das blaue sofa am Samstag
Die Aufzeichnungen der Interviews vom 17. Oktober 2009.
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| Mai Nuyen spricht über ihr Buch "Feenlicht. Die Sturmjäger von Aradon" | ||
| Der Handel mit Lirium, dem Zauber der Berge, Wälder und Flüsse, hat die Menschen von Aradon reich gemacht. Mit Lirium bringen sie das Zwergenvolk um ihr Gold, knechten die Trolle und umwerben die Feen. Doch jetzt droht Aradon ein magischer Krieg: Das Alte Volk, einst Herrscher über alle Völker der Erde, hat fünf Dämonen auserwählt, um die Menschen für ihren Missbrauch der Magie zu bestrafen. Wenn die Fünf die verlorenen Totenlichter finden, ist der Untergang der Menschheit besiegelt. Deshalb bricht im Auftrag der Menschen die Sturmjägerin Hel auf, um die fünf Dämonen aufzuhalten. Bis einer von ihnen Hel das Leben rettet und sie in einen Zwiespalt zwischen Liebe und Hass auf den Feind stürzt. Jenny-Mai Nuyen wurde 1988 als Tochter deutsch-vietnamesischer Eltern in München geboren. Ihre ersten Geschichten schrieb sie mit fünf Jahren, mit 13 verfasste sie ihren ersten Roman. Schließlich erregte sie mit ihrem literarischen Debüt „Nijura - Das Erbe der Elfenkrone“ Aufmerksamkeit. „Feenlicht“ ist der erste Band der Jugend-Fantasy-Saga „Die Sturmjäger von Aradon“. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Ulrich Blumenbach spricht über das Buch "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace | ||
| Drogensucht in der Entziehungsklinik, Erfolgssucht in der Tennisakademie, die Unterhaltungssucht der Gesellschaft: „Unendlicher Spaß“ handelt von den vielfältigen Formen der Sucht. Symbolisch dafür steht „Unendlicher Spaß“, ein Film der Romanfigur James Incandenza, der die Zuschauer so verhext, dass sie sich nicht mehr von dem Film lösen können und dabei verdursten und verhungern. Die ausladende Handlung erzählt von Incandenzas Frau und Kindern, deren Leben von dem Streben nach sportlicher Karriere und dem Leiden an eben dieser Erfolgssucht geprägt ist. Mit seiner Mischung aus Gesellschaftskritik und Humor gilt Wallace’ Roman als Meilenstein der amerikanischen Literatur. David Foster Wallace,einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur, studierte Philosophie und unterrichtete bis zu seinem Selbstmord im Jahr 2008 „Creative Writing“ am Pomonoa College in Claremont. 1996 erschien sein Hauptwerk „Infinite Jest“ in den USA und machte David Foster Wallace über Nacht zum Superstar der Literaturszene. Es liegt nun – nach einem der größten Übersetzungsprojekte in der Verlagsgeschichte – als preisgekrönte Übersetzung unter dem Titel „Unendlicher Spaß“ vor. Ulrich Blumenbach studierte Anglistik, Germanistik und Geschichte in Münster, Sheffield und Berlin. Er hat unter anderem James Joyce und Agatha Christie ins Deutsche übertragen. Zusammen mit Fritz Senn leitet er das Zürcher Übersetzertreffen, lehrt Literarisches Übersetzen an der Universität Düsseldorf und sitzt im Vorstand des Deutschen Übersetzerfonds. An seiner preisgekrönten Übersetzung von „Infinite Jest“ mit dem Titel „Unendlicher Spaß“ hat er sechs Jahre lang gearbeitet. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Jan Weiler spricht über sein Buch "Mein Leben als Mensch" | ||
