13. Oktober 2009 um 17:17 Uhr von Ulrike

Ulrike Dick

Ulrike Dick

Ulrike Dick

Im schönen Rheingau und in der Peripherie von Frankfurt aufgewachsen. Nach der Ausbildung zur Verlagskauffrau nach Down Under entschwunden. Schließlich doch in die Heimat zurückgekehrt und Kunstpädagogik, Anglistik und Kinder- und Jugendliteratur in Frankfurt studiert. Zehn Jahre beim Kinder- und Jugendbchverlag Baumhaus gearbeitet, davon sechs Jahre als Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit August 2009 frei für die Presseabteilung der Frankfurter Buchmesse tätig. Mag Bidlerbücher, Inlinskates und Süßes.

18. Oktober 2009 um 19:51 Uhr von Ulrike

200 SchülerInnen aus elf hessischen Schulen sind die Literateens 2009

Sonja Brühl erhält den Preis für die beste Rezension zum Buch "Isoliert" von Bettina Obrecht

Sonja Brühl erhält den Preis für die beste Rezension zum Buch

Wer könnte Kinder- und Jugend-bücher besser beurteilen, als die, für die sie geschrieben sind? Diese Einsicht steckt hinter der Initiative “Literteens”, bei der Schüler und Schülerinnen ihre Lieblings-bücher begutachten und bewerten und ihre Rezensionen dann anderen Leseratten zur Verfügung stellen. Heute Nachmittag wurden auf der Buchmesse die sechs SchülerInnen geehrt, die nach Meinung der Erwachsenen-Jury die besten Rezensionen verfasst hatten.

In der Altersklasse der 10- bis 13-Jährigen haben folgende Schülerinnen geworden:

1. Platz: Yari Klein (13), Lichtenbergschule Darmstadt zum Buch “Die fantastischen Abenteuer des Pan Tau” von Ota Hoffmann und Jindrich Polak

2. Platz: Maxine Hillemeier (10), Marienschule, Limburg zum Buch “Rosas schlimmste Jahre. Wie überlebe ich meine durchgeknallten Eltern” von Francine Oomen

3. Platz: Verena Tobert (13), Rhönschule Gersfeld zum Buch “Faunblut” von Nina Blazon

In der Gruppe der 14- bis 18-Jährigen wurden die besten Rezensionen geschrieben von:

1. Platz: Sonja Brühl (15), Georg-Büchner-Schule, Rodgau zum Buch “Isoliert” von Bettina Obrecht

2. Platz: Jonas Müller-Bouhlou (17), Gustav-Heinemann-Schule, Rüsselsheim zum Buch “Die linke Hand” von Hannah Tinti

3. Platz: Lisa Naumann (18), St.-Angela-Schule, Königstein zum Buch “Zebraland” von Marlene Röder

Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten neben kleinen Preisen für sich selbst auch Geldpreise für ihre jeweiligen Schulbibliotheken. Ein bisschen schade war, dass drei der GewinnerInnen gar nicht da waren, weil sie noch in den Herbstferien waren.

Auf jeden Fall ist diese Kooperation vom hr-online, der Frankfurter Buchmesse und den Verlagen, die die Bücher kostenlos zur Verfügung stellen eine gute Sache, denn die meisten Kids lassen sich ihren Lesestoff bestimmt lieber von Gleichaltrigen als von ihren Eltern, Tanten oder Großeltern empfehlen!

Alle rund 200 Rezensionen sind zu finden unter: http://www.hr-online.de/website/specials/buchmesse2009/index.jsp?rubrik=45306

18. Oktober 2009 um 18:33 Uhr von Ulrike

Das Finale der 3. Deutschen Cosplaymeisterschaften aus Sicht einer ahnungslosen Nicht-Cosplayerin

Cosplyerin auf der Agora

Cosplayerin auf der Agora

Die Überschrift sagt’s ja schon: Ich habe keine Ahnung von Cosplay, kenne KEINEN EINZIGEN Manga, aus dem die Figuren stammen, nach denen sich die Cosplayer verkleiden, und gehöre wohl auch eher zur Elterngeneration der Cosplayer, was hoffentlich eine gute (und auch meine einzige) Entschuldigung für diese Bildungslücke ist! Den folgenden Eintrag kann ich insofern auch ehrlicherweise nur der “Elterngeneration” empfehlen, denn der wahre Cosplay-Profi dürfte sich wahrscheinlich schlapp lachen oder zu Tode langweilen!

