“Ich habe über den Tellerrand geguckt und meinen Horizont erweitert”

Paris-Frankfurt Fellowship - Ein Interview mit der Buchhändlerin Anna Anzulewicz über ihre Teilnahme am Fortbildungsprogramm Paris-Frankfurt Fellowship 2018.

Buchhändlerin Anna Anzulewicz

Beim Paris-Frankfurt Fellowship der Frankfurter Buchmesse wird sie gelebt, die deutsch-französische Freundschaft. 14 deutsch- und französischsprachige Nachwuchskräfte aus Buchhandel und Verlagen lernen sich bei dem Programm kennen, tauschen sich über ihre Arbeit und die Besonderheiten des deutschen und französischen Buchmarktes aus und besuchen gemeinsam Buchhandlungen und Verlage in Deutschland und Frankreich.

Bis 31. Januar 2019 können sich Interessierte für das Paris-Frankfurt Fellowship 2019 bewerben, das vom 8. bis 22. Mai 2019 stattfinden wird.
Mehr Informationen zum Programm und der Bewerbung finden Sie hier.

Im Interview spricht die Buchhändlerin Anna Anzulewicz über ihre Teilnahme am Paris-Frankfurt Fellowship 2018.

Julia Biermann: Warum hast du dich für die Teilnahme am Paris-Frankfurt Fellowship entschieden?

Anna Anzulewicz: Ich habe mich für das Paris-Frankfurt Fellowship beworben, weil ich schon immer Frankreich und die französische Sprache gerne mochte. Nach dem Abitur hatte ich über einen Auslandsaufenthalt nachgedacht, nach der Berufsausbildung zur Buchhändlerin ebenfalls — beides ist aus den Umständen damals nichts geworden, beides nur Träume geblieben. Als ich nun vom Paris-Frankfurt Fellowship gelesen habe, habe ich gedacht: “Jetzt soll es sein!”

Was hat dir an dem Programm besonders gut gefallen?

Mir hat gefallen, dass wir eine bunte, gemischte Gruppe waren: Es waren Frauen aus den verschiedensten Verlags- und Buchhandelsbereichen und auch eine Bibliothekarin dabei. Das hat dazu geführt, dass man viel mitnehmen konnte, von den anderen erfahren konnte, sowohl in Frankreich als auch im deutschen System, wie die Arbeitsplätze und Tätigkeitsbereiche aussehen.

Paris-Frankfurt Fellowship - Gruppenbild 2018

Hat dich etwas besonders überrascht?

Es war auf sehr spannend, den französischen Buchmarkt und seine dem deutschen Pendant doch sehr ähnliche Struktur kennenzulernen. Es gibt keine Barsortimente in Frankreich. Das ist also etwas, worauf wir hier sehr stolz sein dürfen, dass es diese tollen Einrichtungen gibt, die es möglich machen, (in der Regel) von einem Tag auf den anderen Bücher in die Buchhandlung zu bestellen. Und das schon so lange. Ich sage nur: Wir sind dadurch quasi schneller als der Händler mit dem großen A.

Was hat dir das Programm für deinen Berufsalltag gebracht?

Da ist zum einen ganz viel Wissen, das ich immer wieder in Kundengesprächen, im Austausch mit KollegInnen “brauchen” kann. Ich kenne jede Menge Bücherfrauen aus Deutschland und Frankreich, zu denen ich Kontakt aufnehmen kann jederzeit und ganz allgemein: Ich habe über den Tellerrand geguckt und meinen Horizont erweitert, zwischenmenschlich, beruflich, interkulturell.

Besuch der Buchhandlung Shakespeare and Company in Paris

Muss man perfekt Französisch sprechen, um an dem Programm teilzunehmen?

Man muss auf keinen Fall perfekt Französisch sprechen können. Ich bin mit einem etwas mulmigen Gefühl und nur meinem Schulfranzösisch angereist und war zwar zugegebenermaßen eine der wenigen, die nicht schon längere Auslandsaufenthalte in Frankreich hinter sich hatten, die Gruppe war aber so klein, so freundlich und das Programm mit dem interkulturellen Sprach- und Vorbereitungskurs zu Beginn sehr hilfreich, dass das gut machbar war. Also keine falschen Hemmungen!

Welche Tipps hast du für zukünftige Bewerber?

Einfach bewerben, sich trauen. Viel schlafen vorher und Kraft tanken, die zwei Wochen sind sehr intensiv.

 

Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Julia Biermann, Volontärin Marketing & Kommunikation bei der Frankfurter Buchmesse.

 

Das Paris-Frankfurt Fellowship wird von den Programmpartnern Frankfurter Buchmesse, DFJW, BIEF und Pro Helvetia getragen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Bewerbung gibt es hier.