| In der Zeitschrift "Stern" erscheint seine Kolumne „Mein Leben als Mensch“ bereits seit 2007. Nun ist in den 61 schönsten Kolumnen in Buchform nachzulesen, wie Jan Weiler den Widrigkeiten des Alltags heldenhaft trotzt - meistens jedenfalls. Tag für Tag beschert ihm die Großfamilie die absurdesten Abenteuer. Mal brüskiert ihn das ukrainische Au-Pair-Mädchen Natalya mit ihren tiefen Einblicken in das Wesen des deutschen Mannes, mal begleitet Weiler seinen Sohn - in Ermangelung einer Laterne - mit Sackkarre und Gasbrenner zum Sankt Martinszug. Protagonist der chaotisch-schrägen Geschichten ist oft Weilers italienischer Schwiegervater Antonio, der vor der Fußball-EM „eine Geräte mitte Flakebilde“ kaufen geht, und der einigen Lesern schon aus Weilers Bestseller „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ bekannt sein dürfte. Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, arbeitete zunächst als Texter in der Werbung, bevor er die Deutsche Journalistenschule in München absolvierte. Seit 1994 ist er in der Redaktion des SZ-Magazins tätig. Jan Weiler lebt mit seiner italienischen Frau und zwei Kindern in Ambach. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Paul Kirchhof spricht über sein Buch "Das Maß der Gerechtigkeit" | ||
| Staat, Wirtschaft und Politik haben die Orientierung verloren, die Nation ist aus dem Gleichgewicht geraten, findet der Autor Paul Kirchhof. Und er fordert: Stellt die Balance zwischen Freiheit und Verantwortung wieder her! Wirtschaftliches und politisches Handeln müssen dazu in allgemein verbindliche Normen und Werte eingebettet bleiben. Konkrete Maßnahmen sind eine Reform des Wahlrechts; eine Erneuerung des Steuerrechts, eine Begrenzung des Wirtschaftswettbewerbs und die gleichzeitige Stärkung Wettbewerbsgedankens in der Politik. Mit aller Entschiedenheit setzt sich Paul Kirchhof, im Wahlkampf 2005 als „Professor aus Heidelberg“ bekannt geworden, für die Rückbesinnung auf eine Kultur der rechtlich begrenzten Freiheit ein - ohne die Gerechtigkeit nicht denkbar ist. Paul Kirchhof, geboren 1943, war von 1987 bis 1999 Richter des Bundesverfassungsgerichts. Im Bundeswahlkampf 2005 war der parteilose Wissenschaftler als Finanzminister zum Kompetenzteam der CDU/CSU um Angela Merkel vorgesehen. Kirchhof ist Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht an der Universität Heidelberg. Er erhielt 2005 den „Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache“. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Håkan Nesser spricht über sein Buch "Das zweite Leben des Herrn Roos" | ||
| Ante Valdemar Roos, 59 Jahre alt, ist der Prototyp des Langweilers: grau, unauffällig, in zweiter Ehe mit Alice verheiratet. Seit mehr als zwanzig Jahren ist er als Ingenieur in einer Firma beschäftigt, die mittlerweile nur noch Thermoskannen herstellt. Roos ist unzufrieden mit seinem Leben, aber zugleich unfähig, etwas daran zu ändern - bis er eines Tages im Toto gewinnt. Anstatt seine Freude groß hinauszuposaunen, beginnt er ein Doppelleben in einem abgelegenen Häuschen im Wald. Dort trifft er sich mit einer neuen Bekanntschaft, einer, die er in seinem ersten Leben nie für möglich gehalten hätte. Roos freundet sich mit einem jungen Mädchen an, das aus einem Heim für junge Drogenabhängige ausgerissen ist und nun verzweifelt eine Zuflucht sucht. Doch schon bald stört ihr Exfreund die Idylle - und Inspektor Barbarotti hat seinen dritten Mordfall zu klären. Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt derzeit in London und auf Gotland. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Jana Hensel spricht über ihr Buch "Achtung Zone. Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten" | ||
