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Nadine Touma

www.daronboz.com
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Guillermo Quijas-Corzo López

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Dorothea Rosa Herliany

 

Einladungsprogramm: Große Bühne für kleine Verlage

Kleine Verlage kommen in Frankfurt groß raus - dank des Einladungsprogramms der Buchmesse. Insgesamt 25 Verleger aus 24 Ländern sind in diesem Jahr eingeladen. Was sie sich von ihrem Auftritt in Frankfurt erhoffen, haben uns drei der Teilnehmer verraten.

Seit über 30 Jahren gibt es das Einladungsprogramm für Aussteller der Frankfurter Buchmesse, das vom Auswärtigen Amt unterstützt wird. Organisiert wird das Programm vom litprom, der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Es richtet sich an kleinere Verlage aus sich entwickelnden Buchnationen, die so die Möglichkeit bekommen, an der Frankfurter Buchmesse mit einem eigenen Stand teilzunehmen und ihr Verlagsprogramm einem internationalen Publikum vorzustellen. Der Austausch mit den anderen Programmteilnehmern, das Knüpfen von Kontakten und das Sammeln von Erfahrungen sind ebenfalls wichtige Aspekte des Programms.

Die 25 ausgesuchten Verleger verbringen zehn Tage in Frankfurt, wo sie zunächst bei einem zweitägigen Workshop unter anderem zu den Themen Rechte & Lizenzen und Marketing auf ihre Teilnahme an der Buchmesse vorbereitet werden. Während der fünf Messetage sind die Teilnehmer mit ihren Ständen in direkter Nachbarschaft zum Internationalen Zentrum in Halle 5.0 angesiedelt.


 

Nadine Touma, Dar Onboz, Libanon

Nach Abschluss ihres Studiums am Wellesley College in den USA ließ sich Nadine Touma im Libanon nieder. Sie arbeitete als Künstlerin, Schriftstellerin und Menschenrechtlerin. Diese Leidenschaften verband sie schließlich miteinander und gründete 2005 den Dar Onboz-Verlag. Dar Onboz ist auf illustrierte Bücher und Kunstbände spezialisiert.

Warum haben Sie sich beim Einladungsprogramm der Frankfurter Buchmesse beworben?

Für viele junge unabhängige Verleger auf der ganzen Welt ist die Frankfurter Buchmesse wie ein Traum, der Wirklichkeit wird. Sie bietet großartige Chancen und ist eine Tür, die Zugang zu ungeahnten Möglichkeiten eröffnet. Als junges unabhängiges Verlagshaus verfügen wir nur über begrenzte Ressourcen, und wir könnten nicht auf die Buchmesse kommen, wenn uns das Einladungsprogramm nicht diese wunderbare Möglichkeit geboten hätte.

Welche anderen internationalen Buchmessen haben Sie schon besucht?

Wir waren bereits auf den Buchmessen von Paris und Montreuil und auch auf der Kinderbuchmesse in Bologna.

Was erwarten Sie von Frankfurt und der Frankfurter Buchmesse? Worauf freuen Sie sich am meisten?

Als Träumerin habe ich selbstverständlich eine Wunschliste. Ich möchte
• dass wir als innovative und kreative Kraft in der arabischen Welt bekannt und anerkannt werden.
• andere Verleger und kreative Persönlichkeiten aus der Verlagswelt kennen lernen und mit ihnen Ideen austauschen.
• gemeinsam mit internationalen Verlegern zweisprachige Werke herausgeben.
• sehen, was in der übrigen Welt geschieht und was es Neues gibt.
• Rechte verkaufen.
• neue Netzwerke für den Vertrieb aufbauen.
• von noch größeren Dingen träumen.
• Spaß haben.

Wie wichtig ist für Sie der Austausch mit anderen internationalen Verlegern?

Der Austausch mit anderen internationalen Verlegern ist für uns deswegen so wichtig, weil wir eine Nische besetzen - nämlich hochwertige, innovative Kunstbände und illustrierte Bücher für Jung und Alt sowie Bücher über Künstler - die in unserem Teil der Welt nur selten anzutreffen ist. Indem wir andere Verleger aus ähnlichen Bereichen kennenlernen, Ideen mit ihnen austauschen, Problemlösungen vergleichen und kulturelle Brücken bauen, können wir das Schweigen durchbrechen, das uns umgibt.

Guillermo Quijas-Corzo López, Editorial Almadía, Mexiko

Geboren und aufgewachsen in Oaxaca, Mexiko, verbrachte Guillermo Quijas-Corzo López während seiner Studienzeit ein Jahr in Dänemark, bevor er nach Oaxaca zurückkehrte. Seit 2003 ist er Direktor der dortigen Buchmesse. Im April 2005 gründete er seinen Verlag Editorial Almadía, der sich auf junge zeitgenössische mexikanische Literatur spezialisiert hat.

Warum haben Sie sich beim Einladungsprogramm der Frankfurter Buchmesse beworben?

Wir haben unseren Verlag 2005 gegründet, und wir sind immer noch klein, aber in unserem Verlagsverzeichnis finden sich die Namen einiger der wichtigsten mexikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Um an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen zu können, sind wir auf Unterstützung angewiesen, sonst wäre das nicht möglich.

Welche anderen internationalen Buchmessen haben Sie schon besucht?

