09. Oktober 2009 um 13:35 Uhr von Katrin

Katrin Hage

Katrin Hage

Volljährigkeit erreicht im Münsterland, dann auf zum Studium nach Rouen und Bordeaux. In Paris war sie anschließend für Hubert Burda Media unterwegs. Nach ein paar Jahren Fotojournalismus und Trendscouting wechselte sie in die Buchbranche und landete nach Stationen beim Börsenblatt und Stiftung Lesen in der Pressestelle der Frankfurter Buchmesse.

16. Oktober 2009 um 20:15 Uhr von Katrin

Ein dreifaches Hahaha! Deutscher Cartoonpreis 2009

“NEIN, ICH BIN HIER NICHT WEGEN DES GELDES, ICH BIN HIER WEGEN DER NETTEN ATMOSPHÄRE!”

Könnte auch der Spruch eines Buchmesse-Ausstellers oder -Besuchers gewesen sein, oder? Mir jedenfalls hat dieser Cartoon von Leonard Riegel, der heute beim Deutschen Cartoonpreis den dritten Platz belegte, besonders gut gefallen:

“Geld spielt keine Rolle!” war das Motto, und dem entsprechend rankten sich auch die weiteren Zeichnungen, die heute im Comic-Zentrum (Halle 3.0) ausgezeichnet wurden, rund um die Entzauberung des Mythos Geld.
Hier die anderen beiden anderen Siegercartoons (ich hoffe, man kann sie trotz Lichtreflexen, die beim Abfotografieren entstanden sind, einigermaßen erkennen.)

1. Preis: Frank Hoppmann für seinen Cartoon “Banken in der Krise”

2. Preis: Arnulf Kossak für seine Zeichnung über die Frivolität des Finanzwesens:

3. Preis: Leonard Riegel “Wegen des Geldes ..” 

Der Preis wird jedes Jahr von Carlsen Verlag und Frankfurter Buchmesse verliehen, mehr dazu unter www.carlsen.de/web/cartoon/.

Dies ist kein Überfall!! ich übe nur schonmal für bessere Zeiten!!

1. Preis: Frank Hoppmann "Dies ist kein Überfall!! ich übe nur schonmal für bessere Zeiten!"

Also: Du bist das Finanzamt, und ich hab Steuerschulden. - Nein, tut mir Leid: So harte Sachen mach' ich nicht!

2. Preis: Arnulf Kossak "Also: Du bist das Finanzamt, und ich hab Steuerschulden. - Nein, tut mir Leid: So harte Sachen mach"

 

Nein, ich bin nicht hier wegen des Geldes! Ich bin hier wegen der netten Atmosphäre!

3. Preis: Leonard Riegel: "Nein, ich bin nicht hier wegen des Geldes! Ich bin hier wegen der netten Atmosphäre!"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15. Oktober 2009 um 14:51 Uhr von Katrin

Peking: Zehn Gesichter einer Stadt und ein Gesicht eines Pekingers

Gestern nahm ich an einem Gewinnspiel auf der Buchmesse-Agora teil, wo ein Tourismus-Operator eine Reise nach Peking verlost. Um mich auf die Reise, die ich ja wahrscheinlich gewinnen werde, einzustimmen, habe ich mir soeben im Comic-Zentrum in Halle 3.0 die Ausstellung „Peking - Zehn Gesichter einer Stadt” angeschaut.

Jetzt frage ich mich, welches Peking ich dort wohl (wahrscheinlich) bald kennen lernen werde und was mich an dieser Stadt besonders faszinieren wird.

Am liebsten würde ich das Peking JI’ANs treffen, in dem kleine Kinder dicke Bäuche mit schlafender Opas mit lustigen Sprüchen bekritzeln, die dann nach dem Nickerchen ihre Singvögel im Park spazieren führen. (-> erschienen im Sammelband „Zehn Gesichter einer Stadt” bei Tokyopop unter dem Titel „Nicht sehr zivilisierte Pekinger“)

JI'AN - Nicht sehr zivilisierte Pekinger

JI'AN - Nicht sehr zivilisierte Pekinger

Ganz sicher werde ich dem Peking LIU WEIs begegnen, in dem sich viele Menschen vor einer Sehenswürdigkeit zu einem Gruppenfoto aufstellen und nicht „Cheese” sagen, sondern irgendetwas auf Chinesisch. (-> „Ha ha ha!”)

