Doping

13. Oktober 2007 um 11:48 Uhr von Anne

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich nun dazu durchgerungen, an dieser Stelle ein brisantes Buchmessen-Geheimnis preiszugeben. Macht euch auf schockierende Enthüllungen gefasst!

Bestimmt habt ihr euch auch schon einmal gefragt, wie wir Buchmessen-Mitarbeiter es eigentlich schaffen, die Messezeit geistig und körperlich relativ unbeschadet zu überstehen. Eine Woche lang verzichten wir auf regelmäßige Mahlzeiten, genügend Schlaf, stärkende Mittagsschläfchen und frische Luft und legen in den Messehallen täglich mindestens die Distanz eines Marathon zurück, um rechtzeitig überall gleichzeitig zu sein. 

Das hält man natürlich nicht ohne künstliche Aufputschmittel durch. ”Doping” heißt die Zauberformel. Ja, ihr habt richtig gelesen: Sämtliche Buchmessen-Mitarbeiter sind gedopt! Und womit? Nun, nach ausführlichen und langwierigen Experimenten (in diesem Jahr veranstalten wir schließlich schon die 59. Buchmesse) haben wir unsere Methoden schon ganz gut perfektioniert und die ultimative Substanz entdeckt, die einen auch noch nach einem 16-Stunden-Tag aufrecht stehen und gehen lässt.

Ekekse.JPGs handelt sich um: die legendären Buchmesse-Kekse!!!

Vergesst Kaffee! Gegen die Kekse hat das Gebräu keine Chance!

Bei den Buchmesse-Keksen handelt es sich um eine mit großer Sorgfalt zusammengestellte Keks-Mischung, die in großen (grünen) Dosen gereicht und meist auch in großen Dosen verspeist wird. Denn - einen Nachteil haben die Kekse natürlich auch - sie machen süchtig. Einmal angefangen, gibt es kein Halten mehr, und man kann nicht eher aufhören, bis mindestens eine der Dosen geleert ist. Unsere Buchmesse-Blogger sind auch schon in den Genuss  des Keks-Doping gekommen…

Jedoch, wie bei allen Doping-Substanzen, leider lässt auch die - wahlweise beruhigende, wahlweise aufputschende - Wirkung der Buchmesse-Kekse nach einiger Zeit des regelmäßigen Verzehrs erheblich nach. Man ist gezwungen, immer größere Mengen der Kekse zu sich zu nehmen, bis man schließlich den absoluten Igitt-Punkt erreicht hat und die Kekse nicht mehr sehen kann, ohne sich der direkten Gefahr des körperlichen Unwohlseins auszusetzen. Hat man diesen Punkt erst am letzten Messetag, also dem Sonntag, erreicht, dann ist alles gut. Dramatisch wird es, wenn diese Überreaktion aufgrund übermäßigen Verzehrs bereits am Messe-Freitag oder sogar noch früher eintritt. Dann hat man ein Problem.

Doch in diesem Jahr haben wir dieses Problem sehr gut in den Griff bekommen. Eine Buchmessen-Kollegin (die an dieser Stelle gerne unerkannt bleiben möchte) ist mit einer Alternativ-Substanz in den Messehallen unterwegs, die sie diskret bei allen Buchmesse-Mitarbeitern deponiert (O-Ton: “Huch, da hab ich wohl was verloren!” ), die erste Anzeichen einer Keks-Überdosierung zeigen. Es handelt sich dabei um eine gefüllte Haselnuss-Gebäckspezialität in Kugelform, ein sehr wirksames Gegenmittel. Eine Kugel reicht, um den ersten Schock der Keks-Überdosierung erheblich zu mildern.

Bei mir trat der Keks-Schock in diesem Jahr ungewöhnlich früh ein, nämlich bereits am Messe-Donnerstag, und besagte Kollegin hat mir mit mehreren Stangen der Gegengift-Kugeln das Leben gerettet. Sie ist der Grund, dass ich nun noch weiter aufrecht stehen und bloggen kann.

An dieser Stelle dafür ein herzliches Dankeschön!

Kommentare

  1. Liebe Anne,

    das ist nicht fair! Du nimmst mir sozusagen das Thema aus dem Kopf!
    In Anlehung an eine wunderbare taz-Seite-1 aus diesem Sommer (hier klicken)
    nämlich wäre das sozusagen mein Web2.0-Wozhnzimmer-Abschlussbericht geworden. Und dann das!!
    Dann iss mal schön weiter Kekse,
    Janni

  2. Oh, das tut mir herzlich leid. Aber ich bin sicher, du findest auch noch ein ganz wunderbares anderes Thema für deinen Abschlussbericht.
    :-)

  3. [...] sich: Für meinen Geschmack gab es zu viele Beiträge ohne erkennbaren Mehrwert, etwa wenn da über Kekse, halbe Hörbücher vom Focus oder andere Dinge, die die Welt nicht braucht bzw. wissen will [...]

  4. Liebe Anne,

    ich möchte hiermit (aus Sicherheitsgründen und aus persönlicher Besorgnis um Euch alle) darauf hinweisen, dass es sich bei der erwähnten Antidopingsubstanz nur um eine temporäre therapeutische Maßnahme handelt, denn ….. das Zeug macht wiederum süchtig! Es laufen aber bereits jetzt schon Überlegungen fürs nächste Jahr, wie diesem Abhängigkeitssymptom wirkungsvoll entgegengewirkt werden kann.

    Gruß
    Didi

Ihr Kommentar

  Oben