Heute habe ich den russischen Fantasy- und SF-Autor Sergej Lukianenko bei der Vorstellung seines neuen Fantasy-Jugendbuchs/Hörbuchs “Das Schlangenschwert” getroffen. Ich muss zugeben, ich habe bisher weder ein Buch von ihm gelesen, noch einen seiner Filme gesehen. Trotzdem war ich neugierig, was es denn mit diesem Mann auf sicht hat, der als “erfolgreichster russischer Fantasy und Science-Fiction Autor der Gegenwart” bezeichnet wird. Lukianenko, vielen ein Begriff über seine verfilmten Bücher “Wächter der Nächt” und “Wächter des Tags” (aktuell im Kino), habe ich mir gänzlich anders vorgestellt. Mit dem Vorwissen, dass die eben genannten Bücher definitiv Erwachsenenbücher sind, in denen “das Gute und das Böse mit aller Härte aufeinandertreffen”, habe ich einen ernsten Mann erwartet, der (analog zu der Handlung seiner Bücher) eine gewisse Härte ausstrahlt. Der echte Lukianenko hat damit nur wenig gemein: Ein sympatischer, etwas rundlicher, fast schon unscheinbarer, ruhiger Typ mit einem verschmitzten Lächeln. Ich bin überrascht und Frage eine Mitbesucherin, Alina, die die Filme von Lukianenko (auf russisch!) gesehen hat, was sie für ein Bild hatte. “Ich hab ihn mir jünger vorgestellt (…), aber er ist sehr sympatisch und gemütlich. Ich hab mir mehr einen Hollywoodtyp vorgestellt: groß, sachlich.” Puh, ich habe nicht als einziger daneben gelegen.
In Lukianenkos Büchern geht es immer ums Ganze. “Ein Lukianenko ist da nicht zimperlich”, klärt der Moderator den unwissenden Besucher auf. So auch nicht in “Das Schlangenschwert”. Neugierig bin ich dann schon, was das wirklich Besondere an Herrn Lukianenkos Romanen ist. Alina erklärt mir, was ihr an den Buchern gefällt: “Man kann es auf symbolische Weise zurückführen und es mit der Putin-Regierung assoziieren.” Lukianenko stellt Bezüge zur Realität her.
Jugendbücher sind übrigens nach Lukianenko schwerer zu schreiben: “Man muss auf alle Fälle spannender schreiben.” Ich muss zugeben, ich war bereits gestern (vor meiner Weblog-Sprechstunde mit Janni) bei der Vorstellung des neuen Hörbuchs von Lukianenko. Die Hörproben (einmal live auf Russisch von Lukianenko, dann als deutsche Übersetzung) haben mich von ihrer Erzälkraft so fasziniert, dass ich mir heute Morgen die ersten beiden Bände des “Wächter Zyklus” zugelegt habe (meine Zeit reichte gestern nicht mehr zum Kauf des neuen Hörbuchs). Diese sind inzwischen von Lukianenko und Pöhlmann (die Übersetzering von Lukianenkos Büchern) signiert worden. Alina bestätigt mir, dass sich das Lesen lohnt. Ich freue mich drauf!
Schade ist, dass beide Veranstaltung mit Lukianenko wirklich schlecht besucht waren. An dem russischen Autor wird nur wenig Interesse gezeigt. Knapp 15 Zuhörer haben sich heute eingefunden, die mitgezählt, die spontan vor dem Stand der Frankfurter Rundschau stehen geblieben sind. Ich war der Einzige, der ein Buch signieren lies. “Er ist eben noch relativ unbekannt in Deutschland. Es ist auch blöd, dass die Filme in Deutschland viel später als in Russland veröffentlicht worden sind. Russische und osteuropäische Produktionen müssten mehr publik gemacht werden.” gibt mir Alina als Antwort auf die Frage, was sie meint, warum in Lukianenkos Veranstaltungen die Besucherplätze leer bleiben.
Bild: Sergej Lukianenko und Christiane Pöhlmann (Übersetzerin der Bücher)
Wer Lukianenko verpasst hat, der bekommt heute Nacht noch mal eine besondere Möglichkeit zur Begegnung: Um 19 Uhr startet die “Lange Lukianenko-Nacht” im Cinestar Metropolis (Eschersheimer Anlage 40, Frankfurt). Gezeigt werden die Filme “Wächter der Nacht” und “Wächter des Tages”. Auch aus dem Schlangeschwert wird noch einmal gelesen werde. Zwischendrin wird es auch die Gelegenheit, Lukianenko Fragen zu stellen. Karten gibt es für 12 Euro im Cinestar. Veranstalter sind die Frankfurter Rundschau, der Beltz Verlag und Cinestar.



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14. Oktober 2007
12:11 Uhr
Hey Fabian
hehe bin ganz stolz, ich bin in einem Artikel!!
ist super geworden!!
viele liebe Grüße wieder zurück in München, Alina