das blaue sofa am Freitag
Die Aufzeichnungen der Interviews vom 16. Oktober 2009
(Das Abspielen der Videostreams ist nur mit dem Windows Media Player möglich)
| Kai Meyer spricht über sein Buch "Arkadien erwacht" | ||
| Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa, als wäre sie in einen alten Film geraten: der Chauffeur, der ihre zufällige Reisebekanntschaft Alessandro am Flughafen erwartet; der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante; und dann die Gerüchte um zwei Mafia-Clans, die seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares. Es sind Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine fesselnde Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in Alessandro ruht ein unheimliches Erbe, das nicht menschlich ist. Kai Meyer, wurde 1969 geboren, studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz aufs Schreiben von Büchern konzentrierte. Meyer hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht und gehört zu den bekannteren "Phantastik"-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Yangzom Brauen spricht über Ihr Buch "Eisenvogel" | ||
| Von drei Frauen aus Tibet erzählt Yangzom Brauen: von ihrer Großmutter Kunsang, von ihrer Mutter Sonam und von ihrem eigenen Weg. Sie erzählt von drei Generationen, vom Verlust der Heimat, von Verfolgung und Angst, vom Sterben und der Trauer – und von dem Willen, sich gegen alle Widerstände zu behaupten. Es ist die Geschichte ihrer Familie und zugleich die Geschichte einer Welt im Umbruch, in der ein einzelnes Leben so wenig gilt wie das Los eines ganzen Volkes. Yangzom Brauen, 1980 in der Schweiz geboren, pendelt heute als Model und Schauspielerin zwischen Hollywood, New York, Berlin und Zürich. Sie engagiert sich ehrenamtlich für ein freies Tibet. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Pavel Kohout spricht über sein Buch "Die Schlinge" | ||
| Eine Frau zwischen zwei Männern. Ein Mann zwischen Ideologie und Leidenschaft. Ein Land zwischen Freiheit und Diktatur. Im Frühjahr 1948 versucht die Kommunistische Partei, die politische Macht in der Tschechoslowakei endgültig an sich zu reißen. Im Zentrum der Geschichte stehen Felix Fischer und seine Frau, eine Schauspielerin. Hinzu kommt ein junger Dichter. Letzterer, ein glühender Kommunist, ist leidenschaftlich in die Frau seines Freundes verliebt. Eine Dreiecksgeschichte, deren Ursprünge bis in die Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg zurückreichen. Pavel Kohout erzählt in seinem neuen Roman eine dramatische Geschichte von Liebe, Illusion und Verrat. Pavel Kohout wurde 1928 in Prag geboren. Er war einer der Wortführer des "Prager Frühlings" und wurde 1969 aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Gemeinsam mit Vaclav Havel, der damals Vorsitzender des "Klubs unabhängiger Schriftsteller" war, verfasste Kohout 1977 das Gründungsdokument der Bürgerinitiative "Charta 77". Heute lebt er in Wien und Prag. Kohout hat zahlreiche Romane veröffentlicht. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Monika Maron spricht über ihr Buch "Bitterfelder Bogen" | ||
| Als Monika Maron 1981 ihren berühmten Roman „Flugasche“ veröffentlichte, war für sie die Stadt Bitterfeld Inbegriff von Schmutz, Umweltschäden und maroder Wirtschaft. Nun hat sie die Stadt erneut besucht. In ihrem Bericht von 2009 beschreibt die Autorin die Wiederauferstehung der Region. Und das heißt vor allem die Erfolgsgeschichte einiger Kreuzberger Solar-Enthusiasten: In nur acht Jahren aus dem Nichts zum größten Solarzellenhersteller der Welt. Monika Maron, 1941 in Berlin geboren, lebte in der DDR, bis sie 1988 nach Westdeutschland übersiedelte. Für ihr erzählerisches und essayistisches Werk wurde sie unter anderem mit dem Kleist-Preis (1992) und dem Deutschen Nationalpreis (2009) ausgezeichnet. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Rüdiger Safranski spricht über sein Buch "Goethe und Schiller" | ||