Ich bin also ziemlich unwissend, aber durchaus neugierig zum großen Finale der 3. Deutschen Cosplaymeisterschaften ins Congress Center der Messe gegangen. Klar, so ganz fremd war mir das alles nicht mehr, denn man sieht die Elfen, Trolle, Vampire und anderen Figuren, die ich nicht mal benennen kann, ja schon während der beiden Besuchertage auf dem ganzen Messegelände. Neu war für mich allerdings, wieviel Zubehör man sich schon fertig kaufen kann: Stofföhrchen aus Fellimitation, riesige anklebbare Trollohren aus Gummi, Kontaktlinsen mit allen nur denkbaren Pupillenformen, Kunsthaar in allen Farben des Regenbogens und natürlich falsche Zähne, schmieriges und weniger schmieriges Blutimitat, Hautkleber, Schminke und Mittel, mit denen man das Zeug irgendwann auch wieder abbekommt.

Im großen Saal, in dem die Preisverleihung stattfand, war jedenfalls eine riesen Stimmung, und ich kam mir etwas deplatziert vor, in meinem Buchmesse-Aufzug mit Bluse und Blazer! Die eigentliche “Show” bestand aus der Vorstellung der Teilnehmer, die mit ihren Kostümen in die Endauswahl gekommen waren. Jeder von ihnen durfte sich, bzw. die Figur, die er darstellte in ca. 2-3 Minuten in einer kleinen Darbietung, wahlweise mit Musik und/oder Filmeinspielung sowie mitgebrachten Requisiten (Schwerter, Dolche, goldene Äpfel, Schatztruhen …) vorstellen. Dabei waren nicht nur die extrem aufwändigen Kostüme beeindruckend, sondern auch die wirklich anspruchsvollen Kampfszenen, Gesangsstücke oder Tänze, die manche Teilnehmer einstudiert hatten.

Richtig stolz war ich, als ich dann feststellte, dass ich DOCH zwei der vorgestellten Figuren kannte: Es traten nämlich “Bernd das Brot” aus dem ZDF-Kinderkanal auf und Captain James Sparrow aus “Fluch der Karibik”. Und hätt’ ich’s nicht gewusst, hätte ich nicht gemerkt, dass das da unten auf der Bühne NICHT Johnny Depp ist. Das Gekreische in der Halle hätte bei dem echten Piraten-Darsteller aber kaum größer sein können!

Wer letztlich die Meisterschaften gewonnen hat, war für mich eigentlich gar nicht mehr so wichtig, denn ich fand alles toll. Ich wage gar nicht, mit vorzustellen, wieviel Zeit, Energie, Sorgfalt und Hingabe die Cosplayer in die Gestaltung ihrer Kostüme investieren. Manche waren sogar mit blinkenden Lampen und Glitzerleuchten ausgestattet, andere waren so groß und schwer, dass sie durch keine Bühnentür mehr passten und der Spieler sich kaum noch damit bewegen konnte, und alle waren so perfekt, dass sie wirklich aus einer fremden, fantastischen Welt zu stammen schienen.

Der Vollständigkeit halber sei’s hier aber trotzdem noch gesagt, wer in diesem Jahr die schönsten Kostüme anhatte und die beste Performance gezeigt hat:

Bei den Herren hat Andrei Soloview als Sasuke aus der Serie “Naruto” gewonnen. Er war derjenige mit der wirklich großartigen Kampfszene, die mir auch am besten gefallen hat. Bei den Damen konnte Daniela Barmetner als Sakura aus der Serie “Tsubasa - Reservoir Chronicle” mit einem wunderschönen Kostüm und einem ausdrucksvollen Tanz überzeugen. Herzlichen Glückwunsch!!

17. Oktober 2009 um 16:54 Uhr von Ulrike

“Ich hab’ keine Angst vor Klischees!” - Jan Weiler geht lieber in den Baumarkt als ins Sanitätshaus

Jan Weiler auf dem blauen sofa

Jan Weiler auf dem blauen sofa

Wenn man zu einem Interview mit Jan Weiler, dem Autor des Bestsellers “Maria, ihm schmeckt’s nicht!” geht, erwartet man, dass das witzig und unterhaltsam wird. Manchmal stellt sich in solchen Situationen ja heraus, dass die Leute selbst überhaupt nicht so lustig wie ihre Bücher sind, aber bei Jan Weiler wurde genau das geboten, was ich mir vorgestellt hatte!

