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Weltempfang

In der Epoche des Menschen – dem Anthropozän – müssen wir uns die Frage stellen: Ist unser Einfluss auf den Planeten zu extrem geworden? Antworten finden Sie auf dem Weltempfang – dem Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung in Halle 4.1/B 81.

 

Der diesjährige Weltempfang der Frankfurter Buchmesse widmet sich dem Verhältnis von Kultur und Natur. Ein Zusammenspiel, bei dem sich der Mensch seine Umwelt immer weiter zum Untertan machen wird. Aber nicht erst in naher Zukunft – bereits jetzt haben wir die Natur in vielen Bereichen übernutzt.

Mit dem Verbrauch von Öl und Kohle lassen wir den CO2-Anteil in der Atmosphäre geradezu explodieren. In gleichem Maße berauben wir Pflanzen- und Tierarten ihres Lebensraums.

 

Mit wissenschaftlichen und technischen Sprüngen, wie Künstlicher Intelligenz, treiben wir die Evolution zwar immer weiter vorwärts – aber an welches Ziel, wenn wir unser eigenes Biotop kontinuierlich zugrunde richten?

Der Weltempfang ist ein Gemeinschaftsprojekt der Frankfurter Buchmesse und des Auswärtigen Amts und auch 2019 wieder der Ort für offenen Austausch und politischen Dialog. Diesen brauchen wir jetzt mehr denn je.

 

Veranstaltungen und Themen

Bei Fachdebatten mit internationalen Persönlichkeiten beleuchten wir das Anthropozän als großes Ganzes. Gemeinsam beantworten wir elementare Fragen: Wie positioniert sich der Mensch innerhalb der Natur? Oder außerhalb? Wo liegen die Grenzen unseres Wachstums? Und was geschieht, wenn diese erreicht sind?

15.00 - 16.00

"Kranke Haltung. Das Mensch-Tier-Verhältnis in der industriell betriebenen Zucht"

Das erwartet Sie:

Jean-Baptiste Del Amos Roman „Tierreich“ erzählt vom Schicksal einer Schweinezüchter-Familie und der Entwicklung eines Bauernhofes zu einem Massenzuchtbetrieb. Indem der Mensch die Ressource Tier grausam ausbeutet, wird er selbst immer naturferner. Wie kann diese Entwicklung mit einer zeitgemäßen Agrarpolitik aufgehalten werden? Was sind dieKonsequenzen hieraus ?

Teilnehmer: Jean-Baptiste Del Amo, Robert Habeck 

Moderation: Cord Riechelmann 

 

 

16.30 - 17.30 

Eröffnung des Weltempfangs: Anthropozän – steht die Kultur über der Natur?

Das erwartet Sie:

Das Verhältnis zwischen Kultur und Natur hat sich geändert. Der menschliche Einfluss auf „unseren“ Planeten nimmt sichtlich zu, der Mensch ist zum Akteur geworden. Dem Klima hingegen ist das gleichgültig. Welche Beschreibungen wählt der Mensch innerhalb der Natur über sich selbst und über diese? Wie lassen sich Prozesse steuern? Retten wir letztendlich nicht die Natur, sondern im Sinne einer Überlebensstrategie uns selbst?

Teilnehmer: Friederike Otto, Harald Welzer, Maja Lunde

Moderation: Jenny Friedrich-Freksa

Begrüßung: Juergen Boos, Irmgard Maria Fellner

 

14.30 – 15.30

"Zwischen Natur und Technologie – Zukunftsvisionen aus China"

Das erwartet Sie: 

Klimawandel, Umweltverschmutzung, rasant wachsende Megacities. Chinesische Science-Fiction-Literatur antwortet immer auch auf die brisanten Fragen ihrer Gegenwart. Chi Hui imaginiert, was passieren könnte, wenn den Menschen die Kontrolle über die von ihnen in Gang gesetzten Prozesse entgleitet. Wie weit sind wir von diesen Zukunftsvisionen aus China entfernt? Ist unsere Welt noch zu retten?

Teilnehmer: Chi Hui, Song Mingwei

Moderation: Vera Tollmann

16.30 –17.30

"Trends in der Kinderliteratur – arabische und deutsche Stimmen"

Das erwartet Sie: 

Kinderbücher, ihre Themen, Erzählweisen und Gestaltungsvorlieben spiegeln immer auch die Vorstellungen der jeweiligen Gesellschaft vom Kindsein wider. Welche Ideen zeigen sich im Vergleich von aktuellen Kinderbüchern aus der arabischen Welt und aus Deutschland? Welche Geschichten werden erzählt? Welche Rolle spielt der kindliche Alltag, welche Rolle die Phantasie?

Teilnehmer: Hussain Al Mutawaa, Christiane Raabe, Stephan Trudewind

Moderation: Stefan Weidner

12.00 - 13.00 

"Mehr als ein Wort: Václav Havel – Friedenspreisträger 1989"

Das erwartet Sie: Im Oktober 1989 erhielt Václav Havel den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den er nicht persönlich entgegennehmen konnte. Havels vorgetragene Preisträgerrede „Ein Wort über das Wort“, in der es über die Macht von und den verantwortungsvollen Umgang mit Worten geht, ist heute aktueller denn je. Was können wir aus der Geschichte lernen? Wie mächtig sind Worte? Was darf heute wo und wie gesagt werden?