| Goethe und Schiller: Ihre Freundschaft ist eine Sternstunde des deutschen Geistes. Jeder der beiden sagt es vom anderen: Er sei ihm der wichtigste Mensch gewesen. Gegensätze ziehen sich an - Intuition und Gefühl bei Goethe, scharfer Intellekt und zäher Wille bei Schiller. Der eine setzt auf Natur, der andere auf Freiheit. Ihre Freundschaft mit allen Konflikten und Spannungen spornt beide zu Höchstleistungen an: Schiller schreibt seine klassischen Dramen und bringt sie mit Goethes Hilfe auf die Bühne. Goethe erlebt durch Schiller seine zweite schöpferische Jugend. Rüdiger Safrankis Buch ist eine spannend erzählte Biografie dieser für die Dichtung in Deutschland so wichtigen Begegnung. Rüdiger Safranski, der 1945 in Württemberg geboren wurde, studierte in Frankfurt am Main und in Berlin Philosophie, Germanistik und Geschichte. Bekannt wurde Safranski durch seine Biografien über Arthur Schopenhauer und Martin Heidegger. Im Januar 2002 übernahm er zusammen mit Peter Sloterdijk die Moderation des "Philosophischen Quartetts" im ZDF. Rüdiger Safranski ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und des Pen-Club Deutschland. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Herta Müller spricht über Ihr Buch "Atemschaukel" | ||
| Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutschsprachige Bevölkerung lebt in Angst. "Es war drei Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren minus 15 Grad Celsius." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. Herta Müller macht mit „Atemschaukel“ die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer individuellen Geschichte sichtbar. Herta Müller, geboren 1953 in Rumänien, lebt seit 1987 in Deutschland, heute in Berlin. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so 1994 mit dem Kleist-Preis, 2005 mit dem Berliner Literaturpreis und 2006 mit dem Walter Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen. 2009 erhält sie den Nobelpreis für Literatur. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Sebastian Koch spricht über das Hörbuch "Der Seewolf" | ||
| Mit „Der Seewolf“ begründete der amerikanische Schriftsteller Jack London seinen literarischen Ruhm in Deutschland. Der 1904 veröffentlichte und bis heute mehrfach verfilmte Abenteuerroman erzählt die Geschichte des Literaturkritikers Humphrey van Weyden, der nach einem Schiffsunglück von einem Robbenfänger aufgenommen und gezwungen wird, auf dem Schiff zu bleiben. Als eine schiffbrüchige Frau an Bord kommt, bricht zwischen dem tyrannischen Kapitän und van Weyden ein unerbittlicher Kampf um sie aus. Sebastian Koch spielt nicht nur Hauptrolle der neuesten Verfilmung, sondern liest auch das gleichnamige Hörbuch. Der Schauspieler Sebastian Koch wurde 1962 in Karlsruhe geboren. Einer seiner großen Erfolge war für ihn die Verkörperung des Schriftstellers Klaus Mann im Doku-Drama „Die Manns - Ein Jahrhundertroman“(2001) für den Koch 2002 den Grimme-Preis erhielt.Der Schriftsteller und Journalist Jack London wird 1876 in San Francisco geboren und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Jugendbücher „Ruf der Wildnis“, „Wolfsblut“ und „Der Seewolf“. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Monica Ali spricht über ihr Buch "Hotel Imperial" | ||