Obwohl Weiler gerade ”Das Marcipane Kochbuch” veröffentlicht hat, gesteht er sofort, dass er gar nicht kochen könne. Er könne nur Milch aufschäumen und Karotten schnippeln. Das Kochbuch sei auch nicht der Beginn der totalen Ausschlachtung einer Figur oder eines Themas (”Ich will mit dem Marcipane-Thema jetzt kein “Diddl-Imperium” aufbauen!”) und eigentlich auch kein Produkt des allgemeinen Kochkults, sondern sei einfach aus den Rezepten entstanden, die in dem kleinen Restaurant ,das Weiler mit einem Freund betreibt, auf der Speisekarte stehen.

Natürlich kommt die Rede auch schnell auf Antonio, den “Star” seiner beiden Bücher über das Leben von und mit seinen italiensichen Schwiegereltern (”Maria, ihm schmeckt’s nicht!” und “Antonio im Wunderland”). Was denn sein Schwiegervater, das Vorbild für die Figur des Antonio, zum Erfolg von Weilers Büchern gesagt habe, fragt Moderatorin Miriam Böttger . “Er ist sehr stolz” erklärt Weiler, “- auf sich!” Zu Anfang habe er ihm darum immer stapelweise Freiexemplare der Bücher mitbringen müssen, damit er die an alle möglichen Leute verteilen konnte. Das habe sich dann aber immer recht schnell wieder normalisiert und sei nur jetzt zum Start des Kinofilms noch mal kurz aufgeflammt.

Eigentlich ist Weiler aber da, um seine im September erschienene Kolumnensammlung “Mein Leben als Mensch” vorzustellen. Jan Weilers Kolumnen handeln meist von den alltäglichsten Dingen, und damit ist auch gleich das Geheimnis ihres Erfolgs verraten. Denn die Leser finden sich in jeder seiner Kolumenen wieder. Ganz oft bekomme er Zuschriften, in denen die Leute ihm bestätigten, dass sie GENAU DAS, was er da beschreibt, selbst so erlebt haben, erzählt Weiler. Dass es ein Klischee sei, dass Männer Baumärkte lieben, störe ihn wenig, sagt Weiler. “Ich gehe selbst gerne in den Baumarkt, und dann schreibe ich das auch. Wenn ich das Klischee umgehen wollte und stattdessen sagen würde, ich gehe gerne ins Sanitätshaus, wär das einfach gelogen!”

Weiler erklärt, dass ein Kolumnist sich vor allem aus drei Quellen für seine Texte bediene: seine eigenen Erfahrungen, sein Umfeld, also Familie, Freunde, Bekannte und kleinen Zeitungsnachrichten. Der Nachteil dabei sei, dass man eigentlich rund um die Uhr arbeite, da man ständig beobachte und überlege, wie man diese oder jene Begebenheit verarbeiten könne. Das würde manchmal auch ein bisschen nervig für die Mitmenschen werden, gibt Weiler zu, z.B. für seine Frau, wenn die mit ihm schimpfe und immer Angst haben müsse, dass das dann in der nächsten Kolumne verarbeitet werde. Seine elfjährige Tochter habe ihn neulich schon beiseite genommen, und ihm eindringlich erklärt, dass sie gewisse Themen über sich auf keinen Fall in der nächsten Kolumne lesen wolle. Dass sie schlecht in Latein sei, könne er ruhig sagen, aber dass sie in Vincent verliebt sei, dürfe er auf gar keinen Fall schreiben, berichtet Jan Weiler freimütig dem Publikum!

So nah kämen seine fiktiven Figuren den realen Vorbildern aber sowieso nie, sagt Weiler abschließend. Ein bisschen Privatsphäre wolle man ja schließlich auch noch haben, und so würde er zum Beispiel auch nie über seinen Hund schreiben - das wäre ihm viel zu intim!

16. Oktober 2009 um 13:22 Uhr von Ulrike

Bildung im Umbruch - Anpassen oder Untergehen

Bei der Podiumsdiskussion ”Education in Flux” ging es heute Morgen um die aktuellen Veränderungen für Bildungsverlage durch den Einfluss der neuen digitalen Medien.

