Der italienische Schriftsteller Claudio Magris ist heute mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand vor rund 1.000 geladenen Gästen in der Frankfurter Paulskirche statt, die Laudatio hielt der Historiker Karl Schlögel, der Magris als den Entdecker des „anderen Europa“ ins Zentrum seiner Rede stellte.
In seiner Dankesrede sprach Claudio Magris über die verborgenen Gesichter des Krieges. „Eine Grenze, die nicht als Durchgang, sondern als Mauer, als Bollwerk gegen die Barbaren, erlebt wird, bildet ein latentes Kriegspotenzial“, sagte Magris.
Während es in seiner Jugend die Grenze eine Mauer gewesen sei, um den Osten, das andere Europa, auszuschließen, so seien es heute andere Grenzen, die den Frieden bedrohen.
„Frieden versteht sich nicht von selbst. Er ist weder ein Geschenk der Natur, noch bloße Utopie“, sagte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, in seiner Begrüßung. „Wo er anzutreffen ist, entsteht er durch uns selbst als ein Resultat unserer Kultur.“ Wenn es ein Medium gebe, das für eine gelingende Kultur der Kulturenbegegnung maßgeblich sei, dann sei es die Sprache und die Literatur.
„Nichts ist so wichtig auf dem Weg zum Frieden wie die Kunst, Kulturen füreinander zum Sprechen zu bringen – so temporär und zerbrechlich ein Anfang auch immer sein mag“, so Honnefelder. Claudio Magris, der diesjährige Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, sei als engagierter Dolmetscher und sprachmächtiger Interpret der Kulturen ein Mensch, der diese Kunst wahrhaft beherrsche.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergibt seit 1950 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse den mit 25.000 Euro dotierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Mehr zur Preisverleihung gibt es auf dem Portal des Börsenvereins.
Tags: Claudio Magris, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels



Voriger Artikel

Oben
18. Oktober 2009
23:31 Uhr
Und selbst für den Friedenspreis des deutschen Buchhandels (sowie den Nobelpreis für Frieden bzw. Literatur) findet man
keinen adäquaten “Menschen” mehr, sondern nur kleine 08.15-Gartenzwerge, die die politisch korrekten Reizwörter
runterleiern (Demokratie, Freiheit, Europa, Welt, Frieden, bla bla bla).