| Küchenchef Gabriel Lightfoot ist Koch mit Leib und Seele. Für ihn zählt nur, dass seine Hotelküche perfekt funktioniert. Doch als in den Katakomben des Londoner Hotels Imperial ein Toter gefunden wird, nimmt Gabriel seine Mitarbeiter und ihr Leben zum ersten Mal wirklich wahr. Hilflos registriert er Betrügereien, Ausbeutung und Brutalität. Um seine eigenen Pläne nicht zu gefährden, verschweigt er sogar die junge Zeugin Lena und lädt so jeden Tag mehr Schuld auf sich. In ihrem neuen Roman entwirft Monica Ali ein Porträt der modernen, profitgeleiteten Gesellschaft, die sich im Mikrokosmos einer Hotelküche spiegelt - und untermauert dabei die alten Werte Anstand und Moral. Monica Ali wurde 1967 in Bangladesh geboren. Seit ihrem dritten Lebensjahr lebt sie in England. Ali hat Philosophie, Politikwissenschaft und Wirtschaft in Oxford studiert und gehört laut "Granta"-Liste (die britische Bestseller-Liste des literarischen Magazins „Granta“), zu den 20 besten englischsprachigen Autoren der letzten zehn Jahre. Der Roman „Hotel Imperial“ ist ihr drittes literarisches Werk. Das Interview steht leider nicht als Videostream zur Verfügung. |
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| Heike Schneider und Adelheid Wedel über "Vom Privileg des Vergleichs" | ||
| Blick- und Zeitenwechsel: Die Journalistinnen Adelheid Wedel und Heike Schneider sprachen mit Intellektuellen der DDR über deren Erfahrung, zwei Gesellschaftsordnungen miterlebt zu haben. In den ""Erfahrungen ostdeutscher Prominenter vor und nach 1989" geht es weder um Nostalgie noch Ostalgie, nicht um pauschale Verherrlichung, Verklärung oder Verteufelung ideologischer und politischer Gesellschaftskonzepte. Auch „political correctness“ ist in diesem Buch nicht das Thema, sondern die konkreten Erfahrungen, die die Befragten als mündige Bürger vor 1989 in der DDR und danach im vereinten Deutschland gemacht haben. Adelheid Wedel hat Journalistik in Leipzig studiert und als Redakteurin zuerst für das DDR-Radio und -Fernsehen bzw. die Nachrichtenagentur ADN in Berlin gearbeitet. Sie verbrachte lange Zeit in Kairo, war später Kulturredakteurin bei der Zeitschrift "Sonntag" und arbeitet nun vorwiegend für Deutschlandradio Kultur. Heike Schneider studierte Journalistik in Leipzig und war als Redakteurin zuerst für das DDR-Radio und -Fernsehen bzw. die Nachrichtenagentur ADN in Berlin tätig. Sie war über acht Jahre Afrikakorrespondentin, dann für den „Deutschlandsender Kultur“ und arbeitet jetzt für Deutschlandradio Kultur. Das Interview steht leider nicht als Videostream zur Verfügung. |
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| Martina Zöllner spricht über ihr Buch "Hundert Frauen" | ||
| Roberta Ostertag ist eine erfolgreiche Journalistin, Mitte 40, ohne großes Privatleben. Sie veröffentlicht ein Buch, für das ihr 100 Frauen ihre größten Geheimnisse anvertraut haben. Eine ihrer tabulosen Geschichten erzählt vom Verhältnis einer ihrer Gesprächspartnerinnen zu Staatssekretär Schwartz im Bildungsministerium. Ein Boulevardblatt wirft den Verdacht auf, Roberta selbst sei die Hüterin dieses Geheimnisses, worauf sie sich mit Schwartz trifft, um eine Strategie gegen diese Unterstellung abzuwägen. Gegenwärtig erzählt Martina Zöllner, die das Journalisten-Milieu aus eigener Anschauung kennt, vom Leben einer Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs. Martina Zöllner: Nach einem Studium der Germanistik und Anglistik arbeitete sie zunächst als freie Journalistin. Seit 1993 ist sie Fernsehredakteurin beim Südwestrundfunk. 2003 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Bleibtreu“. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Jasmin Ramadan und Fatih Akin über "Soul Kitchen. Der Geschichte erster Teil - das Buch vor dem Film" | ||
| Jasmin Ramadans Romandebüt ist, so der Verlag, „eine Komödie über einen irren Selbstfindungstrip“ - und die Vorgeschichte zu Fatih Akins neuestem Film „Soulkitchen“. Sie erzählt von der Suche des jungen Zinos nach Heimat, Liebe und eigener Identität. Zinos ist allein: Sein Bruder sitzt im Knast, die Eltern sind zurück in die Heimat, nach Griechenland. Der junge Mann mit „Migrations-Hintergrund“ begibt sich auf eine moderne Odyssee, von Hamburg über Griechenland bis auf die Karibikinsel Adios. Unterwegs erfährt er gehörig Leid, Sex, Gefahr und wird dabei – passend für solch eine Art Roadmovie – schnell erwachsen. Und