Wir waren bereits auf den Buchmessen in Guadalajara, Buenos Aires, Monterrey und Kolumbien. Nächstes Jahr werden wir an der Buchmesse in Paris teilnehmen.

Was erwarten Sie von Frankfurt und der Frankfurter Buchmesse? Worauf freuen Sie sich am meisten?

Wir möchten mit so vielen Verlegern wie möglich in Kontakt kommen und Verbindungen aufbauen, die uns dabei unterstützen, interessanten Autoren aus anderen Breitengraden Gehör zu verschaffen. Außerdem möchten wir unsere eigenen Autoren vorstellen und in anderen Ländern bekannt machen, entweder, indem wir sie über unser eigenes Vertriebsnetz an andere Spanisch sprechende Länder verkaufen oder über Beziehungen zu anderen Verlegern oder Vertretern. Darüber hinaus möchten wir noch weitere unserer Projekte vorstellen: Jedes Jahr veranstalten wir ein internationales Schriftstellertreffen in unserem Buchladen (www.vivelalectura.com.mx), und wir organisieren auch die regionale Buchmesse in Oaxaca. An beiden Veranstaltungen nehmen jeweils mehr als 50 Schriftsteller teil, es kommen eine Menge Besucher, und die Geschäfte auf der Messe laufen gut.

Wie wichtig ist für Sie der Austausch mit anderen internationalen Verlegern?

Der Austausch ist für uns sehr wichtig. Wir freuen uns sehr darauf, andere Verleger kennen zu lernen und unser gesamtes Verlagsprogramm, unsere Autoren und unsere Projekte einem internationalen Publikum vorstellen zu können.

Dorothea Rosa Herliany, Indonesia Tera, Indonesien

Dorothea Rosa Herliany ist Dichterin. Sie hat etwa 20 Bücher geschrieben und mehrere Preise erhalten. Außerdem gehört sie der Geschäftsleitung des Verlagshauses Indonesia Tera an. Indonesia Tera hat seit seiner Gründung 1998 mehr als 200 Titel veröffentlicht. Es ist ein kleines Unternehmen, das international orientiert ist. Seit 2007 konzentriert sich Indonesia Tera auf Kinderbücher.

Warum haben Sie sich beim Einladungsprogramm der Frankfurter Buchmesse beworben?

2003 habe ich zum ersten Mal am Einladungsprogramm teilgenommen. Es war eine tolle Erfahrung! Ich habe viel dazu gelernt und konnte außerdem ein gutes Netzwerk aufbauen. In meinem Land ist das sehr schwierig, besonders wenn es um Bücher und Literatur geht. In jenem Jahr nahmen auch noch mehrere andere Verleger aus unserem damaligen Bereich an dem Programm teil, also sprachen wir über unsere Märkte, unsere Probleme und unsere Schwierigkeiten. Das hat mir sehr geholfen.

2006 änderte sich jedoch das Hauptprogramm unseres Verlagshauses. Bis dahin hatten wir uns auf Literatur, Theater, Philosophie und Geschlechterfragen konzentriert. Seit 2007 stehen Kinderbücher im Mittelpunkt. Das ist für uns alle neu, und wir haben in diesem Bereich noch keine Erfahrung. Also müssen wir viel dazu lernen und uns ein neues Netzwerk aufbauen. Aus diesem Grund habe ich mich im vergangenen Jahr wieder um die Teilnahme am Einladungsprogramm beworben.

Welche anderen internationalen Buchmessen haben Sie schon besucht?

Außer Frankfurt habe ich keine Erfahrung mit anderen Buchmessen. Ich weiß, dass es eine Menge internationaler Buchmessen gibt, die für uns interessant sein könnten, wie zum Beispiel die in Bologna, London oder Singapur, aber teilgenommen habe ich an keiner von ihnen.

Was erwarten Sie von Frankfurt und der Frankfurter Buchmesse? Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich hoffe, ich kann in Frankfurt mehr über Kinderbücher erfahren. Außerdem möchte ich ein gutes Netzwerk aufbauen und vielleicht mit Institutionen Kontakt aufnehmen, die mir dabei helfen können, mehr über Kinderbücher in Erfahrung zu bringen. Vielleicht kann ich sogar die Organisatoren anderer Buchmessen kennen lernen, die für mich interessant sind.

In meinem Land gibt es zwar jede Menge Bücher für Kinder, aber die meisten sind Übersetzungen oder Schulbücher. Meiner Ansicht nach wären in Indonesien mehr interessante, hochwertige Kinderbücher vonnöten, weil unsere Kinder die wichtigste Generation sind. Von ihnen hängt es ab, was aus unserem Land in Zukunft wird. Deshalb sollten wir dafür sorgen, dass sie gute Bücher lesen können. Ich hoffe, dass ich in Frankfurt einen Überblick über das Angebot an Kinderbüchern erhalten und in Erfahrung bringen kann, was ein wirklich gutes Kinderbuch ausmacht und was in meinem Land noch veröffentlicht werden muss. Dazu brauche ich einen gründlichen Überblick.

Wie wichtig ist für Sie der Austausch mit anderen internationalen Verlegern?

Ich glaube, der Austausch mit anderen internationalen Verlegern wird sehr interessant. Wir werden sehen und hören, wie andere Verleger ihr Geschäft führen und welche Programme und Zukunftspläne sie haben. Das hilft uns dabei, unsere eigenen Vorstellungen auf den neuesten Stand zu bringen.

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