Vielleicht träume ich nachts von NIE JUNs Peking, in dem ein Mädchen elfengleich über die Dächer der Hutongs schwebt, verfolgt von den gebannten Blicken der kleinen Straßenjungs. (-> „Fisch“)

Nicht so gerne möchte ich dem Peking LU MINGs ausgesetzt sein, in dem ein Mann im Gang eines Krankenhauses sitzt, den Totenschein einer Frau in seiner Hand haltend. (-> „Sprung“).

Und auch das Peking CHENG CHENGs ist düsterer als es mir gefallen würde und zeigt einen Jugendlichen, der sich mit Bier betäubt, während um ihn herum der Abrisslärm dröhnt. (-> „Zerplatzte Träume“)

Auf dem Weg zurück ins Redaktionsbüro treffe ich dann am Stand von Tokyopop auf BENJAMIN, einen Comic-Autor aus Peking, der inzwischen Kultstatus erlangt hat, und ich bin für den Fall entschädigt, dass ich die Reise nach Peking (vielleicht) doch nicht gewinnen werde: Ihm wäre ich in Peking höchst wahrscheinlich nicht so einfach über den Weg gelaufen.

Benjamin

Benjamin

15. Oktober 2009 um 10:34 Uhr von Katrin

Buchmesse-Webseite in der Tasche

Rasche Meldung in eigener Sache:

Falls jemand den mobilen Download der Katalogdaten für Handy und PDA dieses Jahr vermissen sollte: Pünktlich zur Buchmesse wurde eine für mobile Geräte optimierte Webseite eingerichtet, speziell angepasst u.a. für IPhone, Blackberry, Google-Android OS…

Informationen über Kindergarten und Kartenverkauf, Pendelbusse und Parkplätze, Buchverkauf und Bahnverbindungen direkt aufs Handy: m.buchmesse.de 

14. Oktober 2009 um 18:38 Uhr von Katrin

Aufruhr im Himmel

Peking-Oper auf der Buchmesse-Agora! 

 So steht’s im Veranstaltungsprogramm: „Der mit magischen Kräften ausgestattete Affenkönig Sun Wukong soll unter Kontrolle gebracht werden. So lässt ihn der Jadekaiser im Himmel den Pfirsichgarten verwalten und ernennt ihn zum „Himmelsgleichen Wesen”. Als aber Sun von der Königsmutter nicht zum Pfirsichbankett eingeladen wird, versetzt er den Himmel in Aufruhr.”

So hört’s sich an: Aufruhr im Himmel <<< hier klicken!

Und so sieht’s aus:

14. Oktober 2009 um 14:16 Uhr von Katrin

Die Autoren und die tanzenden Chefsekretärinnen

wOrtwechsel

Teilnehmer am wOrtwechsel-Experiment: Marcel Beyer, Jörg Magenau (Moderation), Rolf Lappert

Ich möchte die Veranstaltung, die mich heute mit dem Titel “Nachlese wOrtwechsel - Deutsch-Chinesische Literaturbegegnung” ins Forum Dialog gelockt hat, gerne umbenennen. Und zwar etwas sperriger in: “Begegnung deutschsprachiger Menschen, die Schriftsteller sind, mit China.”

Aufgebrochen waren Marcel Bayer und Rolf Lappert und einige weitere Autoren im Mai 2009 auf Einladung unter anderem des Literarischen Colloquiums Berlin, um als „sie selbst” - als deutschsprachige Gegenwartsautoren also - auf Tournee durch Chinas Universitäten zu gehen und dort Kulturtransfer zu leisten. Wovon sie heute aber auf der Buchmesse anschaulich berichteten, war vor allem der Impressionentransfer, den sie selbst in diesen zwei rasanten Wochen geleistet haben:

Wie viel verdienst du denn als Autor? +++ Sie erfuhren von der Faszination, die der Schriftstellerberuf auf die Chinesen ausübt. Unvorstellbar für die meisten, von dieser Tätigkeit leben zu können.

Konfliktpotenzial gesucht +++ Marcel Beyer: „Der eine ist dem anderen erstmal so fremd, dass einem gar nicht einfällt, worin der Konflikt überhaupt liegen könnte.”

