Natürlich muss eine Veranstaltung Der AKEP präsentiert neue Berufsbilder im Verlag auch im Forum Zukunft stattfinden. Es ist Besuchertag und die vielen jungen Zuhörer könnten tatsächlich interessierte Auswärtige sein. (Zumindest wäre es zu schön, wenn das breite Fachprogramm dieser Messe nicht nur die Fachbesucher, sondern auch das “normale” Wochenend-Publikum erreicht.)
Bernd Zanetti, der Geschäftsführer der Akademie des Deutschen Buchhandels und der Leipziger Professor für Buchhandel/Verlagswirtschaft Dr. Ernst-Peter Biesalski von der HTWK sprechen über Bedarf in der Branche und Anforderungen an Verlagsmitarbeiter: “Die Aufgaben im Verlag sind komplexer geworden”, sagt Biesalski, “nicht nur was die Produktion von Verlagsprodukten betrifft, sondern auch die wirtschaftliche Betrachtungsweise.” Durch regelmäßigen Austausch mit Branchenvertretern stünden die Ausbildungsinhalte der buchwissenschaftlichen Studiengänge stets auf dem Praxis-Prüfstand.
Auch die Akademie des Deutschen Buchhandels gestaltet ihre Agenda aufgrund von Anfragen und den regen Austausch mit Verlagen, Beratern und den Fortbildungsteilnehmern. “Und es gibt heute keinen Fachverlag mehr, der keine elektronischen Produkte im Programm hat.” Dementsprechend seien Verlage gezwungen, ihre Mitarbeiter weiter zu qualifizieren.
Zwei Anschauungsexemplare für diese neuen Aufgabenfeler sitzen mit auf dem Podium, die AKEP-Junior-Award-Gewinnerin Caroline Rothauge, die für den Peter Meyer Verlag ein Portal für Mountainbiker entwickelt hat, und der Community-Manager Sascha Carlin vom Bibliografischen Institut & F.A. Brockhaus (BIFAB).
Ihre Hintergründe könnten unterschiedlicher nicht sein: Während die Kulturwissenschaftlerin Rothauge als Volontärin “ins kalte Wasser geschmissen” wurde und sich Vieles learning by doing aneignete, ist Carlin mit zehnjähriger Communityerfahrung schon ein alter Hase.
Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass sie verschiedene Vorstellungen von den neuen Kompetenzfeldern im Verlag haben.
“Ich denke, die Ausbildung sollte eher generalistisch und multidisziplinär sein”, findet Rothauge. Carlin hält dagegen: “Ich warne vor gefährlichem Halbwissen.” Jeder Verlag solle ausgebildete Techniker beschäftigen, um über entsprechende Kompetenzen im Haus zu verfügen.
Dafür sind jedoch nicht überall Kapazitäten vorhanden, oftmals müssen Verlagsleute in vielen Bereich auf einmal arbeiten. Zu den Fortbildungen, die Zanetti organisiert, kommen deshalb nicht alle Verlagsmitarbeiter freiwillig. “Doch die meisten gehen zufrieden nach Hause.”
Dass Verlagsmitarbeiter heute über Grundkompetenzen in Sachen elektronisches Publizieren vorhanden sein muss, darüber ist sich die Runde einig.



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