dazu gehört denn wohl auch, dass Zinos, zurück in Hamburg, sein eigenes Restaurant eröffnet. „Soulkitchen“. Jasmin Ramadan, 1974 geboren, hat Germanistik und Philosophie studiert und lebt in Hamburg. Sie hat eine deutsche Mutter und einen ägyptischen Vater. Für ihren Roman „Ein Pinguin auf der Antenne“ erhielt sie den Hamburger Förderpreis für Literatur. Fatih Akin ist ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent türkischer Abstammung. Für den Film „Gegen die Wand“ nahm er 2004 den Goldenen Bären, den Deutschen Filmpreis und den Europäischen Filmpreis entgegen. Das Interview steht leider nicht als Videostream zur Verfügung. |
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| Peter Stamm spricht über sein Buch "Sieben Jahre" | ||
| Ist glücklicher, wer liebt oder wer geliebt wird? Sonja und Alex haben zusammen studiert. Nun haben sie ein gemeinsames Architekturbüro, sind verheiratet, eigentlich glücklich und leben doch irgendwie nebeneinander her. Sonja ist schön und intelligent, sie steht immer im Zentrum, und es ist, als würden alle automatisch - und gerne - machen, was sie will. Alex fühlt sich manchmal von ihr überfordert. Länger schon, aber das gesteht er nicht einmal sich selbst ein. Vor Jahren hatte er eine Affäre mit einer Polin, Iwona - einer spröden, unattraktiven Frau. Und doch empfand er eine unbändige Anziehung. Sie war ihm sogar peinlich - und sie liebte ihn. Alex hatte sie schon - beinahe - vergessen, doch dann kommt eines Tages ein Brief. Sie treffen sich wieder, und wieder. "Sieben Jahre" - eine Dreiergeschichte, die man kaum glauben möchte und doch erscheint sie wie "aus dem Leben". Peter Stamm, geboren 1963, studierte Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Seit 1990 arbeitet der Schweizer als freier Autor und Journalist. Er schrieb Radiohörspiele, Prosatexte und Theaterstücke. Sein erster Roman „Agnes“ erschien 1998. Mit "Sieben Jahre" war er nominiert auf der "Longlist" für den Deutschen Buchpreis 2009. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Halldór Gudmundsson spricht über sein Buch "Wir sind alle Isländer" | ||
| Die ganze Welt ist von der Wirtschaftskrise betroffen. Die ganze Welt? Nein! De Facto ist es nur ein kleines Völkchen auf einer Vulkaninsel im Atlantik - die allerdings eine Art "Versuchslabor für die Weltwirtschaftskrise" darstellt. Hat die Lage in Island wirklich nichts mit uns zu tun? Inzwischen hat die Krise längst alle reichen Länder der Welt (und nicht nur diese) erreicht, und überall fragt man sich, zusammen mit Halldór Gudmundsson: Sind wir vielleicht alle Isländer?Sein Buch ist eine subjektive Analyse über die Lage auf der einstmals friedlichsten Insel der Welt, abgerundet mit zehn Porträts von Betroffenen. Gudmundssons Buch ist eine Erklär-Fibel und ein Krimi zugleich - insbesondere für den, der bislang noch nicht verstanden hat, wie ein ganzes Land kollabieren kann. Halldór Gudmundsson wurde 1956 in Reykjavík geboren. Er studierte Literaturwissenschaft und war Verlagsleiter von Islands größtem Verlag. Seine Biographie über Halldór Laxness wurde mit dem Isländischen Literaturpreis ausgezeichnet. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Maxim Leo spricht über sein Buch "Haltet euer Herz bereit" | ||
| Die Familie von Maxim Leo war wie eine kleine DDR. In ihr konzentrierte sich vieles, was in diesem Land einmal wichtig war: Die Hoffnung und der Glaube der Gründerväter. Die Enttäuschung und das Lavieren ihrer Kinder, die den Traum vom Sozialismus nicht einfach so teilen wollten. Und die Erleichterung der Enkel, als es endlich vorbei war. In dieser Familie traf die Ideologie auf das Leben. Oberhaupt und prägende Persönlichkeit war Großvater Leo: Résistance-Kämpfer, Spion, Journalist und Gründervater des antifaschistischen Staates. Widerspruch war entweder zwecklos oder führte zu Zerwürfnissen. Maxims