| In diesem Jahr wird überall der Geist der Einheit beschworen. Es heißt, das Land müsse endlich zusammenwachsen. Das wiederum meint vor allem: Der Osten müsse sich an den Westen angleichen. Jana Hensel unterstreicht im Gegensatz dazu in ihrem neuen Buch die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen. Durch die Erfahrungen der Geschichte und Lebensweise hat „der Ostdeutsche“ logischerweise eine eigene Identität erlangt. Die Autorin beschreibt die Ostdeutschen nicht als defizitäre Westdeutsche, als diejenigen also, die es noch nicht auf den Standard der Rest-Bundesrepublik geschafft haben. Die Bevölkerung Ostdeutschlands mit ihrer spezifischen Identität ist keine Gefahr für die Einheit, sondern eine Bereicherung Deutschlands, meint Hensel. Jana Hensel, 1976 in Leipzig geboren,lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie studierte in Leipzig, Berlin, Marseille und Paris. 1999 gab sie die Literaturzeitschrift „Edit“ heraus, 2000 zusammen mit Thomas Hettche die Internetanthologie „Null“. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Harry Rowohlt spricht über sein Buch "Gottes Segen und Rot Front. Nicht weggeschmissene Briefe II" | ||
| Nach dem Vorgängerband „Der Kampf geht weiter!“ sind nun neue Briefe vom „Pavarotti der Schreibmaschine“, wie der Verlag seinen Autor nennt, erschienen. Harry Rowohlt schreibt witzig und trocken über Ereignisse und Personen aus seinem Alltag und schildert dabei genau beobachtete Details. Seine Briefe bewegen sich irgendwo zwischen kunstvoller Komposition und selbstvergessener Improvisation. Unter den Empfängern findet der Leser namenlose Personen, beispielsweise eine Buchhändlerin, einen Veranstalter oder einen Zuhörer, aber auch Menschen aus dem öffentlichen Leben. Darunter Klaus Wowereit, Siegfried Lenz, Inge und Walter Jens, Peter Rühmkorf oder Daniel Kehlmann. Harry Rowohlt wurde 1945 als Sohn der Schauspielerin Maria Pierenkämper und des Verlegers Ernst Rowohlt geboren. Nach einer Lehre als Verlagsbuchhändler beim Suhrkamp-Verlag arbeitete er im von seinem Bruder geleiteten Rowohlt-Verlag, später bei der New Yorker Grove Press sowie als Werbetexter. Seit 1971 ist er freiberuflicher Übersetzer. Er erlangte durch seine ausgefallenen Lesungen, die „ZEIT“-Kolumne „Pooh’s Corner“ und seine Rolle als Obdachloser „Harry“ in der „Lindenstraße“ Kultstatus. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Ilma Rakusa spricht über ihr Buch "Mehr Meer" | ||
| Ein autobiografisches Buch: Ilma Rakusa geht in ihren Erinnerungen einem kleinen Mädchen nach, der Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter. Die Kleine muss die ständigen Ortswechsel der Familie mitmachen. Ilma, die überall Fremde, Nicht-ganz-Zugehörige, findet sehr früh ihre Heimat in Musik und Literatur, sowie im Unterwegssein, im Reisen. Die Autorin beschreibt die Begegnung mit den Ritualen der Ostkirche ebenso wie ihre ersten Auslandsjahre in Paris und im damals noch sowjetischen Leningrad. Die Schriftstellerin nähert sich ihren frühen Jahren äußerst unsentimental und mit großer Genauigkeit, insbesondere im Atmosphärischen. In ihrem Erinnerungsband werden die fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts lebendig, mit dem Blick einer Autorin, die wie wenige zwischen verschiedenen Kulturen lebt. lma Rakusa, 1946 in der Slowakei geboren, wuchs in Budapest, Ljubljana und Triest auf. Nach einem Studium der Slawistik und Romanistik promovierte Rakusa zum Thema „Das Motiv der Einsamkeit in der russischen Literatur“. Heute ist sie als Lehrbeauftragte an der Universität Zürich tätig und arbeitet als freiberufliche Schriftstellerin und Übersetzerin sowie als Publizistin für die „Neue Zürcher Zeitung“ und „Die Zeit“. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Heinrich August Winkler spricht über sein Buch "Geschichte des Westens" | ||
