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Life of *I

Ildze Jansone (Public Relations, Latvian Literature), *I, Anete Konste (#IamIntrovert comic text author, marketing Latvian Literature)

© private, Reinis Pētersons for Latvian Literature, literatura.lv

I. ist ein Autor, der nicht gern im Mittelpunkt steht – selbst dann nicht, wenn es um seine eigene Literatur geht. Er ist eine Comicfigur und als solche eines der Gesichter der lettischen #IAmIntrovert-Kampagne. Die Kampagne der Agentur Latvian Literature zeigt, wie Literaturvermittlung auch auf andere Weise funktionieren kann: mit Selbstironie, einem starken visuellen Konzept und einem Messeauftritt, der nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern eine eigene Atmosphäre schafft.

Wir haben mit Ildze Jansone (Marketing, Latvian Literature), Anete Konste (Autorin und Dramatikerin) und natürlich mit *I über dieses Best-Practice-Beispiel gesprochen. Auf der FBM26 befindet sich der lettische Gemeinschaftsstand in Halle 3.1, Stand A33.

 

Hallo Ildze, Anete und *I, vielen Dank, dass ihr mir ein paar Fragen beantwortet. *I, da du den schriftlichen Austausch bevorzugst, führen wir dieses Interview per E-Mail. Dann legen wir los: 

Vor einiger Zeit hat "Latvian Literature" beschlossen, zwei introvertierte Schriftsteller*innen zu den Gesichtern der Literatur des Landes zu machen. Wie führte der Wunsch, die Sichtbarkeit lettischer Literatur zu erhöhen und sie zu vermarkten, zur Entstehung der Figur *I?

Ildze: Bei der Vorbereitung auf den Market Focus der London Book Fair 2018 erhielten wir die Vorgabe, dass die am Programm beteiligten Autor*innen kontaktfreudig sein, gut Englisch sprechen, über ihre Arbeit erzählen können sollten und so weiter. Aber wir erkannten, dass die besten Schriftsteller*innen nicht unbedingt diejenigen sind, die sich in der Öffentlichkeit oder in unterschiedlichen sozialen Situationen am besten präsentieren.

Also beschlossen wir, diesen Druck von ihnen zu nehmen und zu sagen: Hey, sie sind introvertiert, sie genießen all diese Öffentlichkeit nicht immer – aber das bedeutet nicht, dass ihre Arbeit es nicht wert ist, entdeckt zu werden. Wir haben versucht, Introvertiertheit allgemein in eine Stärke zu verwandeln, mit der sich viele andere Autor*innen – nicht nur aus Lettland – identifizieren können. Das Ganze erwies sich außerdem als humorvoll und verschaffte uns eine wiedererkennbare Stimme in der Literaturszene.

*I, was hältst du von dieser Rolle?

*I: Ich bin nicht begeistert. Sie haben den Druck von den lettischen Autor*innen genommen und alles auf mich abgeladen! Wie würdet ihr euch zum Beispiel fühlen, wenn euer Gesicht und eure Wohnung über einen ganzen Messestand verteilt zu sehen wären?

Anete, wie spielt ihr mit dem Bild einer „Nation introvertierter Autor*innen“, ohne lettische Literatur auf ein Klischee zu reduzieren?

Anete: Introvertierte Menschen schreiben alle möglichen Bücher – es geht also nicht wirklich um die Literatur selbst. Es ist eher ein ironischer Blick auf die Zeit, in der wir leben und in der sich scheinbar alles darum dreht, wer sich am besten selbst vermarkten kann.

Gleichzeitig ist unsere Literatur tatsächlich oft sehr poetisch und kontemplativ. Und ziemlich häufig kommen Menschen auf uns zu und sagen: "Aber ihr seid doch gar nicht so introvertiert." Manchmal müssen wir uns also mit der gegenteiligen Frage beschäftigen: Wie können wir das Klischee aufrechterhalten?

*I, wo werden wir dir auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse begegnen können?

*I: Wahrscheinlich meistens irgendwo tief in der Garderobe des lettischen Nationalstands. Leider aber auch beim Introvert Breakfast am 8. Oktober von 10.00 bis 11.00 Uhr im Comics Business Centre, Halle 3.1, Stand H23.

Was erwartet die Besucher*innen in diesem Jahr außerdem an eurem Stand?

Ildze: Unser Stand ist als Wohnzimmer eines "introvertierten Autors gestaltet – ein gemütlicher Raum mit Büchern, persönlichen Gegenständen und Dingen, die es in den Regalen und sogar auf dem Fußboden zu entdecken gibt. Außerdem wird es eine Fotowand geben, an der Besucherinnen eigene Erinnerungen mit unseren Autor*innen schaffen und in den sozialen Medien teilen können.

Anete: Und natürlich können Besucher*innen das ganze Spektrum lettischer Literatur kennenlernen: neue Bücher, Übersetzungen ins Deutsche und in andere Sprachen sowie schöne Kinder- und Bilderbücher. Kommt also vorbei, sagt Hallo und seid gerne ein bisschen introvertiert mit uns!

*I, hast du Tipps für andere Introvertierte, die die Frankfurter Buchmesse besuchen?

*I: Gute Nachrichten, liebe introvertierte Mitmenschen: Buchmessen haben erkannt, dass wir eine eigene Spezies sind. Und jedes Jahr scheint es mehr ruhige Ecken, kleine Lounges und stille Räume zu geben, in die wir uns für ein paar Minuten zurückziehen, durchatmen, neue Energie tanken und anschließend ins Meer der überaus begeisterten Buchmenschen zurückkehren können.

Schließlich beginnen manche der besten Gespräche auf Buchmessen damit, dass zwei Introvertierte schweigend neben demselben Bücherregal stehen.

Latvian Literature hat einmal ein "Überlebenspaket" dafür zusammengestellt, wie man eine Buchmesse übersteht. Eine der wichtigsten Regeln für mich lautet: Meistere die Kunst, beschäftigt auszusehen – und verstecke dich im Notfall auf der Toilette.

 

Das Interview führte Katrin Hage, PR Manager Frankfurter Buchmesse

Life of *I

© Reinis Pētersons (Illustration), Anete Konste (Text) - Latvian Literature

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© Reinis Pētersons (illustration), Anete Konste (text) - Latvian Literature

Life of *I

© Reinis Pētersons (illustration), Anete Konste (text) - Latvian Literature

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© Reinis Pētersons (illustration), Anete Konste (text) - Lativan Literature

*I auf der FBM26

Guided Tour: Comics
Comics Business Centre - Frankfurter Buchmesse
Mittwoch, 7. Okt. 2026, 15.00 - 16.30 Uhr. Nur mit Anmeldung(Öffnet neues Fenster)
Foyer 4.0, Dialogue Networking Area (Halle 4.0)

INTROVERT BREAKFAST Where nobody expects you to talk before coffee
Comics Business Centre - Frankfurter Buchmesse
Donnerstag, 8. Okt. 2026, 10:00 - 11:00 Uhr, Halle 3.1 H23

... und natürlich am Stand von Latvian Literature Halle 3.1/A33