Direkt zum Inhalt

 

Planen Sie Ihren Messebesuch

Das Blaue Sofa
DE

Michael Kleeberg: Glücksritter. Recherche über meinen Vater - Galiani Berlin

16.10.2020

Die Herkunft kann man verlassen - aber kann man der eigenen Zeit entkommen? Der Erzähler und seine Familie sind verreist, der achtzigjährige Vater hütet währenddessen das Haus. Nach ihrem Urlaub finden die Heimkehrer einen beunruhigenden Mailwechsel des Vaters. Eine kurze Recherche macht klar: er ist einem Trickbetrüger aufgesessen, der ihn um seine letzten Groschen brachte. Und nach dem Tod des Vaters wird das Ereignis zum Ausgangspunkt für Kleebergs Nachdenken über ihn. Einen, der in fast asozialen Verhältnissen in den Gassen Frankfurts aufwächst, sich als Vierzehnjähriger alleine durch das zerstörte Land schlagen muss; der sich nach dem Krieg ohne höheren Schulabschluss hocharbeitet, ein Einzelkämpfer, der sich jeder sozialen Zugehörigkeit verweigert. Ein Mann, der sich zeitlebens nicht von den Prägungen seiner unter dem Nationalsozialismus verbrachten Kindheit zu lösen vermag. Ein Mann zwischen Vorurteilen, Anstand und Fluchtdrang. Idealistisch, naiv, selbstgenügsam, jähzornig. Einer, dem Geld und Status immens wichtig sind, der aber einmal Erreichtes auch immer wieder zerstört. Einer, zu dem der Sohn in ein Hassliebeverhältnis gerät, das von Rivalität, Rachegelüsten, aber auch von tiefster Zärtlichkeit geprägt ist.