| Was ist eigentlich „Der Westen“? Wie ist er entstanden? Und wofür steht er? Seit dem Zeitalter der Entdeckungen ist der Westen das welthistorische Maß. Er hat fremde Reiche erobert und ganze Kontinente unterworfen, nahezu alle Winkel der Erde erschlossen, die Naturwissenschaften und die moderne Technik hervorgebracht. Der Westen hat aber auch oft genug seine Werte verraten, Freiheit gepredigt und doch Habgier gemeint und mit dem Kapitalismus eine starke Ökonomisierung aller Lebensverhältnisse entfesselt. In einem welthistorischen Bogen zeichnet Winkler die Entstehung der westlichen Wertegemeinschaft nach, einer Wertegemeinschaft, für die die Ideen der Menschen- und Bürgerrechte, der Freiheit und Gleichheit, der Gewaltenteilung, der Herrschaft des Rechts und der repräsentativen Demokratie grundlegend sind, bzw. sein sollten. Heinrich August Winkler ist einer der bedeutendsten deutschen Historiker. Er studierte Geschichte, Wissenschaftliche Politik, Philosophie und Öffentliches Recht in Münster, Heidelberg und Tübingen. Sein Werk „Der lange Weg nach Westen“, eine deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, hat sich mehr als 80.000 mal verkauft und wurde in sechs Sprachen übersetzt. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Cees Nooteboom spricht über sein Buch "Berlin 1989/2009" | ||
| Der Mauerfall, die neunziger Jahre, das heutige Berlin: Als Außenstehender und anteilnehmender Augenzeuge zugleich hat Cees Nooteboom das Berlin der letzten 20 Jahre erlebt. Seine Eindrücke darüber hat er in Essays festgehalten. Der Niederländer stellt seinen zum Klassiker gewordenen „Berliner Notizen“ über den Mauerfall nun neue Texte zur Seite, ebenso enthält das Buch seinen Text „Rückkehr nach Berlin“, einer Abhandlung über die deutsche Hauptstadt der neunziger Jahre. Diese Essays werden in seinem neuen Buch mit Fotografien von Simone Sassen präsentiert. Cees Nooteboom wurde 1933 in Den Haag geboren. Der niederländische Schriftsteller berichtete in den Anfangsjahren seines Schaffens über politische und gesellschaftliche Ereignisse und verfasste Reiseberichte. Bekanntheit erlangte Nooteboom vor allem mit seinen fiktiven Werken: mit seinem Debutroman „Philip en de anderen“ (1955) in den Niederlanden, mit dem inzwischen auch verfilmten Roman „Rituale“ (Rituelen, 1980) und seinem großen Roman „Allerseelen“ (Allerzielen, 1998) in Deutschland. |
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| Peter Maffay spricht über sein Buch "Maffay - Auf dem Weg zu mir" | ||
| 2009 ist - auch - Maffay-Jahr: Der Musiker feiert seinen 60. Geburtstag und zugleich 40-jähriges Bühnenjubiläum. Peter Maffay ist mit mehr als 40 Millionen verkauften Tonträgern und zahlreichen Auszeichnungen einer der erfolgreichsten deutschen Musiker der letzten Jahrzehnte. Neben der Musik, die sich zwischen Schlager, Deutschrock und Balladen bewegt, engagiert sich Maffay immer wieder in politischen und sozialen Projekten. Nach dreijähriger Recherche- und Schreibarbeit hat Edmund Hartsch nun eine umfassende Biografie vorgelegt, die den Lebensweg Peter Maffays mit seinen zahlreichen Höhen und Tiefen nachzeichnet. „Auf dem Weg zu mir“ ist ein Fanbuch: großformatig, mit vielen Bildern und Details aus dem Privatleben eines längst unter Kultverdacht stehenden Stars. Es enthält zudem mehr als 20 von Peter Maffay persönlich verfasste Texten. Edmund Hartsch ist Pressebetreuer und Publizist in der Musikbranche und war unter anderem als Sprecher für die Deutschrockband „Böhse Onkelz“ tätig. Der Autor arbeitet seit langem mit Peter Maffay zusammen und hat ihn 2006 auf der Weltreise zum Projekt „Begegnungen - eine Allianz für Kinder“ begleitet. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Hanns-Josef Ortheil spricht über sein Buch "Die Erfindung des Lebens" | ||