Auf dem Podium saßen internationale Bildungsverleger aus Spanien, China, Deutschland und den USA, moderiert wurde das Gespräch von Preben Späth, Geschäftsführer von European Educational Publishers Group (EEPG). Eine Zukunftsvision des OECD sei, dass es innerhalb der nächsten 10 Jahre ein radikale Veränderung des Bildungssystems geben könnte, bei der Schulen als nicht mehr finanzierbare Einrichtungen abgeschafft würden, Schüler zu Hause individuell mit Hilfe von digitalen Medien lernen und nur noch einmal pro Woche von den Lehrern zur Kontrolle besucht würden, begann Preben Späth die Diskussionrunde. Ein weiteres Szenario sei der so genannte “Lehrer-Exodus”, also das Aussterben des Berufsbildes, weil die Dienstleistung nicht mehr benötigt wird und auch für die praktizierenden Lehrer nicht mehr lohnend ist. Daraus folgt das letzte Szenario, in dem Schüler zukünftig vielleicht nur noch durch das World Wide Web lernen.

Auf Basis dieser zugespitzen Vision referierten die Podiumsteilnehmer jeweils aus ihrer Sicht über die die Veränderungen, die die Entwicklung hin zu Lerninhalten über digitale Medien in ihren Häusern aktuell mit sich gebracht haben und wie damit im Einzelnen umgegangen wird.

Internationale Bildungsverleger sprechen über die Herausforderung der neuen Medieb

Internationale Bildungsverleger sprechen über die Herausforderung der neuen Medien

Grundsätzlich waren sich die Gesprächspartner einig, dass Schulen und auch der Berufsstand der Lehrkräfte weiterhin wichtige Elemente der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen und daher unverzichtbar sind. Namir Hanna, Geschäftsführer des amerikanischen Bildungsverlags Rearden Educational, machte deutlich, dass durch die Digitalisierung die Bedeutung des gedruckten Buchs und dessen Verbreitung natürlich zurückgegangen sei. Heute seien die Inhalte das wichtigste. Diese müssen qualitativ hochwertig sein und den Bedürfnissen und Vorlieben der Kinder entsprechen. Die Verlage werden vor allem dann eine Chance haben, wenn sie die digitalen Medien in ihr Programm integrieren und sich deren Möglichkeiten zunutze machen. Mit eben dieser Strategie ist in Deutschland der Tessloff Verlag sehr erfolgreich. Tessloff-Geschäftsführer Dr. Thomas Seng erklärte, dass es bei Tessloff eine deutliche Entscheidung hin zum Verlag als “Content-Provider” und weg vom traditionellen Buchverlag gegeben habe.

In China spreche man insgesamt von 200 Millionen Schüler, 20 Millionen Studierende, 1 Million Schulen und Universitäten und rund fünf Millionen Lehrern, wenn es um das Bildungssystem geht, führte anschließend Li Pengyi, Vizepräsident von China International Publishinggroup, aus. Allein diese Zahlen bringen in China noch ganz andere Herausforderungen mitsich. Durch die Nutzung der neuen Medien lernen Kinder heute viel früher und auch schneller. Dieser Entwicklung müsse man auch durch die Schulung der Lehrer Rechnung tragen. Um sich Marktanteile zu sichern, bieten in China die großen Bildungsverlage Lehrkräften Aus- und Fortbildungen im großen Stil an.

Peres Vicens i Rahola, Verleger des spanischen Verlags Vices Vives Publishing, weist für seine Arbeit noch auf die unterschiedlichen Curricula der Landesregionen und den nicht unerheblichen Einfluss der Bildungsministerien auf den Inhalt von Schulbüchern hin. Für die verschiedenen Regionen in Spanien drucke er zum Teil 17 verschiedene Geschichts- oder Mathematikbücher. Er warnt zudem davor, im Internet und in der Ausstattung aller Schüler mit PCs für den Unterricht die optimale Lernsituation für Kinder zu sehen. Im Internet sei Wissen wahllos vorhanden, Bildung aber müsse gelenkt und strukturiert sein.

