Es ist vorbei! Die ADIBF ist seit gestern zu Ende. Was waren das für vollgepackte, spannende und informative Tage! Hier noch einmal die wichtigsten Zahlen und Fakten:
Insgesamt haben 840 Aussteller aus 63 Ländern teilgenommen. Das sind 32 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Eine halbe Millionen Titel wurde ausgestellt und rund 236.000 Besucher gezählt. Meine Kollegen von KITAB kann ich zu diesem Erfolg nur beglückwünschen.
Von Messedirektor Jumaa Al Qubaisi gab es zum Abschluss der Messe natürlich auch noch ein offizielles Statement: “With so many countries and publishers represented at the fair, it is clear that ADIBF is now an established platform upon which the international publishing industry can access the Arab world market. ADIBF is committed to the vision of Abu Dhabi as a knowledge-based economy. Through our work to ensure the bar of professionalism is raised in the publishing industry we can ensure that the tools for learning are accessible across our community and the wider Arab world.”

Der Messedirektor der ADIBF, Jumaa Al Qubaisi, im Interview.
Besonders freut mich auch, dass das Spotlight on Rights Programm auch in diesem Jahr sehr erfolgreich war. Nachdem es ja ein wenig zurückhaltend begonnen hat, zog es noch einmal richtig an und bis zum letzten Messetag wurden 223 Anträge auf Förderung eingereicht. Ich hoffe sehr, dass die meisten dieser Projekte auch umgesetzt werden und bin schon jetzt gespannt, wie es im kommenden Jahr weitergehen wird. Denn die Initiative ist ja insgesamt auf drei Jahre angesetzt.
Für mich heißt es nun wieder Abschied nehmen von Abu Dhabi – was ich natürlich auch mit ein wenig Wehmut tue. Schließlich war das Emirat zwei Jahre lang mein “Zuhause”. Aber Frankfurt ist schließlich auch sehr schön…
Auf Wiedersehen also hoffentlich im nächsten Jahr: Dann findet die ADIBF vom 22. bis 27 März statt.

Ein letzter Blick in die Messehalle...
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Der französische Gemeinschaftsstand präsentierte sich in diesem Jahr täglich neu. Vier junge Comiczeichner, die bereis für zahlreiche Auftraggeber aus dem Golf gearbeitet haben, u.a. für die Regierungen von Dubai, Abu Dhabi und Qatar Airways, illustrierten die weiße Außenhaut des Standes mit ihren Impressionen aus Abu Dhabi – das Ergebnis ist ebenso originell wie beeindruckend! www.studio2hb.com