| Der autobiographisch inspirierte Roman erzählt die Geschichte eines jahrelang stummen Kindes. Der Junge wächst bei seinen traumatisierten Eltern in Köln auf, die im Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach schon vier Söhne verloren haben. Insbesondere die ebenfalls stumm gewordene Mutter erschafft eine künstliche Schutzzone, aus der sich Hanns-Josef erst nach Jahren lösen kann - durch das geliebte Klavierspiel und den unorthodoxen Sprachunterricht des Vaters. Doch die Befreiung ist schmerzhaft. Sie führt den Jungen auf lange, einsame Reisen durch Deutschland und in einem letzten Befreiungsakt schließlich nach Rom. Dort scheitert der junge Mann zunächst als Pianist, bevor er schließlich als Schriftsteller sein Glück findet. Hanns-Josef Ortheil, 1951 in Köln geboren, lehrt als Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Sein schriftstellerisches Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem „Nicolas-Born-Preis“ des Landes Niedersachsen (2007) sowie dem „Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis“ der Stadt Alzey (2009). Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Richard von Weizsäcker spricht über sein Buch "Der Weg zur Einheit" | ||
| Der Mauerfall war für die meisten Deutschen ein bedeutendes Ereignis in ihrem Leben – so auch für Richard von Weizsäcker, in dessen Amtszeit als Bundespräsident die Wende fiel. Er nimmt seine Erinnerung daran zum Anlass für eine Rückschau auf den Weg der Deutschen zur Einheit. Persönliche Erlebnisse verbinden sich dabei mit Betrachtungen zur deutschen Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg, zu den gemeinsamen Traditionen in West und Ost und zu den Herausforderungen der Zukunft. Von Weizsäckers Buch „Der Weg zur Einheit“ wird am 24. November mit der „Corine 2009“ in der Kategorie Sachbuch ausgezeichnet. Richard von Weizsäcker geboren 1920, war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 Bundespräsident der BRD. Im Verlag C.H. Beck hat er gemeinsam mit Helmut Schmidt die Reihe „Die Deutschen und ihre Nachbarn“ herausgegeben. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Reinhold Messner spricht über sein Buch "Westwand. Prinzip Abgrund/Alle meine Gipfel" | ||
| Westwand. Prinzip Abgrund: Reinhold Messner erinnert sich zurück an seinen Versuch, im Sommer 2004 die Westwand des Ortler auf der Route der Erstbesteiger zu bezwingen. Er erzählt von einer Extremtour, die fast zur Katastrophe geführt hätte: Messner und seine beiden Kameraden versteigen sich und stecken plötzlich in einer 1000 Meter hohen vertikalen Felswand, über ihnen ein riesiger Eisüberhang. Es bleibt nur die Flucht nach oben. Was die drei Kletterer in dem unberechenbaren senkrechten Labyrinth rettet, sind letztlich untrügliche Instinkte. Alle meine Gipfel: Das Buch liefert mit Texten und Fotos aus seinen Tagebüchern Einblicke in Reinhold Messners Lebenswerk. Es blickt zurück auf mehr als 100 Erstbegehungen und über 3500 Gipfelbesteigungen. „Alle seine Gipfel“ liegen auf der ganzen Welt verstreut, in den heimatlichen Dolomiten, den Westalpen, in Südamerika, Kanada, Afrika, Neuguinea und vor allem im Himalaya. Neben Messners Tätigkeit als Extrem-Bergsteiger beleuchtet der Blick auf sein Leben auch seinen Einsatz als Forscher und Umweltschützer sowie sein politisches Engagement für die Bergvölker. Reinhold Messner, 1944 geboren, gilt als der berühmteste Bergsteiger und Abenteurer unserer Zeit. Er bestieg als erster Mensch alle 14 Achttausender, darunter erstmals den Mount Everest ohne Sauerstoffgerät. Auf der Suche nach Selbstverwirklichung in extremer Existenz durchquerte er zu Fuß Grönland, die Antarktis, den Osten Tibets und die Wüste Gobi. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Hans-Dieter Schütt spricht über sein Buch "Glücklich beschädigt" | ||