Als letzter Redner brachte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, noch einen weiteren Aspekt in das Gespräch ein: Lesen sei nicht gleich Lesen! Im Internet bekomme man immer nur Schnipsel bzw. Versatzstücke von Information. Diese Form des Lesens sei aber eine ganz andere, als die, ein Buch zu lesen. Wichtig sei, bei Kindern auch die Fähigkeit zu fördern, sich auf ein einzelnes Thema zu fokussieren und sich damit über einen Zeitraum von mehr als einer Stunde zu konzentrieren. Lesen bedeute für ihn auch, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Bei aller Wichtigkeit der verschiedenen Themen kristallisierte sich letztlich eine sehr einfache Erkenntnis heraus: Kinder wachsen heute mit den digitalen Medien auf und sie wissen sehr genau, was sie wollen und was nicht. Es werden folglich nur die (Bildungs-)Verlage überleben, die sich sowohl in der Wahl der zur Verfügung stehenden Medien als auch in der Wahl der Inhalte diesen Bedürfnissen anpassen.

15. Oktober 2009 um 21:42 Uhr von Ulrike

Krass! Angriff der Erdmännchen

Diese Bilder ereichten uns soeben kurz vor Redaktionsschluss:

Nach dem Angriff der Erdmännchen!

Nach dem Angriff der Erdmännchen!

Der Beweis!

Der Beweis!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thomas Minkus, Presse- und Marketingleiter der Frankfurter Buchmesse, wurde heute von einer Horde Erdmännchen angegriffen! Diese wurden nach Aussage gut unterrichteter Kreise offenbar von Sympatisanten  der FAZ-Zeitung zur Buchmesse auf das Messegelände geschleust und dort freigelassen.

15. Oktober 2009 um 21:22 Uhr von Ulrike

Besuch von Herrn Mayer

Ein Bier! Herr Mayer kann's nicht fassen!

Ein Bier! Herr Mayer kann's nicht fassen!

Heute hatten wir im Presse-Zentrum Besuch von Herrn Mayer, dem Messe-Mayer, dem der immer diese lustigen Kolumnen unter www.buchmarkt.de schreibt. Eigentlich wollte er uns interviewen, fragen, was wir hier so den ganzen Tag machen und wie wir hier so sitzen. Dann haben wir ihm aber erst mal ein Bier angeboten, was er gar nicht fassen konnte (siehe Foto) und haben ihn dann unsererseits interviewt. Was er denn alles so in seinem Agentenkoffer habe, wollte Nina wissen. Es stellte sich schnell raus, dass der Inhalt des Koffers weniger spannend ist, als sein Äußeres: Handy, Kopfschmerztabletten, Fotoapparat, Familienfotos, Notizbuch … eben alles was man zum Überleben auf der Messe braucht.

Auf jeden Fall aber ist Herr Mayer einer der organisiertesten Journalisten dieser Messe - und wir wissen wovon wir reden!!! Er hatte nicht nur eine Tagesliste mit allen interessanten Veranstaltungen, die er sich SELBST aus dem Internet zusammengesucht hatte, sondern auch eine Liste, auf der die gleichen Veranstaltungen noch mal NACH HALLEN SORTIERT waren. Beeindruckend!

Für sein nächstes Buchmessen-Projekt haben wir dann auch noch gesorgt, indem wir ihm von der FAZ-Journalistin erzählt haben, die während dieser Messe, eine ganze Nacht auf dem Gelände bleibt und darüber berichtet, was nachts auf der Buchmesse so los ist. “Au ja, das will ich auch!” meinte Herr Mayer, und das Projekt war beschlossen.

Zum Schluss wollte Herr Mayer dann auch noch was von uns wissen, glaube ich. Was, das lesen Sie morgen im “Messe-Mayer” unter http://www.buchmarkt.de/content/kolumne.htm

15. Oktober 2009 um 20:16 Uhr von Ulrike

Die Gesichter hinter den Büchern

Lass dich mit deinem Lieblingswort fotografieren!

Lassen Sie sich mit Ihrem Lieblingswort fotografieren!

Aufruf an alle Aussteller und Fachbesucher auf der Frankfurter Buchmesse 2009: geben Sie der Messe ein Gesicht und lassen Sie sich mit Ihrem Lieblingswort fotografien!

Diese Initiative hat die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr zusammen mit der Nachwuchsförderungsprojekt “gute aussichten - junge deutsche photographie” gestartet. Geplant ist eine Fotokampagne über mehrere Jahre, bei der die gesamte Buchbranche portraitiert und die Menschen hinter den Büchern gezeigt werden sollen. Auf der Buchmesse 2011 wird es erstmals eine Ausstellung der bis dahin gemachten Fotografien geben.

