Karl Ernst Tielebier-Langenscheidt
Karl Ernst Tielebier-Langenscheidt wurde 1921 geboren und trat 1948 als Prokurist in den Langenscheidt Verlag ein. Unter seiner Ägide wurde das bisher im Bereich Sprachen verankerte Unternehmen um die Sparten Reise sowie elektronische Medien erweitert. 2006 zog sich Karl Ernst Tielebier-Langenscheidt aus dem operativen Geschäft zurück.
Frankfurter Buchmesse: Wann war Ihre erste Buchmesse? Wie war der Messestand und wie haben Sie die Atmosphäre empfunden?
Karl Ernst Tielebier-Langenscheidt: 1951 waren wir das erste Mal auf der Frankfurter Buchmesse. Langenscheidt hatte seit 1947 wieder eine Lizenz, nachdem der Verlag 1944 komplett zerstört worden war. Der Stand war klein, standardmäßig in U-Form aufgebaut und geführt von den zu der Zeit einzigen zwei Außendienstmitarbeitern sowie zwei Verlagsangestellten. Das Programm umfasste nur circa 80 Titel, was sowohl am Markt aber auch an der damals noch sehr aufwendigen Druckplattenerstellung lag. Alles in allem war die Atmosphäre einfach, die Nachkriegszeit noch deutlich zu spüren.
“Bereits 1951 ergab sich eine Kooperation, auf die wir sehr stolz waren…”
Wann gab es Kooperationen im Sprachensegment mit ausländischen Verlagen?
Bereits 1951 ergab sich eine Kooperation, auf die wir sehr stolz waren. Pocket Books, der damals größte Taschenbuchverlag der Welt, suchte zu seiner amerikanischen Reihe einen Partner für ein deutsch-englisches Wörterbuch. Man traf sich zu Verhandlungen auf der Messe mit dem Erfolg, dass das Wörterbuch ein Jahr später erschien.
Welches Produkt sorgte für das größte Aufsehen in den Jahrzehnten der Buchmesse?
1983 sorgte bei Langenscheidt der "alpha 8 Englisch" für die größte Furore. Das Gerät, das einem Taschenrechner ähnelte, war das erste elektronische Wörterbuch der Welt. Es umfasste damals knapp 8.000 Wörter, einem "Lilliput" entsprechend, war aber der Vorreiter auf diesem Gebiet.
“Selbst in New York konnte man Fotos davon in der Zeitung sehen.”
Gab es ein persönliches Buchmesse-Erlebnis, das Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Was bei mir persönlich einen starken Eindruck hinterlassen hat, war die 2005 auf der Agora errichtete komplette Enzyklopädie von Brockhaus, die in dieser Form einen so monumentalen Charakter erhielt wie man ihn sonst nur bei Stonehenge vermuten würde. Selbst in New York konnte man Fotos davon in der Zeitung sehen.
War Langenscheidt auf jeder Buchmesse dabei?
Ja, wir waren gerne auf jeder Messe dabei, weil sie ein hervorragendes Forum bietet, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.


