Festival Neue Literatur kündigt „Insider | Outsider“ als Thema an

Frankfurt am Main / New York, 6. März 2018 – Das Festival Neue Literatur (23.-25. März 2018, New York City) ist das einzige Festival, welches sowohl deutsche als auch US-amerikanische Romanliteratur vorstellt. Die neunte Ausgabe widmet sich dem Thema „INSIDER | OUTSIDER“ mit einem prominenten Line-Up bestehend aus amerikanischen, deutschen, österreichischen und Schweizer AutorInnen sowie ExpertInnen aus dem Verlagswesen. Das diesjährige Festival wird von Peter Blackstock, Senior Editor bei Grove Atlantic, kuratiert. Die hier vorgestellten AutorInnen und ExpertInnen aus der Verlagswelt ─ Lisa Ko, Ruth Franklin, Atticus Lish, Yoko Tawada, John Wray, Karen Phillips, Ann Goldstein, Barbara Epler, Nava Ebrahimi, Robert Prosser, Philipp Winkler, Fatma Aydemir, Ursula Fricker und Meral Kureyshi ─ untersuchen in ihren Werken Fragen nach Identität und Zugehörigkeit in einem zerklüfteten Europa und darüber hinaus. Sie beleuchten dabei die gegenwärtige Gesellschaft und die jüngste Vergangenheit, indem sie Herkunft, Religion, Immigration, (sozialen) Status, Politik und sogar Fussballkrawalle als Ausgangspunkt verwenden.

Der berühmte amerikanische Schriftsteller John Wray, Autor von The Lost Time Accidents und einer von Grantas Best Young American Novelists, hat in diesem Jahr den Festivalvorsitz inne. „Wie vielleicht zu keiner anderen Zeit seit Menschengedenken wird dem Konzept von Zugehörigkeit – von physischen, ideologischen und ästhetischen Grenzen, und davon, wem es erlaubt ist diese zu überschreiten – so eine essentielle und greifbare Bedeutung für uns alle zuteil“, sagt Wray. „Ansichten, welche bislang weitestgehend abstrakt blieben, sind nun plötzlich konkret geworden, unmittelbar und von tödlicher Konsequenz. Seit jeher hat das Festival Neue Literatur die Bruchlinien zwischen Sprache, Nationen und Kulturen überbrückt und ich freue mich nun in gespannter Erwartung darauf, unsere vorgefasste Meinung gemeinsam mit den anderen Teilnehmern infrage zu stellen.“

Am Wochenende vom 23. bis 25. März werden in New York City sechs namhafte AutorInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz begrüßt und ihre Werke einem amerikanischen Publikum vorgestellt. Zusammen mit etablierten Stimmen der amerikanischen Literatur- und Kulturszene werden Fragen rund um das Thema „Insider | Outsider“ diskutiert. Die Werke der vorgestellten SchriftstellerInnen variieren stark in Thematik und Handlungsort.

Auf dem Festival Neue Literatur 2018 sind folgende AutorInnen vertreten:

• Fatma Aydemir (Deutschland) ist Autorin des mit dem Klaus-Michael Kühne Preis ausgezeichneten Romans Ellbogen, welcher von mehreren Theaterkompanien für die Bühne adaptiert wurde. Sie ist außerdem Redakteurin für die Tageszeitung taz.
• Nava Ebrahimi (Österreich) ist Autorin des mit dem Debütpreis des österreichischen Buchpreises ausgezeichneten Romans Sechzehn Wörter, ehemalige Herausgeberin der Financial Times Deutschland und Nahost-Referentin für die Bundesagentur für Außenwirtschaft.
• Ursula Fricker (Schweiz) ist Autorin des Romans Fliehende Wasser, welcher 2004 den Preis der Schweizer Schillerstiftung für das beste Werk erhielt. 2012 veröffentlichte Fricker das für den Schweizer Buchpreis nominierte Buch Ausser sich. Ihr Roman Lügen von gestern und heute gewann letztes Jahr den Brandenburgischen Kunstförderpreis.
• Meral Kureyshi (Schweiz) ist Autorin des für den Schweizer Buchpreis nominierten Romans Elefanten im Garten. 2016 erhielt Kureyshi den Literaturpreis des Kantons Bern und 2016 wurde Elefanten im Garten für die im Vorfeld des Frauenfelder Buchfestivals stattfindende “Frauenfeld liest ein Buch”-Kampagne ausgewählt.
• Robert Prosser (Österreich) ist der preisgekrönte Autor des Debütromans Geister und Tattoos. Prosser ist ebenfalls Mitbegründer von Babelsprech, einer Initiative für die internationale Förderung junger Poesie. Sein zweiter Roman Phantome wurde auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2017 gewählt.
• Philipp Winkler (Deutschland) ist Gewinner des Joseph-Heinrich-Colbin-Preises und des Retzhof-Preises für junge Autoren. Er ist Autor des mit dem aspekte Literaturpreis ausgezeichneten Romans Hool, welcher sich außerdem in der engeren Auswahl für den Deutschen Buchpreis 2016 befand.