Für die gesamte Dauer der diesjährigen Messe hat die Frankfurter Buchmesse am Stand 8.0 M 984 ein professionelles Fotostudio eingerichtet und fördert damit den fotografischen Nachwuchs ganz praktisch. Jeder Aussteller oder Fachbesucher, der fotografiert werden möchte, ist herzlich eingeladen. Einzige Voraussetzung: Die Abzulichtenden müssen nicht ihr Lieblingsbuch, sondern ihr Lieblingswort mitbringen, mit dem zusammen sie dann fotografiert werden.

Das gute aussichten-Fotostudio befindet sich in der Halle 8.0, Stand M 984, direkt bei der Clients Lounge der Frankfurter Buchmesse und ist während der gesamten Messezeit ab Mittwoch, den 14.10. bis Sonntag, den 18.10.2009 geöffnet. Verantwortlich betreut wird die Aktion in diesem Jahr von den “gute aussichten” Preisträgern Bianca Gutberlet, Christian Hörder und Irina Jansen.

Als ich heute Nachmittag beim Studio war, konnten mir die drei schon von abgelichteten Buchmenschen aus Spanien, Holland, England, Israel, Mexico, Ägypten, Frankreich, Kanada, indien, der Schweiz und den USA berichten. Im nächsten Jahr hofft die Initiative auf einen populäreren Standort in einer der Hallen um die Agora, um so noch mehr Branchenmitglieder vor die Kamera zu locken.

15. Oktober 2009 um 19:17 Uhr von Ulrike

“Über die große Mauer erreichen wir alle Ecken der Welt”

Stefan Niemann, Christoph Bartmann und Guo Ling diskutieren über die Internetnutzung in China

Stefan Niemann, Christoph Bartmann und Guo Ling diskutieren über die Internetnutzung in China

“Über die große Mauer erreichen wir alle Ecken der Welt” - so lautete 1987 die erste “Electronic Mail” aus China. Geschrieben wurde sie von dem deutschen Internet-Pionier Werner Zorn, und gesendet wurde sie von Peking nach Karlsruhe. Heute gibt es nach offizieller Berichterstattung 338 Millionen Web-User in China.

Mit diesen Informationen begann heute Mittag die Podiumsdiskussion “Zeitfragen - Zeitzeugen. Ein chinesisch-deutsches Gesprächsforum. Gesellschaft und Web” im Forum Dialog. Auf dem Podium saßen Guo Liang, Autor und Philosoph am Institut für Philosophie der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften in Peking, der langjährige Chinakorrespondent und heutige Abteilungsleiter für Ausland & Aktuelles beim NDR-Fernsehen Stefan Niemann sowie Christoph Bartmann vom Goethe-Institut München.

Ein deutscher Journalist habe erst vor kurzem zu ihm gesagt, dass es zur Zeit eigentlich nur zwei zentrale Themen auf der Welt gäbe: China und das Internet, berichtete Guo Liang. Hier habe man nun gleich beide Themen zusammen in einer Veranstaltung. Und tatsächlich sind die beiden Begriffe nicht zuletzt durch das Wort “Zensur” miteinander verknüpft. Wer über China spricht, gelangt zwangsläufig zur Zensur-Problematik und in der Folge zur Zensur der chinesischen Regierung im Internet.

Es wird aber während des Gesprächs der drei Experten recht schnell deutlich, dass die Wahrnehmung der Menschen in China zu den Nutzungsbeschränkungen des Internets eine andere ist, als die der westlichen Betrachter: natürlich lassen sich 30.000 “Internetpolizisten”, die die Inhalte des World Wide Web überwachen und die zahllosen gesperrten Web-Seiten nicht wegreden. Es ist nicht zu leugnen, dass Chatrooms auf bestimmte Schlüsselworte hin überwacht und dann auch gesäubert oder gar geschlossen werden, dass zu bestimmten Zeiten im Jahr, rund um “kritische Tage”, wie den Jahrestag des Tiananmen-Massakers die Kontrollen besonders scharf werden und die Anzahl der blockierten Seiten steigt. Aber: das Internet ist verfügbar, immerhin ein Viertel der Bevölkerung nutzt es, und wo es Verbote gibt, gibt es immer auch Möglichkeiten, diese zu umgehen. Ohne Frage verurteilen Journalisten, Autoren, Studenten und Wissenschaftler zu Recht die von der Regierung auferlegten Beschränkungen, und dennoch hat das Internet schon ein unvergleichlich großes Fenster zu Wissen und Information geöffnet.