Teilnehmer: Hans Maier, Michael Žantovský, Alexander Aleksejewitsch Drozdow

Moderation: Josef Joffe

13.30 - 14.30

"Britische Schriftsteller und der Brexit"

Das Votum für den Brexit hat in Großbritannien eine politische und konstitutionelle Krise ausgelöst und zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt. Was sind die Hintergründe und Auswirkungen dieser Entscheidung, die auf der einen Seite als wichtigstes demokratisches Votum und auf der anderen Seite als populistischer Angriff auf die Demokratie betrachtet wird? Inwieweit stehen die Beziehungen zur EU und die Stabilität des Königreichs auf dem Spiel?

Teilnehmer: Bonnie Greer, Jan Carson, Patrick McGuinness

Moderation: Alexandra Büchler

 

15.00 – 16.00

"Behalten oder Zurückgeben? Zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten"

Das erwartet Sie:

Die Diskussion um den Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten hat unter anderem mit dem Savoy/Sarr-Bericht auch in Deutschland Fahrt aufgenommen. Gleichzeitig hat die Rückführung menschlicher Überreste als auch von Kulturgut, z. B. die Witbooi-Bibel an Namibia, bereits stattgefunden. Wie sollte der weitere Prozess ausgestaltet und wer beteiligt werden? Welche Formen der Rückführung kommen in Betracht und welche Rolle kann die Digitalisierung und die Erstellung von Replika dabei spielen? Wie könnte eine zukünftige bi- und internationale Zusammenarbeit aussehen?

Teilnehmer: Inés de Castro, Rebekka Habermas, Manfred Loimeier

Moderation: Bartholomäus Grill

16.00 – 17.00

"Kritik unerwünscht? Zivilgesellschaft unter Druck"

Das erwartet Sie:

Nicht nur in Mittel- und Osteuropa gerät die Zivilgesellschaft zunehmend unter Druck, auch bei uns in Deutschland gibt es Kritik an Legitimation und Mandat zivilgesellschaftlicher Organisationen. Was müssen und was dürfen diese Organisationen? Wer definiert ihre Macht und Verantwortung? Kann ein rechtlicher Rahmen das freie Wort stützen?

Teilnehmer: József Péter Martin, Jürgen Resch, Christian Bommarius, Eva Menasse (angefragt)

Moderation: Hartmut Bäumer

16.30 – 17.30

"Künstlerin, Kämpferin, Kosmopolitin: Frauen schreiben das 21. Jahrhundert"

Das erwartet Sie:

Jennifer Clement, Elif Shafak und Mercedes Rosende sind international erfolgreich. In ihren Romanen spielen Außenseiterinnen die Hauptrollen. Schreiben sie damit gegen vorgefertigte Rollen an, die Romane für Frauenfiguren bereithalten? Ein Gespräch über ihre Romanfiguren und die Repräsentanz von Frauen im Literaturbetrieb.

Teilnehmer: Mercedes Rosende, Elif Shafak, Jennifer Clement

Moderation: Juergen Boos

 

12.00 – 13.00

"30 Jahre Mauerfall – 30 Jahre „Samtene Revolution"

Das erwartet Sie:

Das Jahr 1989 steht im Hinblick auf Deutschland und auch ganz Ost- und Mitteleuropa unbestritten für den Beginn grundlegender Veränderungen. In der Geschichte finden sich nur wenige Beispiele bei denen sich in einem so kurzen Zeitraum in so vielen Ländern gleichzeitig das gesamte Staatssystem, und zwar von der politischen bis zu wirtschaftlichen und kulturellen Ebene, so grundlegend wandelte.  

Teilnehmer: Rita Süssmuth, František Mikloško, Petr Pithart  

Moderation: Daniel Kraft

15.00 – 16.00

"Zwischen Hilflosigkeit und Hoffnung – Leben mit dem Klimawandel" 

Das erwartet Sie:

Die planetaren Lebensbedingungen verändern sich, der Einfluss der Menschheit auf diese war nie größer. Was sagt die Wissenschaft zum Zustand der Erde und welche Hoffnungen liegen in neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz? Was für Zukunftsbilder entwirft die Literatur, wenn es den Klimawandel miteinbezieht? Welche Ergebnisse erzeugen Proteste der jungen Generationen, welche Ängste liegen dahinter?

Video-Einspieler: Paul J. Crutzen 

Teilnehmer: Uwe Schneidewind, Luisa Neubauer, Thore D. Hansen, Michael Müller

Moderation: Ulrich Noller

   

 

Unser Einfluss auf den Planeten: unübersehbar

Das romantische Bild unberührter Natur gibt es schon lange nicht mehr. Kein Wunder: ist die Weltbevölkerung in knapp 50 Jahren seit 1960 auf über sieben Milliarden Menschen angestiegen. Wir sind inzwischen die verändernde Kraft auf der Erde – und das demonstrieren wir überdeutlich: Müllberge, ausgetrocknete Seen und verschmutzte Ozeane sind nur einige Bilder, die das Anthropozän prägen.

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