Die jungen Kreativen von studio2hb hinterlassen Spuren auf der Buchmesse
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Tags: Comic
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Der KITAB-Bus auf der Buchmesse
Die Buchmesse in Abu Dhabi ist fast vorbei – heute bricht der letzte Tag an. Zeit, um noch einige Fotos zu zeigen und hübsche und interessante Informationsschnipsel zu platzieren:
Der KITAB Lesebus erfreut sich bei Jung und Alt größter Beliebtheit. Er steht am Hallenende zwischen der Creativity Corner, die ebenfalls von Kindern aller Altersstufen belagert ist, und der Showküche. Die Leseförderungsaktivitäten, die KITAB seit seiner Gründung zunehmend unter der kompetenten Leitung von Dana al Sarraj durchführt, haben im Emirat Abu Dhabi bereits zahlreiche Spuren hinterlassen. In Al Ain, wo im vergangenen Herbst der Bus seine Tour startete, machte er sofort Furore. Als wandelnde Bibliothek und Buchhandlung gleichermaßen ausgestattet, finden in ihm häufig auch Lesungen statt. Gesponsort werden diese Aktivitäten u.a. vom Goethe-Institut, der Schweizer Botschaft, der ADACH und vielen anderen. In Kürze soll in dem Bus auch die neueste Übersetzung der Übersetzungsinitiative KALIMA auf die Reise gehen – die Heidi Adaption von Peter Stamm, der in diesem Jahr ebenfalls in Abu Dhabi war und sein Buch in arabischer Übersetzung der Öffentlichkeit vorstellte.
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Für Kate Mackenzie, Rights Director von Pan Macmillan, dürfte sich die Reise nach Abu Dhabi gelohnt haben. Für die bei Macmillan Children’s Books produzierte Vorschulserie “Driver Dan’s Story Train” wurde eine Lizenz an twofour54, die sogenannte Media Zone von Abu Dhabi, vergeben. Twofour54 plant die arabische Version dieser interaktiven Reihe bis zum Ramadan in diesem Jahr vorzustellen (der Mitte August beginnt). Diese Nachricht war sogar der Tageszeitung “The National“ eine Meldung in ihrer gestrigen Ausgabe wert.
Wer sich für Medien in den Golfstaaten interessiert, dem sei ohnehin ein Blick in die Webseite des “National” anempfohlen. Das Blatt kommt relativ liberal daher – es ist ein Vorzeigeobjekt der hiesigen Abu Dhabi Media Company (deren Aufsichtsratsvorsitzender übrigens auch der der ADACH, der Abu Dhabi Authority for Culture and Heritage, ist). Dennoch spiegelt es gut sichtbar die Realität der Region wider. Lohnt sich anzusehen!
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Yasser Arafat Qana vom algerischen Kulturministerium stellt den Buchmarkt des Landes vor (links im Bild: Ursula Holpp, die 2006 als erste Buchmesse-Kollegin in und für Abu Dhabi im Einsatz war)
Heute stand auf der Buchmesse alles im Zeichen Algeriens, des heimlichen Ehrengastes 2010. Verlage und Autoren stellten sich allerorten einem begeisterten Publikum vor. Im Discussion Forum sprach Bestsellerautorin Ahlam Mosteghanemi und wurde musikalisch von Superstar Jahida Wehbe begleitet. Der Andrang war entsprechend!
Amara Lakhous und Anwar Benmalek waren auf dem KITAB-Sofa zu Gast. Überall volle Säle – Algerien gewinnt seit Anfang der neunziger Jahre nach so vielen Unruhen, Krieg und Kolonisation langsam, aber stetig eine eigenständige Stimme im Konzert der internationalen Literatur.

Amara Lakhous auf dem KITAB Sofa
Dass sich auch im algerischen Verlagswesen einiges tut, konnte man auf der Vorstellung des algerischen Buchmarkts erfahren, die Yasser Arafat Qana vom Algerischen Kulturministerium gab. Kurz die wichtigsten Zahlen: Das zwei Millionen Quadratmeter große Land ist das zweitgrößte in Afrika mit einer Bevölkerung von rund 30 Millionen. Davon sind 75 Prozent jünger als 30 Jahre. Acht Millionen Studenten studieren an 77 Hochschulen und sechs Unversitäten.
Algerien hatte 2009 567 Verlage, von denen 120 wirklich aktiv im Markt sind. Sie produzierten im gleichen Jahr rund 4.900 Neuerscheinungen. Die

Amara Lakhous - auf Deutsch bei Wagenbach
Titelzahl wächst in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Auf Grund eines ambitionierten Regierungsprogramms sind in den letzten Jahren in praktisch jeder größeren Gemeinde neue Bibliotheken entstanden, insgesamt rund 1.600.
Algerien hat seit 14 Jahren eine Buchmesse, die jährlich im Oktober stattfindet (2010 wird sie am 27.10. eröffnet).
Auf der Buchmesse in Abu Dhabi kann man die Stände zahlreicher anspruchsvoller Verlage besuchen, wie etwa Editions Ikthilaf, die die engagierte Verlegerin Assia Moussei leitet. Alle Verlage aus Algerien sind auffindbar im Online-Katalog der ADIBF.
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Tags: Algerien
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Blick vom Boot auf die Hafengegend Abu Dhabis
Heute vormittag waren wir auf Einladung von KITAB einmal außerhalb der Messe unterwegs. Zahlreiche Verleger, Autoren und Journalisten fuhren drei Stunden lang auf einer Dhow – ein arabisches Holzschiff – entlang der Corniche, der schön begrünten Küstenstraße Abu Dhabis. Wie so oft um diese Jahreszeit herrschte diesiges Sandsturmwetter, die Aussicht auf die moderne Skyline der Stadt war deshalb im wahrsten Sinne des Wortes getrübt. Aber der Stimmung an Bord tat es keinen Abbruch, wie die Fotos zeigen.

