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Weltempfang

In der Epoche des Menschen – dem Anthropozän – müssen wir uns die Frage stellen: Ist unser Einfluss auf den Planeten zu extrem geworden? Antworten finden Sie auf dem Weltempfang.

 

Der diesjährige Weltempfang der Frankfurter Buchmesse widmet sich dem Verhältnis von Kultur und Natur. Ein Zusammenspiel, bei dem sich der Mensch seine Umwelt immer weiter zum Untertan machen wird. Aber nicht erst in naher Zukunft – bereits jetzt haben wir die Natur in vielen Bereichen übernutzt.

Mit dem Verbrauch von Öl und Kohle lassen wir den CO2-Anteil in der Atmosphäre geradezu explodieren. In gleichem Maße berauben wir Pflanzen- und Tierarten ihres Lebensraums.

 

Mit wissenschaftlichen und technischen Sprüngen, wie Künstlicher Intelligenz, treiben wir die Evolution zwar immer weiter vorwärts – aber an welches Ziel, wenn wir unser eigenes Biotop kontinuierlich zugrunde richten?

Der Weltempfang ist ein Gemeinschaftsprojekt der Frankfurter Buchmesse und des Auswärtigen Amts und auch 2019 wieder der Ort für offenen Austausch und politischen Dialog. Diesen brauchen wir jetzt mehr denn je.

 

Veranstaltungen und Themen

Bei Fachdebatten mit internationalen Persönlichkeiten beleuchten wir das Anthropozän als großes Ganzes. Gemeinsam beantworten wir elementare Fragen: Wie positioniert sich der Mensch innerhalb der Natur? Oder außerhalb? Wo liegen die Grenzen unseres Wachstums? Und was geschieht, wenn diese erreicht sind?

15.00 bis 16.00

"Kranke Haltung. Das Mensch-Tier-Verhältnis in der industriell betriebenen Zucht"

Das erwartet Sie:

Jean-Baptiste Del Amos Roman „Tierreich“ (Matthes & Seitz 2019), erzählt vom Schicksal einer Schweinezüchter-Familie und der Entwicklung eines Bauernhofes zu einem Massenzuchtbetrieb. Indem der Mensch die Ressource Tier grausam ausbeutet, wird er immer naturferner. Wie man diese Entwicklung in einer zeitgemäßen Agrarpolitik aufhalten kann, soll im Gespräch mit Robert Habeck diskutiert werden.

Teilnehmer: Robert Habeck, Jean-Baptiste Del Amos

Moderation: Cord Riechelmann

16.30 bis 17.30 

Eröffnungsveranstaltung: "Das Anthropozän – das letzte Zeitalter?"

Das erwartet Sie:

Der diesjährige Weltempfang ist dem Verhältnis von Kultur und Natur gewidmet. Das Anthropozän – wie der Schwerpunkt dieses Jahr lautet – ist wissenschaftlich nicht bestätigt, die aktuellen Probleme, die sich durch Mikroplastik, Überfischung, vermehrte Bodenversiegelung, Biodiversitätsverlust, Wetterveränderungen und viele weitere Themen zeigen, sind es dagegen sicherlich. Der Begriff des menschlich gemachten Zeitalters hat seinen Weg in die Sprache gefunden und der Einfluss, den wir auf „unseren“ Planeten nehmen, nimmt sichtlich zu. Der einst der Natur ausgelieferte Mensch ist zum (Haupt-)Akteur geworden. Wir hinterlassen inzwischen Spuren bis hoch in den Himalaya und kilometertief in die Ozeane. Wir beanspruchen Territorium, bis über die planetaren Grenzen hinweg. Durch die zu erwartenden Sprünge in Wissenschaft und Technik, z. B. Künstliche Intelligenz, werden dem Menschen weitere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die Natur als Objekt zu fassen und für sich (über-)nutzbar zu machen. Im Gegenzug wächst das allgemeine Bewusstsein über die komplexen Abhängigkeiten von und innerhalb Natur und den planetarischen Prozessen, über die Empfindlichkeit ganzer Ökosysteme, über Verlorengegangenes, über nicht zu fassende, nicht zu kontrollierende Phänomene. Inwieweit ist der Mensch Haupteinflussfaktor geworden, inwieweit ist er den Prozessen ausgeliefert? Wo liegen die Grenzen des Wachstums? Was passiert danach? Welche (Selbst-)Beschreibungen wählt der Mensch innerhalb der Natur und über diese? Retten wir letztendlich nicht die Natur, sondern ganz im Sinne einer Überlebensstrategie vielmehr uns selbst?