Sowohl Stefan Niemann wie auch Guo Liang warnen vor der Vorstellung, dass das unzensierte Internet die demokratische Befreiung Chinas bedeute. Was sich ändern muss, muss sich zunächst in der realen Welt ändern, nicht in einer “digitalen Parallelwelt”.

Einmal mehr gewinne ich die Erkenntnis, dass allein der Blick von außen nicht die ganze Wahrheit ist. Nur wer den Umgang der Chinesen mit dem Internet in China erlebt hat, wer vielleicht auch gesehen hat, dass eine nicht unbeachtliche Zahl von Usern, das Internet nur aufruft, um sich beim Gaming die Zeit zu vertreiben, wer erfahren hat, dass die Inhalte der New York Times für viele Menschen wesentlich weniger wichtig sind, als regionale Nachrichten und wer auch denjenigen zuhört, die die Reglementierung von Gewalt und Pornografie im Internet nicht ganz verkehrt finden, kann eigentlich wirklich an der Debatte über die Internet-Zensur in China teilnehmen.

Veranstaltungen zum Thema Zensur hinterlassen immer ein etwas ungutes Gefühl und die Überzeugung, dass Veränderung notwendig ist. Ich merke jedoch auch, dass ich ein bisschen lächeln muss über die Findigkeit der Chinesen, die sich mithilfe von Proxyservern und anderen Mitteln, die nicht alle verraten wurden, ihren Weg durch’s Internet schon suchen - Zensur hin oder her!

14. Oktober 2009 um 17:19 Uhr von Ulrike

“Das Leben ist keine Waldorfschule”

Antje Richers vom Carlsen Verlag nimmt den Preis von Eckart von Hirschhausen entgegen

 

Mit dem Titel “Das Leben ist keine Waldorfschule” hat der Carlsen Verlag heute Nachmittag den Preis für den kuriosesten Buchtitel gewonnen. Im FOCUS Forum Hörbuch in Halle 4.1 war zu diesem Anlass die Hölle los. Sitzplätze gab’s nur noch auf dem Boden direkt vor der Bühne. Das hatte jedoch auch Vorteile, denn so saß man den Promis auf der Bühne direkt gegenüber: Autor und Comedian Eckart von Hirschhausen moderierte, Jugendbuchautorin Alexa Hennig von Lange, Society-Journalistin Katja Kessler, Elmar Krekeler von der “Welt” und Alexander Weber von “Schotts Sammelsurium” stellten die Jury.

Die Buchtitel, gegen die sich das Carlsen-Buch durchgesetzt hat, bilden eine Shortlist, die sich nicht ohne ein Schmunzeln auf den Lippen liest. Geballte Kuriosität:

“Entschuldigung, sind Sie die Wurst?”, Felix Anschütz, Nico Degenkolb u. a. (Heyne)

“Als ich meine Mutter im Sexshop traf. Die intimsten und peinlichsten Beichten der Welt”, Hrsg. Robert Neuendorf, (mvgverlag)

“Gestatten Bestatter! Bei uns liegen Sie richtig”, Peter Wilhelm (Knaur)

“Schwester Helga - Du maximierst mein Glück: Der Arztroman zur Mikroökonomie. “, Thomas Hönscheid (Eichborn)

“Weiße Wannen - technisch und juristisch immer wieder problematisch?” (Fraunhofer IRB Verlag)

Vor allem der letzte Titel “Weiße Wannen - technisch und juristisch immer wieder problematisch?” löste bei der Jury im Vorfeld größere Irritation aus, da sie tatsächlich nur die Titel, nicht jedoch die dazugehörigen Bücher erhalten hatte. Wieso bloß machen weiße Bade(?)wannen, solche Probleme? Für Aufklärung sorgte während der Preisverleihung dann der Verleger des Titels, der erklärte, dass es sich dabei um ein Fachbuch aus dem Baugewerbe handele, und weiße Wannen nicht abgedichtete Betonbauwerke im Erdreich seien!

Für den Autor des Gewinner-Buchs, Mischa-Sarim Vérollet (der Name ist echt!), nahm Carlsen-Mitarbeiterin Antje Richers den Preis entgegen. Neben einer Urkunde und einer Flasche Sekt kann sich der Autor nun auch über einen Gegenstand freuen, der aussieht wie ein kleiner Leuchtturm und zu neuen Geistesblitzen verhelfen soll!