Vater Wolf dagegen ist von einem ganz anderen Schlag: ein kritischer, radikaler Künstler und Freigeist. , Sohn Maxim steht zwischen ihm und der staatstreuen Mutter Anne – ein gegensätzliches Elternpaar, das sich dennoch liebt. Er muss einsehen, dass es gegen „revolutionäre“ Eltern kein jugendliches Aufbegehren geben kann. Bis es das Land, das sie aufgebaut und für das sie gekämpft hatten, plötzlich nicht mehr gab und ihr Lebenssinn - im Guten wie im Schlechten - verschwand. Maxim Leo wurde 1970 in Ostberlin geboren; er studierte Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und am Institut d’Etudes Politiques de Paris. Von 1995 bis 1996 war er Nachrichtenredakteur bei RTL. Seit 1997 ist er Redakteur der „Berliner Zeitung“, seit 2001 im Ressort „Seite Drei“. 2002 war er nominiert für den Egon-Erwin-Kisch- Preis, 2002 erhielt er den Deutsch-Französischen Journalistenpreis, 2006 wurde er ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolf-Preis. Er lebt mit seiner Familie in Berlin. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Claudio Magris über sein Buch "Verstehen Sie mich bitte recht" | ||
| Eine Frau erzählt in einem Monolog davon, dass sie im Altersheim bleiben will, obwohl ihr Mann sie wieder zu sich holen möchte. Sie liebt ihn zwar sehr, doch sind ihr die Gründe, weshalb er sie wiederhaben will, suspekt. Schließlich ist ihr Mann ein Dichter, und sie vermutet, er wolle von ihr hauptsächlich erfahren, was sich hinter der Pforte des Altersheimes wirklich abspielt, wer der mysteriöse Direktor ist, und schließlich: wer eigentlich die kaum weniger mysteriösen „Insassen“ sind. Es stellt sich heraus, gerade weil sie ihren Mann liebt, will sie ihm die Wahrheit ersparen. Claudio Magris erfindet den uralten Mythos von Orpheus und Eurydike neu, die Geschichte des begnadeten Sängers, der so verzweifelt den Tod seiner Frau beklagt, dass der Gott der Unterwelt ihm erlaubt, sie wieder ins Leben zu holen - unter der Bedingung, dass sich der Liebende beim Aufstieg in die Oberwelt nicht nach seiner Frau umsieht. Aber Orpheus sieht sich um und bekommt seine Frau nicht wieder. Bei Magris allerdings wird der Mythos umgekehrt: Die Frau versagt die Wiedervereinigung des Paares aus Liebe. Claudio Magris, italienischer Schriftsteller und Übersetzer, ist Professor für Deutsche Literatur in Triest und regelmäßiger Mitarbeiter der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera. 2009 wird er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Petra Häring-Kuan und Yu-Chien Kuan spricht "Die Langnasen" | ||
| Was denken die Chinesen eigentlich über uns Deutsche? Das Autorenpaar Yu Chien Kuan und Petra Häring-Kuan ist in beiden Kulturen zu Hause. Sie beschreiben reich an Details, wie uns die Chinesen einschätzen: Was sie an uns mögen, was sie an uns merkwürdig oder gar ärgerlich finden. Dieser andere Blick verrät uns nicht nur viel über uns selbst, sondern natürlich auch über die Chinesen und ihre Kultur. Yu Chien Kuan floh aus dem China der Kulturrevolution und kam 1969 nach Deutschland. Er promovierte an der Universität Hamburg und lehrte dort Sinologie. In China gilt Kuan als anerkannter Fachmann für europäische Fragen, in Deutschland als einer der bekanntesten Vermittler chinesischer Kultur. Petra Häring-Kuan lernte Yu-Chien Kuan 1970 kennen. Sie hat ebenfalls Sinologie studiert und bei zahlreichen Aufenthalten in China und Taiwan ihre Kenntnisse vertieft. Die China-Kennerin lebt heute als Autorin und Dolmetscherin für Chinesisch und Englisch in Hamburg und in Shanghai. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Stephan Thome spricht über sein Buch "Der Grenzgang" | ||
| Wolfgang Herles stellt den Gewinner des aspekte Literaturpreises 2009 vor: Stephan Thome mit seinem Roman "Der Grenzgang".
Das Interview auf dem blauen sofa |
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