| Hans-Dieter Schütts neues Buch enthält die Bekenntnisse eines „späten Republikflüchtlings”, wie der Autor sich selbst bezeichnet. Denn als Chefredakteur bei der „Jungen Welt“ stand auch Schütts Name am Ende der DDR für die rücksichtslose und zunehmend realitätsferner werdende staatliche Agitation und Propaganda. Heute dagegen erzählt er in seinem Essay selbstkritisch vom SED-Propaganda-Apparat. Schütt beschönigt nicht, rechtfertigt sich aber auch nicht. Sein Buch behandelt 20 Jahre nach dem Fall der Mauer die Geschichte seiner persönlichen sozialistischen Überzeugung, deren Entwicklung zum Dogmatismus sowie den Umgang mit der neu geschenkten Freiheit. Hans-Dieter Schütt, geboren 1948 in Thüringen, war von 1984 bis 1989 Chefredakteur der Tageszeitung „Junge Welt“, dem damaligen Zentralorgan der sozialistischen Jugendorganisation FDJ. Seit 1992 ist Schütt Feuilletonredakteur der Tageszeitung „Neues Deutschland“. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Jo Lendle spricht über sein Buch "Mein letzter Versuch die Welt zu retten" | ||
| 1984 reist die halbe Republik ins Wendland, um gegen die Atommülltransporte zu protestieren. Auch der siebzehnjährige Florian will „die Welt verbessern“ und macht sich zusammen mit Freunden auf den Weg. Es ist ein wichtiger Tag für ihn, dieser Tag. Es ist der Tag, bevor er stirbt. Bis zum Abend fühlt sich alles wie ein Ferienausflug an, doch dann brechen im Zeltlager erhitzte Diskussionen aus, zwischen Gewaltgegnern und Anarchos, zwischen Frauengruppen und einheimischen Bauern. Als ein Polizeiauto überfallen wird, beginnt eine wilde Jagd durch den Landkreis. Bald weiß niemand mehr, wer hier wen blockiert. Ein Roman über die politisch bewegten achtziger Jahre, in als wild demonstriert wurde, alle dafür waren, dagegen zu sein und in der man ohne „Atomkraft? Nein Danke“-Anstecker schon „geloost“ hatte. Jo Lendle wechselte nach dem Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim und Montreal ans Deutsche Literaturinstitut Leipzig. Er war Herausgeber der Literaturzeitschrift „Edit“ und unterrichtete an den Universitäten München, Leipzig und Hildesheim. Jo Lendle lebt in Köln, wo er als Lektor arbeitet. Das Interview auf dem blauen sofa |
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| Heribert Prantl spricht über sein Buch "Einigkeit und Recht und Wohlstand. 60 Jahre Bundesrepublik" | ||
| Dieses Buch über den Werdegang der Bundesrepublik Deutschland lässt die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen 60 Jahre in Reportagen, Analysen und Essays Revue passieren. Neben den vielen historischen Fotos gewähren Karikaturen launische Einblicke in die deutsche Zeitgeschichte. Es ist eine Geschichte des Wandels: Die Werte der Gesellschaft manifestieren sich von Grund auf neu, ein moderner, wirtschaftsstarker Staat wächst heran und schließlich feiern die Menschen in Ost und West 1989 ihre Wiedervereinigung. Thematisiert werden zudem der Wandel der Parteien, die Rolle der Kirchen, der Beginn der Umweltbewegung sowie die Geschichte der DDR. Heribert Prantl ist leitender Redakteur der innenpolitischen Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Zuletzt erschien von ihm „Der Terrorist als Gesetzgeber. Wie man mit Angst Politik macht“ (2008). Das Interview auf dem blauen sofa |
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