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Edgar Selge, „Hast du uns endlich gefunden“

21. Oktober 2021
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ARD-Buchmessebühne

​​Edgar Selge: «Eine Erinnerung ist noch keine Erzählung. Soll sie das werden, beginnt die Fiktion.»​​ 

 

Eine Kindheit um 1960. Ein bürgerlicher Haushalt, der Vater Gefängnisdirektor, die Mutter Hausfrau. Der Krieg ist noch nicht lange her, und die Eltern versuchen, durch besessene Hingabe an klassische Musik und Literatur nachzuholen, was sie ihre verlorenen Jahre nennen. Doch überall spürt der Junge Risse, in denen er lustvoll bohrt. Gebannt verfolgt er die politischen Auseinandersetzungen, die seine älteren Brüder mit Vater und Mutter am Esstisch führen. Aber er bleibt Zuschauer, flüchtet immer häufiger in die Welt der Phantasie. Dieser Junge, den der Autor als fernen Bruder seiner selbst betrachtet, erzählt uns sein Leben und entdeckt dabei den eigenen Blick auf die Welt. Wenn sich der dreiundsiebzigjährige Edgar Selge gelegentlich selbst einschaltet, wird klar: Die Schatten der Kriegsgeneration reichen bis in die Gegenwart hinein. Edgar Selges Erzählton ist atemlos, körperlich, risikoreich. Voller Witz und Musikalität.  

 

Moderation: Cécile Schortmann 

Speaker