Buntes

18. Oktober 2009 um 20:35 Uhr von Nina

Die Attraktion von Geheimbünden

Das heiß ersehnte "Verlorene Symbol" ist da....

Das verlorene Symbol ist da...

Das wohl meistgeklaute Buch der Messe ist Dan Browns “Verlorenes Symbol”. Der Roman wird als “erfolgreichstes Buch der Geschichte” gefeiert - der Lübbe Verlag ging mit 1,2 Millionen Exemplaren Auflage an den Start, und am Sonntag nachmittag durfte dann endlich auch am Stand verkauft werden. Was fasziniert die Leute bloss so an dem Buch, frage ich mich - und gebe zu, dass ich es noch nicht gelesen habe. Das tun viele Kritiker (Bücher nicht lesen und doch darüber schreiben). Da es auf der Messe auch nicht ganz so einfach ist, mal schnell einen Roman zu lesen, habe ich mich entschlossen, Experten zu befragen.

Vom Lübbe Stand gehe ich um ein paar Ecken und stehe vor dem Stroemfeld Verlag.

KD Wolff heftet sich den Roten Stern an

KD Wolff heftet sich den Roten Stern an

Was steckt hinter der Faszination mit Geheimbünden? Mit Freimaurern? Mit der Weltverschwörung?  ”Die Massen haben oft einen ziemlichen Knall” sagt der Stroemfeld - Verleger KD Wolff auf die Frage, warum Millionen Dan Browns Buch kaufen. Das Geheimnis ziehe an, und Geheimnisse stehen im Mittelpunkt des Romans.  KD Wolff kennt sich aus mit Geheimnissen und Geheimnistuern - er hat gerade ein Buch zu den Illuminaten, einem besonderen Bund von Freimaurern des 18. Jahrhunderts, herausgegeben - Stephan Gregorys “Wissen und Geheimnis: Das Experiment des Illuminatenordens”. “Alle Geheimbünde faszinieren - das Geheimnis selbst zieht an” sagt Lektor Alexander Losse. Das Buch von Gregory handle von der Frage, wie man Menschen überwachen kann und wie man Wissen so verteilt und streut, dass ein perfektes Kontrollsystem entsteht. KD Wolff ergänzt: “Nach Außen trugen die Illuminaten die Aufklärung in die Welt, nach Innen herrschte die vollkommene Kontrolle, um die Mitglieder in Schach zu halten.”

KD Wolff und Alexander Losse mit Gregorys "Experiment des Illuminatenordens"

Um welches Geheimnis ging es den Illuminaten denn, will ich wissen? Um innere, spirituelle Vervollkommnung, sagt Losse. Ja, und wie hat man sich das konkret vorzustellen? Da muss Alexander Losse grinsen. “Naja, sagt er: Das alles war nur ein großer Bluff.” Die Obersten der Illuminaten seien sich dessen stets bewußt gewesen - und hätten das angebliche “Geheimnis” stets nur als Mittel eingesetzt, um mehr Kontrolle zu erlangen über ihre Mitglieder.

Der Bluff der Illuminaten hat Tausende überzeugt - und angeblich die französische Revolution ausgelöst (so munkelt man jedenfalls, ohne belegbare Beweise). Der Bluff von Dan Brown fasziniert Millionen.

Aber vielleicht sollte ich das Buch doch erstmal lesen…

18. Oktober 2009 um 18:53 Uhr von Kathrin

Der Schakal in der Küche: Chef Chakall erobert Frankfurt

Das Publikum isst ihm aus der Hand: Chef Chakall in Frankfurt

Ein leuchtender Turban und eine ordentliche Prise von trockenem Humor sind seine Markenzeichen. Sein Blick ist stechend und ein wenig irre - und trotzdem eroberte er die rund 100 Zuschauer in der Gourmet Gallery im Sturm. Der argentinische Koch Chakall und sein Sous-Chef Dario verwöhnten das Publikum heute mit einem ausgefuchsten Drei-Gänge-Menu - an dessen Zubereitung die Zuschauer mithalfen.