Teilnehmer: Friederike Otto, Harald Welzer, Maja Lunde

Moderation: Gert Scobel (angefragt)

 

14.30–15.30

"Zwischen Natur und Technologie – Zukunftsvisionen aus China Gespräch" (Deutsch/Chinesisch)

Das erwartet Sie: 

Klimawandel, Umweltverschmutzung, rasant wachsende Megacities. Chinesische Science-Fiction-Literatur antwortet immer auch auf die brisanten Fragen ihrer Gegenwart. Chi Hui imaginiert, was passieren könnte, wenn den Menschen die Kontrolle über die von ihnen in Gang gesetzten Prozesse entgleitet. Wie weit sind wir von diesen Zukunftsvisionen aus China entfernt? Ist unsere Welt noch zu retten?

Teilnehmer: Chi Hui, Science-Fiction-Autorin, zuletzt erschien „Das Insektennest“ (Kapsel – Fantastische Geschichten aus China Nr. 1 Frühwerk 2017), Prof. Song Mingwei, Professor für chinesische Literatur am Wellesley College und Experte für Science-Fiction aus China

Moderation: Vera Tollmann, Kulturwissenschaftlerin, freie Autorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim

16.30–17.30

"Trends in der Kinderliteratur – arabische und deutsche Stimmen  Podiumsdiskussion" (Deutsch/Englisch/Arabisch)

Das erwartet Sie: 

Kinderbücher, ihre Themen, Erzählweisen und Gestaltungsvorlieben spiegeln immer auch die Vorstellungen der jeweiligen Gesellschaft vom Kindsein wider. Welche Ideen zeigen sich im Vergleich von aktuellen Kinderbüchern aus der arabischen Welt und aus Deutschland? Welche Geschichten werden erzählt? Welche Rolle spielt der kindliche Alltag, welche Rolle die Phantasie?

Teilnehmer: Hussain Al Mutawaa: Schriftsteller und Fotograf, Preisträger des Sheikh Zayed Book Award 2019 für das Kinderbuch I Dream of Being A Concrete Mixer (Al Hadaek Group, 2018) Dr. Christiane Raabe, Leiterin der Internationalen Jugendbibliothek, München Stephan Trudewind, Verleger bei Edition Orient für Kinderbücher aus der arabischen Welt

Moderation: Stefan Weidner, Arabist, Autor und Übersetzer, gerade erschien „1001 Buch. Literaturen des Orients” (Edition Converso, 2019)

 

13.30 bis 14.30 

"British Writers on Brexit"

Das erwartet Sie:

Die Abstimmung für den Brexit hat zu einer politischen und konstitutionellen Krise geführt und die britische Gesellschaft tief gespalten. Was sind die Hintergründe dessen, was einige als größte demokratische Übung der Geschichte Großbritanniens und andere als gefährlichen Triumph des Populismus sehen, als Angriff auf die Demokratie, der das Vereinigte Königreich zerschlagen und seine Verbindung zum Rest der EU durchtrennen könnte? Autoren aus England, Irland und Wales stellen ihre Sicht auf Gründe und Folgen des Brexits vor.

Teilnehmer: Jan Carson, Bonnie Greer, Patrick McGuinness

Moderation: Alexandra Büchler

 

15.00 – 16.00

"Behalten oder Zurückgeben? Zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten"

Das erwartet Sie:

Die Diskussion um den Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten hat unter anderem mit dem Savoy/Sarr-Bericht auch in Deutschland Fahrt aufgenommen. Gleichzeitig hat die Rückführung menschlicher Überreste als auch von Kulturgut, z. B. die Witbooi-Bibel an Namibia, bereits stattgefunden. Wie sollte der weitere Prozess ausgestaltet und wer beteiligt werden? Welche Formen der Rückführung kommen in Betracht und welche Rolle kann die Digitalisierung und die Erstellung von Replika dabei spielen? Wie könnte eine zukünftige bi- und internationale Zusammenarbeit aussehen?