Keine Lernroboter +++ Rolf Lappert beobachtete: Obwohl Chinas Bildungssystem von Pauken und Prüfungen dominiert wird, sind die chinesischen Germanistikstudenten, von denen die meisten Germanistikstudentinnen sind, sehr wohl in der Lage, lustig und unbeschwert einen deutschen Abend zu Ehren des Gastdozenten zu gestalten und dabei ausführlich zu kichern - unter dem wohlwollenden Blick ihrer Professoren.

Menuett der Chefsekretärinnen +++ Universitätsausbildung in China ist nicht gleich Universitätsausbildung anderswo: Hier werden Chefsekretärinnen nämlich mancherorts in westlichen Standardtänzen ausgebildet. Auch an Universitäten, die zu erreichen man erst einmal eineinhalb Stunden durch Reisfelder fahren muss (so geschehen um Nanjing).

Die Vorteile des Fremdseins +++ Sich bewegen in einem Umfeld, in dem keine Kommunikation und Orientierung durch Sprache möglich ist - Marcel Bayer kultivierte und genoss sein Fremdsein so richtig. Erst recht, weil er die allgegenwärtigen „Wellness für alle”-Slogans der Regierung hübsch finden konnte.

Mehr zum Experiment und dazu, inwiefern es gelungen ist: http://www.wortwechsel-china.info/

13. Oktober 2009 um 10:33 Uhr von Katrin

Deutscher Buchpreis für eine Ausdauersportlerin

Deutscher Buchpreis 2009
„Du stirbst nicht” ist bester deutschsprachiger Roman 2009. „Sie glaubt es noch nicht” stand der Autorin Kathrin Schmidt ins Gesicht geschrieben, als dies gestern im Frankfurter Römer verkündet wurde. Vor 400 Gästen, die zur Verleihung des Deutschen Buchpreises 2009 erschienen waren, gelang es ihr dann zuerst kaum, ihren Jubel in Worte zu fassen: „Ich muss gestehen, dass meine Freude darüber, dass Herta Müller den Nobelpreis gewonnen hat im Moment noch größer ist als meine Freude über den Deutschen Buchpreis”, so ihre erste Reaktion, nachdem Gottfried Honnefelder, Vorsteher der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender der Akademie Deutscher Buchpreis, das Urteil der Jury verkündet und die Schriftstellerin auf die Bühne gebeten hatte.
Wie Kathrin Schmidt ihre Schulsport-Karriere mit ihrer literarischen Erfolgsgeschichte verglich, liest man bei Focus online. Fotostrecke auf dem Buchmesse-Portal des Hessischen Rundfunks, wo sich Nobelpreis- und Buchpreisträgerin einvernehmlich freuen. Eine Besprechung des Buches „Du stirbst nicht” im Wiesbadener Tagblatt.
Die Begründung der Jurymitglieder:
„Du stirbst nicht” (Kiepenheuer & Witsch). „Der Roman erzählt eine Geschichte von der Wiedergewinnung der Welt. Silbe für Silbe, Satz für Satz sucht die Heldin, nach einer Hirnblutung aus dem Koma erwacht, nach ihrer verlorenen Sprache, ihrem verlorenen Gedächtnis. Mal lakonisch, mal spöttisch, mal unheimlich schildert der Roman die Innenwelt der Kranken und lässt daraus mit großer Sprachkraft die Geschichte ihrer Familie, ihrer Ehe und einer nicht vorgesehenen, unerhörten Liebe herauswachsen. Zur Welt, die sie aus Fragmenten zusammensetzt, gehört die zerfallende DDR, gehören die Jahre zwischen Wiedervereinigung und dem Beginn unseres Jahrhunderts. So ist die individuelle Geschichte einer Wiederkehr vom Rande des Todes so unaufdringlich wie kunstvoll in den Echoraum der historisch-politischen Wendezeit gestellt”, so die Begründung der sieben Jury-Mitglieder.
Über den Deutschen Buchpreis:
Mit dem Deutschen Buchpreis 2009 zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Unterstützt wird der Deutsche Buchpreis von Paschen & Companie und der 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse. Weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis vor allem bei der Medienarbeit im Ausland.
http://www.deutscher-buchpreis.de
  Oben