Er brauche immer Musik beim Kochen, sagt Chakall, während er frischen Thunfisch filettiert, und ruft dem Tontechniker zu “Lauter!”. Dann erschallen mitreißende Rhythmen in der Gourmet Gallery und Chakall und Dario legen spontan ein Tänzchen hin. Währenddessen gart das Dessert, ein fabelhafter Birnen-und-Polentakuchen, im Ofen. Der zweite Gang ist ein fein abgeschmecktes “Sea Bream in Vanilla Curry.

Bereits zum zweiten Mal kocht Chakall in der Gourmet Gallery, und er beweist erneut, dass er nicht nur ein begnadeter Koch, sondern auch ein talentierter Showmaster ist. Zwischendurch unterhalte ich mich mit Anrietta Pogany, deren “Eintagsküche” die Showküche in der Gourmet Gallery sponsert. “Jeder Koch bringt sein eigenes Messer und sein eigenes Salz mit”, erzählt sie. Die Zutaten für die Gerichte wurden regional eingekauft - in der Frankfurter Kleinmarkthalle: “Chef Wan und Chef Chakall waren zunächst etwas besorgt, ob sie alle Zutaten hier erhalten würden. Aber kaum hatten wir die Kleinmarkthalle betreten, begannen ihre Augen zu leuchten - und sie fanden alles, was sie brauchten.” Große Erleichterung vor allem bei Chef Wan: Sein Gewürzkoffer war auf dem Flug nach Deutschland abhanden gekommen.

Der Turban ist sein Markenzeichen

26 Veranstaltungen, darunter Kochshows und Diskussionen rund um Ernährung und Genuss, zogen ein interessiertes Publikum in die neue Gourmet Gallery in der Halle 5.0. Der Renner waren natürlich die Buchpräsentationen von Horst Lichter und Sarah Wiener, bei denen sich rund 200 Besucher um die beliebten Stars drängten. Auch die chinesische Küche war Thema in der Gourmet Gallery: Autorin Yu Zhang stellte ihr Buch “Buddha sprang über die Mauer” vor und gewährte damit einen überraschenden Einblick in die südchinesische Küche.

18. Oktober 2009 um 14:56 Uhr von Susanne

Impressionen aus dem China-Zelt

Ein Gang durch die Ausstellung des Ehrengastes auf der Agora gehört jedes Jahr zu meinem Messebesuch.

 

Heute machten sich gerade die Akteure der nächsten “Peking-Oper-Schau” für ihren Auftritt draußen auf der Bühne fertig. 

Ein Kalligraph begann sein nächstes Bild mit einem kräftigen Strich

  

und freundliche Chinesinnen warteten zusammen mit ihren Verkaufspuppen auf den nächsten Besucheransturm.

18. Oktober 2009 um 14:48 Uhr von Susanne

Fußball(spielen) fördert Lesen

Lesen lernen kann man auf vielfältige Weise. Matthias Eiles etwa, der heute beim DFB arbeitet und sich parallel seit Jahren  dem Fußballprojekt “Auf Ballhöhe” widmet, hat Lesen und Geografie (vor allem) über Fußball-Magazine gelernt, die er freiwillig verschlang.

Dass Lernen Spaß machen kann und nicht zwangsläufig mit sturem Pauken zu tun hat, zeigt auch das LitCam-Projekt “Fußball trifft Kultur”, das inzwischen an Schulen in Frankfurt, Hamburg und Berlin läuft und den heutigen Fußball-Vormittag in Halle 4 organisierte.

Im Rahmen des Projektes erhalten Kinder aus verschiedenen Jahrgangsstufen zweimal pro Woche zusätzlichen Förderunterricht und professionelles Fußballtraining. Ziel ist, das soziale und kommunikative Verhalten der Kinder zu fördern und ihre Kenntnisse der deutschen Sprache zu verbessern.

Kinder zum Lesen animieren könnte zudem das Fußballbuch “Auf Fallhöhe”, das Eiles zusammen mit Tim Thilo Fellmer geschrieben hat und das Uschi Heusel illustrierte. Geschmack auf das Buch, in dem Felix von einer Fußballreise nach Südafrika erzählt, machte eine kurze Lesung zum Auftakt der dreistündigen “Fußball trifft Kultur”-Session.