Fröhliche Stimmung auf der Dhow
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Tags: KITAB
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Heute hat es so viele Anträge gegeben, dass wir uns wirklich nicht beklagen können. 160 sind es bei Messeende insgesamt gewesen. Das ist eigentlich so viel wie letztes Mal um die gleich Zeit. Wenn diese Verträge alle realisiert werden, dann können wir uns freuen!
Urvashi Butalia aus Indien (ich habe über sie schon berichtet) bekam heute Besuch von zwei ihr nicht bekannten Herren, die ihr zu ihrem Auftritt auf dem IPA Kongress gratulierten. Sie habe das Wort stelltvertretend für alle ergriffen (es ging um Google und warum man sich bei dieser Firma vorsichtiger und bedächtiger verhalte, als bei “ganz gewöhlichen Piraten”, wenn Sie sich erinnern). Stellt sich heraus, dass die beiden Herren den Buchmessedirektor Jumaa al Qubaisi vertreten, der sich von Urvashi beeindruckt zeigt. Schön, dass ich sie auch mit Jashanmal bekanntmachen konnte.
Jashanmal ist eine kleine, aber energische Buchhandelskette, die – als Ableger einer größeren Kaufhauskette – insgesamt sechs Buchläden in Dubai, Abu Dhabi und anderswo betreibt. Man bemüht sich – so die Neuigkeit von heute – mit Amazon zu einem Franchiseabkommen zu gelangen und ein “amazon.me” zu gründen. Wenn dies nicht klappe, würde man eine eigene Online-Bestellplattform bereitstellen. Wir sind gespannt.
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Tags: Copyright Symposium, Spotlight on Rights
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Die zweite Auflage der Antiquariatsmesse in Abu Dhabi schwächelt ein wenig. Die elf Aussteller – bei der Premiere 2009 waren es noch 17 – können zur Halbzeit gerade mal vier Verkäufe vermelden. Nach Auskunft von Organisator Detlef Thursch (abooks.de) gingen bisher drei islamische Manuskripte und ein Reisebuch für jeweils um die 7.000 Euro weg. Die Frequenz sei in diesem Jahr geringer, auch hätten bisher noch kaum Bibliothekare bei den Antiquaren vorbeigeschaut, beklagt Thursch. Und das obwohl in Abu Dhabi derzeit ein Bibliothekskongress mit 300 Bibliothekaren aus der arabischen Welt stattfindet.
Im Gepäck haben die Antiquare diesmal überwiegend Stücke mit Bezug zur arabischen Welt, darunter eine in der örtlichen Presse viel beachtete Reproduktion des Sultan Baybars’ Koran in Gold; das teuerste Stück ist diesmal ein historischer Atlas, der 950.000 Euro bringen soll.
Im vergangenen Jahr dürfte der Gesamtumsatz der Antiquare in Abu Dhabi bei einer Million US-Dollar gelegen haben – erzielt quasi in letzter Minute. Es gibt also noch Hoffnung.
Folgende elf Aussteller sind 2010 in Abu Dhabi vertreten: Aix-la-Chapelle (Eberhard B. Talke), Asher & Co. (Michael J. Roos), Codex Vetus Publ. (Prag), FORUM (Sebastiaan Hesselink), Robert Frew Ltd., INLIBRIS Gilhofer Nfg. (Hugo Wetscherek), Allard Schierenberg (Antiquariaat Junk), Peter Kiefer, Bernard Quaritch Ltd., Dieter Schierenberg und Les Trois Islets (Jean-François Letenneur).

