklich Humor kam bei der Veranstaltung bei dem Thema nicht auf. Alleine schon wegen nachdenklich machender Erlebnisse, wie sie Frank Schirrmacher erzählte. So berichtete er beispielsweise von einem Gespräch mit einem hochrangigen Politiker, der seinerseits einen Orthopäden türkischer Abstammung kannte. Dieser sei in Deutschland aufgewachsen und ein durchaus aufgeklärter Mann gewesen, doch dann sagte der Orthopäde seinem Bekannten eines Tages beiläufig, dass er seine Tochter jetzt, wo sie 12 Jahre als sei, in die Türkei schicken werde. Auf Nachfrage erklärte der Arzt, seine Tochter solle nicht durch die deutsche Kultur verdorben werden. Der FAZ-Herausgeber ergänzte das Beispiel mit der Frage, was erst die weniger aufgeklärten Deutschen mit Migrationshintergrund denken würden, wenn schon solch gebildete Personen eine so starke Aversion gegen die deutsche Kultur hätten.
Etwas weniger verurteilend war hingegen sein Missfallen an der Art der Diskussionen über das Tragen von Kopftüchern in Schulen und über Teilnahmeverbote am Schulschwimmunterricht wie sie in Deutschland geführt würden. Viele junge Mädchen, so seine Ansicht, würden durchaus das Kopftuch ablegen wollen und am Schwimmunterricht teilnehmen, doch ihre Familien seien zu streng. Und wenn es da von Seiten der Schule heiße, man könne sich beispielsweise aus religiösen Gründen vom Schwimmunterricht befreien lassen, dann fehlten den Kindern und Jugendlichen die Argumente. Würde die Schule eine härtere Linie fahren, könnte sich der muslimische Nachwuchs darauf berufen. Deswegen „müssen wir wieder autoritär werden und diese Form des Liberalismus verlieren“ so Schirrmacher.
Im Fazit bleibt zu sagen, dass sowohl Frank Schirrmacher als auch Alice Schwarzer in dem Gespräch durchaus um das Recht auf freie Entfaltung des Individuums, insbesondere natürlich der Frauen im Islam, bemüht waren - was ihnen anzurechnen ist -, die Art ihrer Argumentation aber nicht unbedingt den ruhigen Dialog der Kulturen fördern wird.



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