Mit von der Partie war auch ein leicht übermüdeter (weil junger Vater) “Mr. Ruhrgebietsfußball”, der im bürgetrlichen Leben Ben Redelings heißt, und sein neues Programm mit dem schönen Titel “Dem Fußball ein Zuhause” vorstellte. Außerdem ging es um “100 Jahre Borussia Dortmund” - die heute am späten Nachmittag zuhause ein Ruhrgebietsderby gegen den VfL Bochum zu bestreiten haben.

Kurzfilme zum Thema rundeten das Programm ab. In der niederländische Produktion „Yamila“ ging es um ein muslimischen Mädchen, das sein Talent für den Fußball entdeckt. Ein toller Film über Mädels und Fußball ist übrigens, für alle, die ihn noch  nicht kennen sollten) “Kick it like Beckham”.

Nach dem Abpfiff steht fest: Der Fußballvormittag war eine runde Sache.

17. Oktober 2009 um 16:02 Uhr von Susanne

Der Text als optische Fläche

Bücher sind (auch) Kunst

Mehr als Handwerk: Buchgestaltung und Buchkunst

Elmar Lixenfeld hält ein aufgeschlagenes Buch vor sich und erklärt, warum es Weißraum zwischen den Buchstaben, dafür aber keine Absätze gibt; wie Textseiten und Bildseiten korrespondieren, und dass die Texte für dieses Buch eigentlich wie Bilder behandelt wurden.

“Der Text als optische Fläche”, wirft von der Seite die Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, Uta Schneider, ein. Zusammen mit dem Buchgestalter und Juror des Wettbewerbs “Die schönsten deutschen Bücher” sitzt sie inmitten der Ausstellung der Stiftung Buchkunst in Halle 4.1. und spricht mit ihm über Gestaltungsprinzipien, Gestaltungswille und typografische Aussagen. Mehr davon gibt es gleichsam in Natura um die beiden herum zu sehen, darunter auch die die schönsten deutschen Bücher 2008.

Bettina Schumacher Gebler von der gleichnamigen Buchdruckerei und Verlag hofft hingegen auf eine Prämierung im kommenden Jahr. Gerade hat sie zwei ihrer Bücher für den laufenden Wettbewerb direkt am Stand eingereicht. “Eines davon ist noch im Bleisatz gesetzt”, sagt sie stolz.

Inspirationen bieten die Ausstellung ebenso wie der benachbarte Platz der Buchkunst. Wer allerdings an dem Wettbewerb “Die schönsten Bücher 2009″ der Stiftung Buchkunst teilnehmen möchte, muss sich beeilen. Einsendeschluss ist der 31. Oktober.

17. Oktober 2009 um 14:22 Uhr von Susanne

Håkan Nesser: Ein charmanter Plauderer entzückt seine Leserschaft

Hakan Nesser auf dem Blauen Sofa

Håkan Nesser auf dem Blauen Sofa

Die Frage, wieviele Männer in Schweden ein paralleles Leben führen wie Herr Roos, ließ Håkan Nesser diskret unbeantwortet. Mehr noch: Er gab sie an sein Publikum weiter: “How many of you have a secret cottage in a wood?”.

Es gingen nicht wirklich viele Hände hoch. Dafür gab es einige Lacher. Was immer sie zu bedeuten hatten. Herr Roos jedenfalls, die ältliche Hauptfigur in Nessers neuem Roman “Das zweite Leben des Herrn Roos”, hat plötzlich die Chance bekommen, ein anderer zu werden - ohne dass es seine Gattin merkt, für die er eh nur noch “eher ein Möbelstück als ein lebendiger Mensch” ist. 

Aber man ahnt es schon. Ein solches Parallel-Leben, in dem zudem noch eine 40 Jahre jüngere Drogenabhängige eine entscheidende Rolle spielt - “no, no it’s not a Lolita-Story, they are just friends” - , kann nicht gut ausgehen. Auch nicht im Roman, weshalb aus dem ”Mainstream-Roman” irgendwann ein Krimi geworden sei.