Eine echt kuriose Veranstaltung!

14. Oktober 2009 um 14:55 Uhr von Ulrike

Buchpreisträgerin Kathrin Schmidt auf dem Blauen Sofa

 

Kathrin Schmidt mit Wolfgang Herles auf dem blauen sofa

Kathrin Schmidt mit Wolfgang Herles auf dem Blauen Sofa

Nach der offiziellen Preisverleihung von gestern, beginnt für Kathrin Schmidt, Preisträgerin des Deutschen Buchpreises 2009, heute der Interview-Marathon auf den großen Gesprächsbühnen der Messe. Ich bin frühzeitig zur Bühne des Blauen Sofas zwischen Halle 5.1 und 6.1 gekommen, finde aber doch nur noch einen halben Sitzplatz, denn schon morgens um elf sind viele Besucher da, die die frischgebackene Buchpreisträgerin live sehen möchten.

Kathrin Schmidt hat den Deutschen Buchpreis für ihren Roman “Du stirbst nicht” erhalten. Darin geht es um die Geschichte einer Frau, die sich und ihre Sprache nach einer Hirnblutung und dem daraus folgenden Koma völlig neu finden und kennenlernen muss. Der Roman ist in weiten Zügen autobigrafisch, denn die Krankheitsgeschichte der Protagonistin ist auch die der Autorin. Sie selbst aber habe den Schicksalsschlag, der Anlass für das Buch war, gar nicht so stark als solchen empfunden, sagt die Autorin. Darum habe das Buch auch viele komische, satirische und ironische Seiten.

Man merkt, dass Kathrin Schmidt nicht jeden Tag vor großem Publikum auftritt und dass der Rummel, der plötzlich um ihre Person gemacht wird, neu für sie ist. Gleichzeitig strahlt sie aber auch eine große Ruhe und Gelassenheit aus. Sie freut sich über den Preis, ist aber noch mitten drin im Realisierungsprozess über das was nun kommt.

Hat sie die Krankheit verändert ?- Als Mensch mit Zielen und Wünschen und auch als Schriftstellerin, möchte ZDF Moderator Wolfgang Herles wissen. Sie sei schon immer ein eher gelassener, positiv denkender Mensch gewesen. Das habe ihr beim Weg zurück ins Leben sehr geholfen, antwortet die Autorin. Jetzt sei sie vielleicht noch ein bisschen entspannter, was z.B. Konflikte in der Familie betrifft, aber wirklich depressiv sei sie auch in der schwersten Phase der Krankheit nicht gewesen. Für die Schriftstellerin in ihr sei vor allem das Wiederfinden der Wörter von größter Bedeutung gewesen. Früher hingen diese aufgereiht an einer Leine, sagt sie, und sie habe sie nur zusammensetzen müssen. Heute versteckten sich alle Wörter in tiefen Spalten, aus denen sie sie, auch jetzt noch, immer erst herausholen müsse. Ihr Mann kommentiere dies allerdings nur mit der Aussage: “Du bist doch nur normal geworden!” verrät Schmidt lachend. Und nachdem sie zuvor vor allem Lyrisches und weniger Populäres geschrieben hatte, fand eine ihrer Töchter, dass das doch nun endlich mal ein Buch sei, das jeder lesen könne!

“Normal” ist nicht nur ein Wort, das mehr als einmal während des Interviews auftaucht, sondern auch die Empfindung, die man selbst gegenüber Kathrin Schmidt hat. Die Wiedervereinigung, die in ihrem Buch auch thematisiert wird, habe vor allem Normalität für die Menschen in der ehemaligen DDR gebracht, normal findet ihr Mann ihr Suchen nach Worten, ihr jetziges Buch ist laut ihrer Tochter endlich mal für normale Leute geschrieben und normal ist auch Kathrin Schmidt. Und zwar im allerbesten Sinne des Wortes: unaufgeregt, gelassen, offen und verbindlich. Geht ja auch gar nicht anders, sagt sie, “Ich bin Mutter von fünf Kindern, stehe morgens früh auf und habe schlicht keine Zeit größenwahnsinnig zu werden. Vielleicht wenn mal das letzte Kind aus dem Haus ist …!?” Niemals, denke ich und gehe mit einem sehr sympathischen Bild von der Buchpreisträgerin 2009 zum nächsten Termin.

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