Antiquariatsmesse in Abu Dhabi: Arabische Jugendliche bestaunen alte Handschriften
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Tags: Antiquariatsmesse
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In Abu Dhabi sind über 800 Aussteller vertreten, darunter ein einziger deutscher Verlag mit eigenem Stand: der Kunstbuchverlag Prestel. Warum? Nun, die Kulturwelt dürfte demnächst reichlich Kunstbücher in Sachen Emirate brauchen, entsteht doch auf Saadiyat Island vor Abu Dhabi derzeit eine gigantische Museenlandschaft inklusive Louvre-Abu Dhabi von dem Architekten Jean Nouvel und Guggenheim-Museum von Frank Gehry.
Schon 2013 sollen die ersten Museen eröffnet werden: Abu Dhabi rechnet mit zwei Millionen Besuchern pro Jahr. Und Prestel will dann die Ausstellungskataloge, die Museumsshops, die Kunstführer etc. verantworten. Zum Glück für Prestel-Verleger Jürgen Krieger sind bisher noch kaum Mitbewerber auf den Plan getreten.
Krieger ist schon jetzt ganz gut im Geschäft. Zum Beispiel hat die Kulturbehörde ADACH zur Buchmesse Prestels erfolgreiche Kunstmalbücher für Kinder auf Arabisch herausgebracht. An vielen weiteren Titeln, insbesondere für Kinder, bestehe großes Interesse, sagt Krieger. Neben solchen klassischen Lizenzverkäufen sich auch spezielle Projekte für Abu Dhabi / die Emirate im Gespräch, darunter Architekturführer, die den Besuchern die Bauwerke Abu Dhabis vorstellen. Ebenso fehlt bisher ein Band über die Weiße Moschee, die Sheikh Zayed Moschee in Abu Dhabi, immerhin die drittgrößte der Welt, oder über die geplante Ökostadt Masdar City (Architekt: Norman Foster).
Auf der Messe, die ja für die Emirati zuallerst eine Verkaufsverkaufsveranstaltung ist, gehen am Prestel-Stand vor allem die To do-Bücher zum Thema Architektur und Fotogafie, die Titel für Kinder und die Modebücher weg. So oder so – am Ende der Messe dürfte Prestel ausverkauft sein.

Lukrative Beziehung: ADACH-Vorsitzender Scheich Sultan bin Tahnoon Al Nahyan und Prestel-Verleger Jürgen Krieger
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Das Kulturprogramm der Messe stand heute morgen ganz im Zeichen des Comic: Auf dem KITAB-Sofa stellte der bekannte emiratische Autor Mohammed al Murr den frischgekührten Gewinner des renommierten Sheikh Zayed Book Award für Kinderliteratur Qais Sedki dem Publikum vor. Er ist nicht nur Autor des ersten emiratischen Manga (dessen Titel übersetzt “Gold Ring” lautet), sondern hat dazu auch gleich einen Verlag gegründet, Pageflip Publishing, (zur Zeit hat die Website nur eine englische Begrüßungsseite, aber laut Sedki arbeitet man an einer vollen englischen Version). “Gold Ring” erzählt eine emiratische Geschichte und verwendet eine Hauptfigur im japanischen Mangastil, aber auch Charaktere im arabischen Beduinenoutfit (Dishdasha). Genau darin dürfte sein Erfolg bei den jungen Emiratis bestehen.
Qais Sedki ist jung, sympathisch, kommunikativ und spricht perfekt Englisch, alles Eigenschaften, die im eine brilliante Zukunft hoffentlich auch über die Emirate hinaus versprechen. Ich bin gespannt auf die englische Übersetzung dieses Manga und wünsche ihm Erfolg und viele weitere Ideen und Titel!
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