Teilnehmer: Inés de Castro, Rebekka Habermas, Felwine Sarr (angefragt)

Moderation: Bartholomäus Grill

16.00 – 17.00

"Kritik unerwünscht? Zivilgesellschaft unter Druck"

Das erwartet Sie:

Unsere Diskussion würde die aktuell drängende Frage nach dem Druck aus Politik, Ökonomie und Gesellschaft auf die freie Presse, die Zivilgesellschaft sowie auf Kritikerinnen und Kritikern behandeln. Dabei möchten wir auch über den deutschen Tellerrand hinaus nach (Ost-)Europa schauen. Wir denken an eine Mitwirkung auf dem Podium von Heribert Prantl als Vertreter der Presse, Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe, der von den direkten Angriffen auf seine Person berichten könnte, József Péter Martin von Transparency Ungarn, der momentan aus dem Britischen Exil arbeiten muss und die Diskussion um die europäische Perspektive erweitern würde sowie Carolin Emcke, die aus Intellektuellen-Sicht die Situation kommentieren würde.

Teilnehmer: József Péter Martin, Jürgen Resch, Heribert Prantl (angefragt)

Moderation: Dr. Rupert Graf Strachwitz, Vorsitzender des Vorstandes der Maecenata Stiftung, Direktor des Maecenata Institut

16.30 – 17.30

"Über das Frauenbild in Romanen"

Das erwartet Sie:

Mercedes Rosende und Elif Shafak sind international erfolgreiche, mehrfach ausgezeichnete Autorinnen. In ihren Romanen begegnen wir mordenden Nannys und ermordeten Prostituierten, Sex- oder esssüchtigen Frauen, Kommissarinnen und Außenseiterinnen. Schreiben sie damit gegen vorgefertigte Rollen an, die Romane für Frauenfiguren bereithalten? Wie sehen sie Frauen im Literaturbetrieb?

Teilnehmer: Mercedes Rosende, Elif Shafak

Moderation: Juergen Boo

 

12.00 – 13.00

"30 Jahre Mauerfall – 30 Jahre „Samtene Revolution"

Das erwartet Sie:

Das Jahr 1989 steht im Hinblick auf Deutschland und auch ganz Ost- und Mitteleuropa unbestritten für den Beginn grundlegender Veränderungen. In der Geschichte finden sich nur wenige Beispiele bei denen sich in einem so kurzen Zeitraum in so vielen Ländern gleichzeitig das gesamte Staatssystem, und zwar von der politischen bis zu wirtschaftlichen und kulturellen Ebene, so grundlegend wandelte.  

Teilnehmer: Prof. Dr. Rita Süssmuth, František Mikloško, Petr Pithart  

Moderation: Werner D´Inka

15.00 – 16.00

"Zwischen Hoffnung und Hilflosigkeit – Klimawandel unaufhaltsam?" 

Das erwartet Sie:

Die planetaren Lebensbedingungen verändern sich, der Einfluss der Menschheit auf diese war nie größer. Was sagt die Wissenschaft zum Zustand der Erde und welche Hoffnungen liegen in neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz? Was für Zukunftsbilder entwirft die Literatur, wenn es den Klimawandel miteinbezieht? Welche Ergebnisse erzeugen Proteste der jungen Generationen, welche Ängste liegen dahinter?

Teilnehmer: Prof. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, zuletzt erschien „Die Große Transformation“, Fischer Verlag 2018, 3. Auflage, Luisa Neubauer, Klimaschutz-Aktivistin, Mitorganisatorin der „Friday for Future“-Proteste, Thore D. Hansen, Autor, zuletzt erschien „Die Reinsten“, Golkonda Verlag 2019

Moderation: Ulrich Noller, Journalist und Autor

Kooperation: Frankfurter Buchmesse
   

 

Unser Einfluss auf den Planeten: unübersehbar

Das romantische Bild unberührter Natur gibt es schon lange nicht mehr. Kein Wunder: ist die Weltbevölkerung in knapp 50 Jahren seit 1960 auf über sieben Milliarden Menschen angestiegen. Wir sind inzwischen die verändernde Kraft auf der Erde – und das demonstrieren wir überdeutlich: Müllberge, ausgetrocknete Seen und verschmutzte Ozeane sind nur einige Bilder, die das Anthropozän prägen.

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