Nesser ist ein guter Plauderer, der sich auf charmante Art darüber bewusst ist, dass das hier (auch) eine Werbeveranstaltung für seinen Roman ist. Und er weiß auch, dass er sich leisten kann, über den deutschen Schwedenkrimi-Hype zu spötteln. “Wenn Sie ein rotes Holzhaus auf dem Cover sehen, kaufen Sie das Buch, weil Sie denken: ‘Ah, das ist ein Schwedenkrimi’”.

Inspektor Barbarotti, der durch Herrn Roos seinen zweiten Fall zu klären hat, hat sich übrigens plötzlich in das Schriftstellerleben von Nesser geschlichen, als dieser gerade eine Schreibblockade hatte.

Der “begnadete Krimiautor”, wie ihn die deutsche Presse schon enthusiastisch betitelte, erzählt, dass er dann ins Gespräch gekommen sei mit Barbarotti. Sie scheinen sich gut verstanden zu haben. Denn B. wurde seine neue Hauptfigur. Die jedoch eine Bedingung stellte: Sie wollte nicht nur in einem Buch vorkommen.

Jetzt wird es es insgesamt fünf Barbarotti-Krimis geben. Der Inspektor dürfte damit zufrieden sein und Nessers Leserschaft vermutlich auch.

17. Oktober 2009 um 10:12 Uhr von Susanne

Mein größter Buchmessenwunsch

na ja es ist nicht nur einer, sondern es sind zwei Wünsche. Zum Einen würde ich mich gerne von einem Ort zum anderen beamen können, wie einst die bezaubernde Jeannie - statt von Halle 6 zu Halle 3 zu Halle 5 zu Halle 4 laufen zu müssen.

Zum Anderen fände ich es toll, wenn ich tatsächlich mehrere wäre. Dann würde eine Susanne Fachverlagsstände besuchen, die zweite Susanne würde sich nach Neuem in der spirituellen Literatur umsehen (damit ich noch gelassener werde), die dritte würde sich Promis an die Fersen heften, die vierte würde den ganzen Tag zu Lesungen gehen.

Und der vierten, fünften und sechsten würde auch noch was einfallen. Denn das Angebot ist so riesig, dass ich als ich leider nur einen Bruchteil wirklich wahrnehmen kann.

Aber jetzt ruft mein Terminplan, der heute u.a. eine Begegnung mit Håkan Nesser bereithält, auf die ich mich schon freue. Für alle Krimisfans: um 12 Uhr sitzt er auf dem Blauen Sofa und diesmal ich werde so früh hingehen, dass ich ganz dicht dran bin.

16. Oktober 2009 um 20:02 Uhr von Nina

Grass & Sommer: Geballte Energie trommelt und textet

Günter Grass und Baby Sommer

Günter Grass und Baby Sommer

Es war einmal ein Blechtrommler, der hieß Oskar, und sie nahmen ihm seinen Spielzeughändler… Es war einmal ein Spielzeughändler, der hieß Markus und nahm mit sich alles Spielzeug aus dieser Welt”…

 

Rund Fünf Meter vor mir auf der Bühne stößt der Free-Jazzer Baby “Günter” Sommer in ein Horn, wirbelt auf Trommeln, schlägt an Holzblöcken, rührt an ein großes goldenes hängendes Becken.

Neben ihm auf der Bühne spricht Günter Grass die berühmten Sätze aus der “Blechtrommel”. Vor 50 Jahren hatte Grass den Roman veröffentlicht und damit ein Stück Literaturgeschichte geschrieben. Nicht nur in Deutschland, weltweit: Helen und Kurt Wolff waren es, die mit ihrem Verlag Pantheon Books die “Blechtrommel” in die USA brachten - und von dort aus begann die Weltreise des Romans in über 52 Sprachen.