Jedes Jahr führt das Festival sechs deutschsprachige Autoren mit zwei US-Autoren zusammen und bringt dabei unterschiedliche Perspektiven und Eindrücke in eine spannende, dynamische und grenzübergreifende Unterhaltung ein. 2018 sind auf dem Festival zwei renommierte US-Romanschriftsteller vertreten: Lisa Ko, Autorin von The Leavers und Finalistin der National Book Awards 2017, und Atticus Lish, Autor von Preparation for the Next Life, welcher den PEN/ Faulkner Preis für Erzählliteratur 2015 und den Grand Prix de Littérature Américaine 2016 erhielt.

Die diesjährigen Moderatoren sind unter anderem Ruth Franklin, Literaturkritikerin und Autorin von Shirley Jackson: A Rather Haunted Life, welche 2016 den National Book Critics Circle Award in der Kategorie Biographie gewann, und Karen Phillips, Geschäftsführerin von Words Without Borders, einer Organisation, die sich für die Förderung von gegenseitigem kulturellen Verständnis durch Übersetzungen, Publikationen und der Bewerbung von internationaler Literatur engagiert.

Der Friedrich Ulfers Preis wird anlässlich der Eröffnungszeremonie des Festivals am 22. März an Barbara Perlmutter, langjähriger Buchscout und Repräsentantin des S. Fischer Verlags, überreicht. Während ihrer Zeit bei S. Fischer war Perlmutter für viele deutsche Klassiker zuständig, die neuen Verträgen, einer Neuübersetzung, komplizierten Copyright-Recherchen oder sogar Erstübersetzungen bedurften. Robert Weil, Chefredakteur und Verlagsleiter von Liveright/W.W. Norton und Ulfers Preisträger 2016 wird Barbara Perlmutter den diesjährigen Preis überreichen. Der Preis ist mit einem 5.000 $ Stipendium dotiert und ehrt eine Persönlichkeit aus der Literaturszene, die sich für die Förderung deutschsprachiger Literatur in den Vereinigten Staaten eingesetzt hat. Bisherige Preisträger des Friedrich Ulfers Preis sind u.a. Barbara Epler, Burton Pike, Robert Weil, Sara Bershtel und Carol Brown Janeway.

Auf dem Festival Neue Literatur 2015 merkte die bekannte Autorin und ehemalige Festivalvorsitzende Monique Truong an: „Es macht mich sprachlos darüber nachzudenken, wie viel kleiner die Welt ohne Übersetzungsliteratur wäre.“ Die Übersetzungsveranstaltung mit dem Titel „Inside Translations | Outside Ourselves“ huldigt Übersetzungsarbeiten, die unser Leben verändert und literarischem, politischen und kulturellen Isolationismus getrotzt haben.

Das Festival Neue Literatur veröffentlicht auch in diesem Jahr den FNL Reader, ein Begleitheft, das englischsprachige Auszüge der deutschsprachigen Werke enthält. Hierbei handelt es sich oft um das erstmalige Erscheinen von Texten der vorgestellten Autoren auf Englisch. Die elektronische Version des diesjährigen FNL Readers wird im März auf der Homepage des Festivals unter www.festivalneueliteratur.org zum Download verfügbar sein.

Über das Festival Neue Literatur
Das Festival Neue Literatur (FNL) wurde als gemeinschaftliches Projekt von New Yorks größten deutschsprachigen Kulturinstitutionen ins Leben gerufen: dem Austrian Cultural Forum New York, dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in New York, dem Generalkonsulat der Schweiz, dem Deutschen Haus der Columbia University, dem Deutschen Haus der NYU, dem Frankfurter Buchmesse Büro New York (ehemaliges German Book Office New York), dem Goethe Institut New York sowie Pro Helvetia. Das Festival wird ermöglicht durch großzügige Unterstützung von BMW Nordamerika, Radeberger Pilsner und dem Auswärtigen Amt.

festivalneueliteratur.org | @festneuelit | bit.ly/InsiderOutsider | #insideroutsider

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