Baby Sommer

Baby Sommer

Zum Geburtstag der “Blechtrommel” - und zum 82. Geburtstag von Günter Grass - haben sich die beiden Rhythmus-Künstler zusammengefunden auf der Bühne, hier im großen Kino der Buchmesse. Die beiden strahlen geballte Energie aus. “Die schwarze Köchin ist da, sie ist da, sie ist da”. Bei diesen Worten - und Trommelschlägen - läuft es mir kalt den Rücken herunter. Die Performance der Beiden ist unwirklich, traumhaft, bewegend. Ein Blitzlichtgewitter umgibt die Künstler - fast die ganze Zeit drängen sich Fotografen und Kameras um sie.

Bereits Mitte der Achtziger Jahre hatten Grass und “Baby Sommer” unter dem Titel “Es war einmal ein Land” eine musikalische Lesung des Romans aufgenommen. Sie scheinen in einem ganz eigenen Rhythmus zu schwingen, und es ist ein Glücksfall, dass sie sich - der sächsische Trommler und der Danziger Autor - getroffen haben und seitdem immer wieder zusammen arbeiten. Und für mich war es ein Glücksfall, dass ich an diesem Buchmesse-Freitag mit dabei sein konnte.

16. Oktober 2009 um 14:55 Uhr von Susanne

Kurze Teepause

Teatime

Teatime

Haben Sie schon mal Tee getrunken, der nach Wald schmeckt. Nein? Ich auch nicht, bis gerade eben. Im Vorbeigehen hatte ich mir bei einem chinesischen Aussteller einen Teebeutel mitgekommen, ohne darauf zu achten, was es ist.

Er entpuppte sich als “Forest Spirit”. Eine Sorte, die zwar etwas merkwürdig riecht, aber eine schöne grüne Farbe hat und eben nach Wald schmeckt. Was nicht unlecker ist.

Später werde ich noch den Yogit Tee Classic probieren, den nette junge Menschen freigiebig an den Rolltreppen in Halle 4 verteil(t)en.

Heute morgen hatte mir Kathrin Grün, die Kollegin aus der Presseabteilung, schon einen Beutel schwarzen Tee aus Irland geschenkt. “Wasser darauf gießen, ausdrücken, Beutel rausnehmen”, lautete ihre original britische Gebrauchsanweisung, der ich brav folgte.

“Forest Spirit” habe ich einfach ziehen lassen, bis ich das Gefühl hatte, jetzt ist er fertig. Vielleicht hole ich mir morgen noch einen Beutel.

16. Oktober 2009 um 14:32 Uhr von Susanne

Weibliches Publizieren à la Chinoise

Wang Fang machte Karriere in chinesischen Verlagswesen

Wang Fang machte Karriere im chinesischen Verlagswesen

Wer Erwartungen hat, kann enttäuscht werden. Diese einfache Weisheit hätte ich für mich beherzigen sollen, bevor ich ins Forum Dialog in Halle 6.1. eilte zu der Veranstaltung über “Bücherfrauen in China”.

Es hätte spannend werden können, denn mit Wang Fang, Vizepräsidentin des staatlichen Verlages FLTRP Peking, und Mary Chan, unabhängige Verlegerin und Buchhändlerin von mccmcreations Hongkong, hatten die Bücherfrauen zwei illustre Persönlichkeiten eingeladen, die zugleich noch in zwei sehr disperaten chinesischen Buchmärkten verortet sind - dem auf dem Festland und dem (freien) in Hongkong.

Ich hätte mir gewünscht, dass die beiden miteinander ins Gespräch gekommen wären. Vielleicht hätten sie dabei Gemeinsamkeiten entdeckt; denn Fang kann bei ihrer Arbeit in einem staatseigenen Verlag keinen großen Unterschied zu der Verlagen in anderen Ländern sehen. Oder sie hätten sich gestritten, was sicherlich auch spannend gewesen wäre. 

Aber so weiß ich nun nur, dass Frauen in chinesischen (Staats)Verlagen genauso viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen, dass es bei FLTRP neben Fang zwei weitere Vizepräsidentinnen gibt, an der Spitze aber ein Mann ist (wie Fang mit einem mehrdeutigen Lächeln sagte). Und dass Chan an ihre Bücher glaubt, aber als “kleine” unabhängige Verlegerin genauso kämpfen muss, wie ihre Kolleginnen weltweit.

Irgendwie schade.

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